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	<title>Praxis &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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	<title>Praxis &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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		<title>Sozial-ökologisches Denken gefragt – Wie Grünlandrenaturierung gelingen kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 10:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Reallabore]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[sozial-ökologischer Ansatz]]></category>
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					<description><![CDATA[Du bist Forscher*in, Naturschützer*in oder einfach nur Liebhaber*in von Grünland und wünscht dir einen Leitfaden dafür, wie man dieses erfolgreich renaturiert? Perfekt, dann bist du hier genau richtig! Erinnerst du dich noch an das Grassworks-Projekt? Richtig, das Projekt, das aus einer sozial-ökologischen Perspektive untersucht hat, was in Deutschland zum Erfolg bei der Renaturierung von Grünland [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Du bist Forscher*in, Naturschützer*in oder einfach nur Liebhaber*in von Grünland und wünscht dir einen Leitfaden dafür, wie man dieses erfolgreich renaturiert? Perfekt, dann bist du hier genau richtig! Erinnerst du dich noch an das <a href="https://grassworksprojekt.de/"><em>Grassworks</em>-Projekt</a>? Richtig, das Projekt, das aus einer sozial-ökologischen Perspektive untersucht hat, was in Deutschland zum Erfolg bei der Renaturierung von Grünland führt. Nachdem im vergangenen Jahr bei der Abschlussveranstaltung des <em>Grassworks</em>-Projekts in Berlin die <a href="https://ecology.web.leuphana.de/de/grunland-kann-was/">wichtigsten Ergebnisse</a> vorgestellt wurden, haben Temperton et al. (2025) nun einen <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/rec.70109">Forschungsartikel</a> veröffentlicht, der einen Rahmen für die erfolgreiche Renaturierung von Grünland bietet und nichts Geringeres als einen dringend benötigten Leitfaden für Renaturierungsbemühungen in sozial-ökologischen Kontexten weltweit liefert.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein kurzer Rückblick: Warum brauchen wir die Renaturierung von Grünland?</strong></h3>



<p>Extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen sind nicht nur oft artenreich und erfüllen eine Vielzahl unterschiedlicher Ökosystemfunktionen, von denen auch wir Menschen profitieren, sondern sie wurden zudem im Vergleich zu anderen Lebensraumtypen vernachlässigt und übernutzt (Kan et al. 2026). Weltweit sind sie durch Zerstörung infolge von Landnutzungsänderungen sowie durch Degradation gefährdet; in weiten Teilen Europas gehören sie zu den am stärksten bedrohten Lebensraumtypen. Alarmierenderweise ist in 75 % der nach EU-Recht geschützten Grünlandschaften ein Rückgang der biologischen Vielfalt zu verzeichnen, wobei Arten verloren gehen, die speziell an offene Ökosysteme wie Grünland angepasst sind. Um den Trend des Biodiversitätsverlusts wieder umzukehren und internationale Verpflichtungen wie das EU-Gesetz zur Widerherstellung der Natur zu erfüllen, müssen wir unsere Anstrengungen zur Ausweitung der ökologischen Wiederherstellung in allen Dimensionen verstärken.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Erfolg von Renaturierung ist sozial-ökologisch – nicht nur ökologisch</strong></h3>



<p>Damit ist die soziale Dimension nicht nur ein „nettes Extra“, sondern ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Renaturierung. Wildblumenwiesen sind durch die Umwandlung in Ackerland, durch Aufforstung im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen sowie durch die städtische Entwicklung bedroht. Wir wissen, dass das Ausmaß, in dem Menschen artenreiche natürliche Lebensräume als wichtig oder renaturierungs- bzw. schutzwürdig erachten, oft davon abhängt, wie vertraut sie mit diesen Lebensräumen sind oder welche Verbindung sie zu ihnen haben. Eine transdisziplinäre Untersuchung im Rahmen des <em>Grassworks</em>-Projekts zu den Werten, die Menschen mit Grünland und dessen Renaturierung verbinden, zeigte einen Anstieg relationaler Werte im Laufe der Zeit, da die Akteure an Gruppendiskussionen und einem Austausch über verschiedene ökologische und soziale Facetten des Grünlands teilnahmen. Nach einem Prozess der gemeinsamen Entwicklung von Maßnahmen zur Renaturierung in einem Reallabor (mehr dazu später) wurden intrinsische Werte in Bezug auf Grünland weniger betont, während relationale Werte für die Akteure an Bedeutung gewannen. Solche relationalen Werte stehen oft in engem Zusammenhang mit der Motivation von Akteuren oder Interessengruppen, im Naturschutzbereich aktiv zu werden. Dennoch werden sie jedoch in Forschung und Praxis meist nicht berücksichtigt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Forschungsansatz von <em>Grassworks</em></strong></h3>



<p>Das Projekt basierte auf der Hypothese, dass eine erfolgreiche Renaturierung nur dann erreicht werden kann, wenn sowohl die ökologische Komplexität als auch das Engagement der Interessengruppen hoch sind. Um dies zu untersuchen, verglichen die Forscher*innen bereits renaturierte Gebiete mit positiven und negativen Referenzstandorten in drei verschiedenen Regionen von Nord- bis Süddeutschland unter Verwendung des Ansatzes eines natürlichen Landschaftsexperiments. Innerhalb jeder Region entwickelten sie eine nachträgliche Bewertung, um die wichtigsten Faktoren zu analysieren, die den Erfolg der Renaturierung beeinflussen. Darüber hinaus wurden in Reallaboren in allen drei Regionen gemeinsam mit lokalen Interessengruppen Renaturierungsmaßnahmen konzipiert und umgesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="571" height="415" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/Graphik-2.png" alt="" class="wp-image-1259" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/Graphik-2.png 571w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/Graphik-2-300x218.png 300w" sizes="(max-width: 571px) 100vw, 571px" /><figcaption class="wp-element-caption">In jeder Region wurden etwa 40 bereits renaturierte Grünlandstandorte untersucht und mit 10 positiven (artenreichen) sowie 10 negativen (degradierten) Referenzstandorten verglichen. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Reallabore eingerichtet.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was wurde gemessen?</strong></h3>



<p>Um zu verstehen, was den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen wirklich ausmacht, sammelten die Forscher*innen ein breites Spektrum an Daten: ökologische Variablen, landschaftsbezogene, wirtschaftliche sowie sozial-ökologische Aspekte. Aus ökologischer Sicht bewerteten die Forscher*innen die Pflanzenvielfalt, die Vegetationsstruktur, die Bodeneigenschaften sowie das Vorkommen von Schmetterlingen und Wildbienen. Da Renaturierung niemals isoliert stattfindet, wurde auch untersucht, wie sich jeder Standort in die umgebende Landschaft – also in deren Vielfalt, Beschaffenheit und landnutzungsbezogenen Kontext &#8211; einfügt. Wirtschaftliche Faktoren wie Renaturierungskosten, Finanzierungsinstrumente und Management wurden mittels Fragebögen erfasst. Und nicht zuletzt untersuchte das <em>Grassworks</em>-Team die Wahrnehmungen und Wertvorstellungen der Interessengruppen hinsichtlich der Renaturierungsansätze.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Welche Rolle spielen Reallabore für den Erfolg von Renaturierung?</strong></h3>



<p>Im Rahmen des Projekts wurden Reallabore zu Orten, an denen die gemeinsame Gestaltung von Renaturierungsmaßnahmen in die Tat umgesetzt wurde. Als Kernstück der sozial-ökologischen Dimension bringen Reallabore Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und lokale Gemeinschaften in offenen Räumen zusammen, um auf experimentelle Weise gemeinsames Lernen zu fördern. Jede der drei Regionen verfügte über ein eigenes, an die lokalen Gegebenheiten angepasstes Reallabor – von partizipativen Workshops im Norden Deutschlands über Citizen-Science-Programme und partizipative Pilotaktionen im Zentrum bis hin zur Einrichtung eines Online-Forums im Süden. Diese Räume zeigen, dass es bei der Renaturierung von Grünland nicht nur um die Ökologie geht, sondern auch um das Vertrauen und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Reallabore schaffen soziale Verbindungen sowie gemeinsame Ziele und Verständnisse, die zu einer höheren Akzeptanz von Renaturierungsmaßnahmen führen.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="683" data-id="1250" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-1250" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-1024x683.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-300x200.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-768x512.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-1536x1025.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1024" height="768" data-id="1249" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1249" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-1024x768.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-1536x1152.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55.jpg 2000w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="807" data-id="1251" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-1024x807.jpg" alt="" class="wp-image-1251" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-1024x807.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-300x236.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-768x605.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-1536x1211.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-2048x1614.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption"><em>Das Grassworks-Team in Aktion</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was passiert hinter den Kulissen von <em>Grassworks</em>?</strong></h3>



<p>Das Besondere an dieser Veröffentlichung von Temperton et al. ist, dass die Forscher*innen Überlegungen zu verschiedenen Schritten des Prozesses einfließen ließen, um die Forschung übertragbarer zu machen. So reflektieren sie beispielsweise die Auswahl der renaturierten Standorte, wobei ihnen schnell klar wurde, dass sich die Grünlandflächen in den verschiedenen Regionen Deutschlands stark voneinander unterscheiden. Das Team strebte eine ausgewogene Auswahl an Standorten an, musste sich jedoch mit dem begnügen, was die verschiedenen Gebiete zu bieten hatten. Überraschenderweise war die Suche nach geeigneten Referenzstandorten noch schwieriger als erwartet. Das ursprüngliche Ziel war es, jeden renaturierten Standort mit einem positiven und einem negativen Referenzstandort zu vergleichen, doch dies erwies sich als nicht realisierbar, da artenreiche Referenzstandorte in Deutschland offenbar eher selten geworden sind. Die Suche nach degradierten Standorten gestaltete sich jedoch noch schwieriger, da die Landbesitzer*innen interessanterweise zögerten, Grünland mit geringer Artenvielfalt zur Verfügung zu stellen. Diese Erkenntnisse erinnern uns daran, warum gesellschaftlich akzeptierte großflächige Renaturierungen dringend erforderlich sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Implikationen für die Praxis: Was ist die Take-Home Message? &nbsp;</strong></h3>



<p>Das Allerwichtigste: Wir brauchen groß angelegte Projekte wie <em>Grassworks</em>, die an vielen Standorten ein breites Spektrum an Faktoren untersuchen, sodass wir fundiertere Schlüsse darüber ziehen können, was bei der Renaturierung zum Erfolg führt. Ebenso geht es bei der Renaturierung nicht nur darum, Samen zu säen oder Veränderungen an biophysikalischen Komponenten oder der Biodiversität vorzunehmen – es geht um Vertrauen, Verbundenheit, Motivation und die Zusammenarbeit der Menschen. Um dies zu erreichen, ist ein kooperativer, lokal angepasster Ansatz am effektivsten, der die Machtverhältnisse zwischen allen Akteuren kritisch reflektiert. Ja, ein sozioökologischer Ansatz wie der des <em>Grassworks</em>-Projekts erfordert ein hohes Maß an Offenheit, Austausch und Zeit, aber der Aufwand lohnt sich! Die transdisziplinäre Berücksichtigung der sozialen und politischen Dimensionen der Renaturierung ist entscheidend für die Ausweitung der Bemühungen. Die Reallabore zeigen uns, wie eine gemeinsame Gestaltung des Prozesses zu einer besser akzeptierten und nachhaltigeren Renaturierung führen kann, und genau das brauchen wir, wenn wir den Erfolg dabei höherschrauben wollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bleib dran &#8211; <em>Grassworks</em> ist noch in Arbeit</strong></h3>



<p>In den kommenden Wochen werden mehrere wichtige Veröffentlichungen von <em>Grassworks</em> in wissenschaftlichen Fachzeitschriften erscheinen, darunter eine zentrale Studie zu den Auswirkungen verschiedener Renaturierungsmethoden auf die Vegetationsentwicklung sowie ein Artikel über die Werte, die Menschen Grünlandflächen der Landschaft. Also bleib‘ dran – und schau mal auf der <em><a href="https://grassworksprojekt.de/hintergrund-des-projekts/">Grassworks-Website</a></em> vorbei für aktuelle Informationen zu den Veröffentlichungen. Wenn du in der Zwischenzeit mehr über den Ansatz und die Reflexionen der Forscher*innen über den Prozess erfahren möchten, findest du den Artikel von Temperton et al. (2025) hier: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/rec.70109</p>



<p>Literatur: <br>Kan et al. (2026) Overlooked and overexploited: Extensive conversion of grasslands and wetlands driven by global food, feed, and bioenergy demand. PNAS. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2521183123">https://doi.org/10.1073/pnas.2521183123</a></p>



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<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der ökologischen Forschung an der Leuphana &#8211; Ein Symposium des Instituts für Ökologie</title>
		<link>https://ecology.web.leuphana.de/de/uber-die-vergangenheit-gegenwart-und-zukunft-der-okologischen-forschung-an-der-leuphana-ein-symposium-des-instituts-fur-okologie-2/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 10:22:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg feiert ihr 15-jähriges Jubiläum – und ist damit in ganz Deutschland einzigartig. Um diesen Meilenstein zu würdigen, veranstalten die einzelnen Institute der Fakultät eigene Events. Auch das Institut für Ökologie ließ es sich nicht nehmen, mitzufeiern. Am 05. November begaben sich die Institutsangehörigen, Praxispartner*innen und ein breites Publikum [&#8230;]]]></description>
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<p id="block-5dadc3f0-f439-43e6-ada0-52b714d03d01">Die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg feiert ihr 15-jähriges Jubiläum – und ist damit in ganz Deutschland einzigartig. Um diesen Meilenstein zu würdigen, veranstalten die einzelnen Institute der Fakultät eigene <a href="https://www.leuphana.de/einrichtungen/fakultaet/nachhaltigkeit/ueber-die-fakultaet/jubilaeum-fakultaet-nachhaltigkeit.html">Events</a>. Auch das Institut für Ökologie ließ es sich nicht nehmen, mitzufeiern. Am 05. November begaben sich die Institutsangehörigen, Praxispartner*innen und ein breites Publikum aus Ökologie-Interessierten auf eine Reise durch die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der ökologischen Forschung an der Leuphana. Mit mehr als 80 Gästen und bei einem Ausblick auf die bunten Bäume des Campus und herbstlicher Nachmittagssonne eröffneten <strong>Prof. Dr. Vicky Temperton</strong>, Leiterin des Instituts, und die Moderatorin <strong>Dr. Agnes Friedel</strong>, Referentin für Qualitätsmanagement und Studiengangsentwicklung in der Fakultät, die Veranstaltung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image.jpeg" alt="" class="wp-image-1144" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Eine Zeitreise durch die Ökologie</strong></h3>



<p>In der ersten Hälfte wurden die Teilnehmenden mit Tandemvorträgen der Professor*innen des Instituts durch die verschiedenen Forschungsbereiche geführt. Dabei traten ehemalig leitende oder langjährige Professor*innen zusammen mit den aktuell leitenden Professor*innen der jeweiligen Bereiche auf. Den Startschuss für die Zeitreise gaben <strong>Prof. Dr. Brigitte Urban</strong>, Leiterin der Arbeitsgruppe für Landschaftswandel, und <strong>Prof. Dr. Vicky Temperton</strong> ab, mit einem Blick darauf, was uns die Geschichte der Ökologie über die Gegenwart und Zukunft erzählen kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-1145" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Brigitte Urban stellte mehrere Forschungsvorhaben zur ökologischen Geschichte vor. Angesichts der zunehmenden menschlichen Einflüsse auf unsere Umwelt ist es besonders relevant, ehemalige Ökosysteme zu rekonstruieren, um den heutigen Zustand zu verstehen und ein effektives Landschaftsmanagement zu ermöglichen. Während die Vergangenheit uns lehrt, dass Besiedlung und menschliche Landnutzung vielerorts langfristige Probleme wie Bodenerosion auslösen können, gibt es auch positive Beispiele für natürliche Widerstandsfähigkeit. Eine gute Nachricht liefern hier die Moore: Forschungen zur historischen Entwicklung von Hochmoorvegetation verraten, dass Hochmoore bis in die Neuzeit eine hohe Anpassungsflexibilität gegenüber rein klimatisch bedingten Veränderungen besitzen. Jedoch steigt der Druck auf Hochmoore durch die menschliche Nutzung und den Klimawandel, wodurch diese Flexibilität auf die Probe gestellt wird. Geht man noch weiter in die Vergangenheit zurück, etwa bis in die letzte Warmzeit vor ungefähr 125.000 bis 115.000 Jahren, so stößt man auf sehr große Pflanzenfresser, die sogenannten Megaherbivoren. Sie spielten möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Vegetation. Wie sähe unsere Landschaft wohl heute aus, wenn es noch Megaherbivoren gäbe? Brigitte Urban forscht nach.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4.jpeg" alt="" class="wp-image-1147" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte der Ökologie selbst in die Hand nehmen</strong></h3>



<p>Was passiert mit Ökosystemen, wenn Arten verloren gehen? Und wie werden Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen dadurch beeinträchtigt? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich Vicky Temperton in ihrer Forschung. Beim Erhalt und der Wiederherstellung der Biodiversität geht es nicht nur um Artenvielfalt, sondern auch darum, welche Pflanzen mit welchen Funktionen und Interaktionen eine Rolle spielen. Aufgrund des zunehmenden Biodiversitätsverlustes wird es immer wichtiger, die Entwicklung von Pflanzengemeinschaften zu verstehen, um Biodiversität wiederherstellen zu können. „Prioritätseffekte“ zeigen, dass die Entwicklungsgeschichte einer Gemeinschaft, durch zuerst angekommene Arten, nicht nur die Artenzusammensetzung, sondern auch Ökosystemfunktionen beeinflusst. Frau Temperton zeigte dem Publikum, dass Ökolog*innen bei der Zeitreise durch die Entwicklung von Pflanzengemeinschaften nicht nur Zuschauer*innen sind, sondern die Geschichte der Pflanzen selbst verändern können und vielleicht sogar sollten, um Biodiversität oder bestimmte Funktionen zu fördern. So könnten positive Interaktionen bestimmter Artengruppen genutzt werden und die Reihenfolge der Ankunft der Pflanzen in einem bestimmten Ökosystem verändert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Künstliche Intelligenz zur Hilfe</strong></h3>



<p>Als Ausblick der Forschung blieb keiner der Tandemvorträge ohne die Vorstellung neuer Forschungsmethoden und -vorhaben in den jeweiligen Bereichen. Ein Blick in die Zukunft der Ökologie zeigt, dass maschinelles Lernen mithilfe von KI in Biodiversitäts-Experimenten tatsächlich zum gewünschten Durchbruch führen kann. So ist KI sowohl als Messwerkzeug als auch für die interdisziplinäre Integration von ökologischem Wissen hilfreich.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein Plädoyer für Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis</strong></h3>



<p>Am Ende des ersten Tandemvortrags kam die große Frage auf, wie sich all dieses gesammelte ökologische Wissen in der Gesellschaft integrieren lässt. Haben Sie schon einmal etwas von Reallaboren gehört? In diesem Format erarbeiten Akteure aus Wissenschaft und Praxis gemeinsam Problemlösungen. Im Vordergrund steht dabei das gegenseitige Lernen in einem experimentellen Umfeld. Für Vicky Temperton sind Reallabore in der sozial-ökologischen Forschung zur Renaturierung degradierter Ökosysteme wichtig. „Wenn Reallabore hochskaliert werden, bringen sie großes Potenzial für eine Transformation mit sich.“, so die Professorin für Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen. Und diese Transformation mit einer Balance zwischen ökologischer und sozialer Perspektive ist unbedingt notwendig, um Ökosysteme erfolgreich zu renaturieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2.jpeg" alt="" class="wp-image-1146" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Insekten sind unglaublich wichtig für alles, was wir tun“</strong></h3>



<p>Weiter in der Zeitreise ging es mit <strong>Prof. Dr. Michael Staab</strong>, der die Abteilung für Tierökologie und trophische Interaktion leitet. Er gab, auch stellvertretend für den verhinderten <strong>Prof. Dr. Thorsten Assmann</strong>, Professor für Ökologie mit Schwerpunkt Tierökologie, Einblicke in die große Vielfalt und Bedeutung von Insekten und deren Ökosystemfunktionen. Auch in der Tierökologie spielt die Vergangenheit eine große Rolle, wie Thorsten Assmanns Forschung zur Bedeutung der Eiszeiten für die heutige ökologische Zusammensetzung zeigt. Der Käfer-Experte ist zudem der Einzige, der durch ein Biodiversitätsmonitoring in der Lüneburger Heide den Rückgang von Laufkäfern dargestellt hat. Das rasant steigende Artensterben ist in der tierökologischen Forschung ein ständiger Begleiter und Grundlage vieler Forschungsvorhaben.</p>



<p>So beschäftigt sich Michael Staab unter anderem damit, wie Interaktionen zwischen Arten ökosystemrelevante Funktionen hervorbringen. Was ändert sich in der Biodiversität und in den Interaktionen, wenn sich die Umwelt ändert? Untersuchungen von Bäumen in Südostchina zeigen, dass es bei mehr Arten auch mehr Interaktionen gibt. Ein Rückgang der Arten kann sich also wesentlich auf die Interaktionen zwischen den verbleibenden Arten auswirken – und das nicht im positiven Sinne. Ein weiterer Schwerpunkt von Staabs Forschung ist der Einfluss der Landnutzungsintensität auf die Insektenvielfalt. Seine Forschung zeigt: Wo die Landnutzung besonders intensiv ist, wird die Landschaft homogen und auch das Mikroklima in Ökosystemen verliert seine Vielfalt. In einem neuen Projekt sollen Drohnenaufnahmen genutzt werden, um zu erforschen, wie sich die mikroklimatischen Bedingungen durch verschiedene Formen der Landnutzung ändern und dadurch Insekten ihre Lebensräume verlieren. Eine Folge des Verlustes von Insekten: Schwindet die Insektenvielfalt, gerät das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Um das zu verhindern, braucht es eine weniger intensive Nutzung – etwa durch extensive Beweidung und zeitlich gestaffelte Mahd.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3.jpeg" alt="" class="wp-image-1148" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Das Artensterben ist der Verlust des naturhistorischen Gedächtnisses unserer Erde.“</strong></h3>



<p>„Können wir uns das leisten?“, fragte <strong>Prof. Dr. Werner Härdtle</strong>, Professor für Landschaftsökologie und Naturschutz. Er vollendete die Vortragsreise zusammen mit <strong>Prof. Dr. Sylvia Haider</strong>, der Leiterin der Arbeitsgruppe für Vegetationsökologie und Biodiversitätsforschung. Die klare Botschaft der beiden: Artenarmut ist keine Option – pflanzliche Vielfalt sichert Ökosystemfunktionen. Mit eindrucksvollen Bildern verglich Werner Härdtle das Abbrennen der tropischen Regenwälder mit dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar vor 20 Jahren, bei dem Tausende weltweit einzigartiger Bücher verbrannten. Dieser Vergleich veranschaulichte den enormen Verlust an Arten bei der Vernichtung der Regenwälder. Härdtle berichtete von jahrzehntelanger Forschung in den Subtropen Chinas, bei der 400.000 Bäume gepflanzt wurden, um den Einfluss der Artenvielfalt experimentell zu untersuchen. Mit leuchtenden Augen und ansteckender Begeisterung stellte der Professor das Ergebnis vor: Eine reiche Baumartenvielfalt kann die Produktivität der Wälder um bis zu 100 % steigern. Zudem helfen diese Effekte, wenn die Bäume unter Stress stehen, etwa durch den Klimawandel. Trockenheitsempfindliche Arten werden durch die Biodiversität stärker unterstützt. Solche Biodiversitätseffekte brauchen jedoch Zeit und die sollten wir der Natur geben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5.jpeg" alt="" class="wp-image-1149" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Sylvia Haider fokussierte sich auf die Gegenwart und Zukunft der Biodiversitätsforschung. Sie betonte die Rolle der funktionellen Biodiversität, also der Vielfalt unterschiedlicher funktioneller Merkmale. Auch diese Art der Biodiversitätsforschung zieht veränderte Umweltbedingungen durch Klimawandel, von Menschen verursachte Störungen und die Einführung invasiver Arten, und deren Einfluss auf funktionelle Merkmale in Betracht. Haider und ihre Kolleg*innen sind Teil einer weltweit fast einzigartigen Arbeitsgruppe, die die funktionellen Merkmale von Bäumen zwischen Arten, innerhalb von Arten und auch innerhalb von Individuen misst. Das Ergebnis: Eine hohe funktionelle Diversität geht mit einer hohen Vielfalt an Ökosystemfunktionen einher. Überraschenderweise kommt dabei ein substanzieller Anteil der Variabilität aus der Individualität der Bäume.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Neue Lebensräume in der Höhe</strong></h3>



<p>Richten wir den Blick zum Abschluss noch einmal auf eine andere Ebene, und zwar auf die der Gebirge und der Forschung zur Pflanzendiversität entlang von Höhengradienten. Wie verändern sich die Ökosysteme in vulnerablen Gebirgsregionen und welchen Einfluss haben dabei gebietsfremde, eingewanderte Arten? In der Fragerunde kam das Thema der infolge des Klimawandels stattfindenden Migration von Arten in die Höhe auf. Einerseits entstehen dadurch neue Lebensräume, was zum Schutz von Arten führen kann, so Haider. Andererseits werden auch bestehende Interaktionen auseinandergerissen und Arten, die vorher in den Gebirgen spezialisiert waren, werden von migrierenden Arten verdrängt. Nun muss erforscht werden, wie sich diese Verschiebung in Zukunft auf die Biodiversität in der Höhe auswirkt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7.jpeg" alt="" class="wp-image-1151" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Quo vadis Ökologie?“ – Eine Podiumsdiskussion mit Blick in die Praxis und in die Zukunft</strong></h3>



<p>Mit sinkender Sonne im Gesicht und Fragen zur Zukunft der ökologischen Forschung im Kopf ging es nach einer kurzen Pause zur Stärkung mit der Podiumsdiskussion weiter. Auf dem Podium saßen <strong>Prof. Dr. Andreas Fichtner</strong>, Professor für Vegetationsökologie und Biodiversitätsforschung, aus der Praxis <strong>Dr. Heike Brenken</strong>, Landschaftsplanerin im Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide, sowie <strong>Prof. Dr.</strong> <strong>Vicky Temperton</strong> und <strong>Prof. Dr.</strong> <strong>Michael Staab</strong>. Über der ersten Hälfte der Diskussion schwebte die große Frage nach der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis und dem Gelingen einer Transformation hin zu Nachhaltigkeit.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6.jpeg" alt="" class="wp-image-1150" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Wir können einfach nicht so weiter machen, es gibt keine drei Erden!“</strong></h3>



<p>&#8211; betonte Vicky Temperton. Wie können die Ergebnisse von Reallaboren breit umgesetzt und Praxispartner*innen dabei mit einbezogen werden? Laut Temperton sind für die Hochskalierung solcher Projekte nicht nur die Ergebnisse wichtig, sondern auch der Prozess selbst. Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure wird Vertrauen aufgebaut, ohne welches eine Transformation nicht möglich ist. Heike Brenken spricht aus ihrer Praxiserfahrung, wenn sie sagt, dass die Grundlagenforschung der Wissenschaft zwar wichtig ist, es aber auch Hilfe braucht, um die Ergebnisse vor Ort umzusetzen. Hier sind vor allem die Verwaltung und die Politik gefragt. Wichtig sei auch mal ein Artikel in der Lokalzeitung oder ein Vortrag auf dem Hoffest, um das Verständnis der Bürger*innen für Naturschutz zu erhöhen. Als Antwort auf den Appell an die Verwaltung meldete sich aus dem Publikum eine Stimme aus der Unteren Naturschutzbehörde Lüneburgs. Der Teilnehmer versicherte, dass auch in der Verwaltung das Bemühen vorhanden sei, doch stoße man oft auf viele Auflagen. Die Stellschraube liegt also auch bei den Menschen, die die Regularien für Natur- und Artenschutz verändern können. Ein Hoffnungsschimmer könnten die Student*innen sein, die an der Universität als „change agents“ ausgebildet werden, um später mit einem breiten thematischen Überblick die Schnittstelle zwischen Praxis und Wissenschaft zu bilden.</p>



<p>Im Endspurt der Zeitreise lenkte die Moderatorin Agnes Friedel den Blick abschließend auf die drängenden ökologischen Fragen der nächsten 15 Jahre vor dem Hintergrund des Globalen Wandels. Andreas Fichtner sprach von drei wichtigen Säulen der Zukunft: Stabilität der Ökosysteme, Anpassung an den Globalen Wandel und ein respektvollerer Umgang mit unserer Umwelt. In der Umsetzung werde jedoch oft die Kernbotschaft der Forschung nicht verstanden. Dabei spielen unsere Werte eine besondere Rolle. Was finden wir wichtig? Was motiviert uns? Das Verständnis und Bewusstsein für die Auswirkungen des Globalen Wandels auf Ökosysteme, die Ökolog*innen bei ihrer Forschung erfahren, muss sich in der Gesellschaft verbreiten.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Aber was sind denn nun ganz konkrete Schritte, um Biodiversität zu schützen?</strong></h3>



<p>&#8211; fragte sich ein Teilnehmer und vielleicht auch manche Leser*innen dieses Artikels. Es gibt vieles, das für den Erhalt der Biodiversität getan werden kann und sollte. Hier ein paar Vorschläge aus Podium und Publikum: &nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Bewusstsein, dass wir ohne die Natur nicht leben können, in der Gesellschaft und Politik verbreiten</li>



<li>Landnutzung ändern, etwa durch weniger Fleischkonsum</li>



<li>Ökologische Leistungen auch in der Ökonomie honorieren</li>



<li>Bereiche wie Agrar- und Forstwirtschaft umweltorientierter und weniger produktionsorientiert gestalten</li>



<li>Die Motivation für Umweltschutz schon in frühem Alter in der Schule erzeugen</li>
</ul>



<p>Dabei liegt die Verantwortung zu einem großen Teil bei der Politik, doch auch Graswurzelbewegungen aus der Gesellschaft heraus sind gefragt. Das Podium und auch das Publikum waren sich einig: Die Menschen müssen für den Schutz der Biodiversität brennen!</p>



<p>Unsere Reise durch verschiedene Zeiten und Forschungsbereiche hat gezeigt, dass Kommunikation eine zentrale Rolle für den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen spielt – denn nur, wenn wir miteinander im Austausch bleiben und zusammenarbeiten, können wir dieses Ziel erreichen. Mit diesen Schlussworten verabschiedete Agnes Friedel die Teilnehmenden des Symposiums in den Abend. Und mit diesem Gedanken verabschiedet auch dieser Artikel seine Leser*innen auf ihrem weiteren Weg in eine Zukunft, die bedeutender für die Entwicklung der Ökologie nicht sein könnte. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Fotos: ©Jennifer Fandrich / Leuphana</p>



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		<title>Grünland kann was! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 09:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem Grassworks-Blog veröffentlicht. Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das Grassworks-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative [&#8230;]]]></description>
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<p><em>Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem <a href="https://grassworksprojekt.de/blog/gruenland-kann-was/">Grassworks-Blog</a> veröffentlicht. </em><br><br><em>Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier </em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das <em>Grassworks</em>-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative für den Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein gelungener Abschluss und ein hoffnungsvoller Tag für die Renaturierung von artenreichem Grünland</strong></h3>



<p>Endlich war es so weit: bei der <a href="https://grassworksprojekt.de/grassworks-abschlussveranstaltung/"><em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung</a> stellten wir unsere Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren bei der Renaturierung artenreicher Wiesen und Weiden aus den Blickwinkeln der Ökologie, Ökonomie und Sozial-Ökologie vor. Im gläsernen Saal der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin empfingen wir rund 50 Teilnehmer:innen mit dem Geruch von Heu, viel Anschauungsmaterial zu regionalen Wildpflanzenmischungen und einem spannenden Vortragsprogramm. Zusätzlich nahmen knapp 200 weitere Personen online an der Veranstaltung teil.</p>



<p>Forscher:innen von <em>Grassworks</em> und unsere geladenen Gäste präsentierten und diskutierten über die Faszination Grünland, wie es um seine Wiederherstellung steht und was wir für artenreiches Grünland tun können. Die bekannte Moderatorin Dr. Tanja Busse, die über sehr viel Erfahrung im Zusammenbringen der Themen Landwirtschaft und Biodiversität verfügt, setzte mit gewohnt scharfem Verstand und Charme den Gesamtrahmen. Die Veranstaltung wurde von <strong>Dr.</strong> <strong>Tanja Busse</strong> und <strong>Prof. Vicky Temperton </strong>mit Worten zur Dringlichkeit des Zusammenbringens von Artenvielfalt und Landwirtschaft eröffnet. Nur wenn wir einen Weg des Miteinanders finden, kann es eine nachhaltige Zukunft geben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="563" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg" alt="" class="wp-image-984" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-300x186.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-768x477.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Prof. Vicky Temperton, Co-Projektleiterin mit Prof. Anita Kirmer, hat die Ziele der Veranstaltung und den Rahmen des <em>Grassworks</em>-Projektes vorgestellt, gefolgt von einem Überblick über die Ziele und Projekte der <a href="https://www.feda.bio/de/">FEdA-Forschungsinitiative</a> von <strong>Dr. Julian Taffner</strong>, dem Leiter der zentralen Koordinationsstelle.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Erkenntnisse aus dem <em>Grassworks</em>-Projekt: Vielfältige Perspektiven auf eine multifunktionale Grünlandrenaturierung- Grünland kann was!&nbsp;</strong></h3>



<p><strong>Prof. Anita Kirmer</strong> präsentierte die ökologischen Ergebnisse einer post-hoc Analyse von Renaturierungsmaßnahmen auf 121 in ganz Deutschland verteilten Flächen. Hier ging es darum, den ökologischen Erfolg in bereits renaturierten Flächen in drei unterschiedlichen Regionen entlang eines Nord-Süd-Gradienten in Deutschland zu erfassen. Durch den Vergleich mit artenreichen und degradierten Referenzgrünlandflächen ließ sich eindrucksvoll zeigen, dass die Renaturierung auf den untersuchten Grünlandflächen alles in allem erfolgreich war. Besonders geeignete Renaturierungsmaßnahmen waren insbesondere die Verwendung von Direkterntemethoden (bspw. Mahdguttransfer) und die Einsaat regionaler Wildpflanzenmischungen. Sind die Pflanzenarten erst einmal wieder etabliert, kommen die Bienen und Schmetterlinge nach.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="559" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg" alt="" class="wp-image-987" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-300x185.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-768x473.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p><strong>Prof. Volker Beckmann</strong> ergänzte eine ökonomische Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit von extensiver Pflege. Anhand von den betriebswirtschaftlichen Daten der Bewirtschafter:innen ermittelte sein Team, dass die durchschnittliche Förderung den Mehraufwand der extensiven Bewirtschaftung noch nicht ausgleichen kann.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="603" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-985" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-300x199.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-768x511.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Anschließend berichtete <strong>Konrad Gray</strong> über die transdisziplinäre Arbeit in den Reallaboren, wo die Renaturierung artenreichen Grünlandes in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokalen Akteur:innen gemeinsam erprobt wurde. So kann die aktive Auseinandersetzung zwischen Akteur:innen und mit ihrer Umwelt vielseitige und plurale Werte und Beziehungen miteinander und mit der Natur stärken. Durch gestärkte soziale und sozial-ökologische Bindungen wird nicht nur die Renaturierung von Grünland erfolgreicher, sondern es lassen sich hoffentlich auch langfristig nachhaltige Nutzungskonzepte durch enge Kollaboration schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="567" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg" alt="" class="wp-image-990" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-300x188.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-768x480.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Dann stellte <strong>Dr. Michaela Meyer</strong> vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e. V. (DVL) Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis vor. Der kürzlich veröffentlichte Praxisleitfaden “<strong>Artenreiche Wiesen und Weiden erfolgreich anlegen</strong>” steht kostenlos zum <a href="https://www.dvl.org/publikationen/dvl-schriftenreihe">Download</a> bereit. Darin finden Sie Informationen zu rechtlichen Hintergründen, Fördermöglichkeiten und Ratschläge, wie Hindernisse und Herausforderungen gemeistert werden können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="505" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg" alt="" class="wp-image-988" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-300x167.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-768x428.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Zum Abschluss hat <strong>Prof. Vicky Temperton</strong> einen großen integrativen Bogen gezogen zwischen den Ergebnissen aus ökologischer, sozialwissenschaftlicher und sozialökologischer Perspektive.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg" alt="" class="wp-image-989" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Die ökologischen Ergebnisse wirken auf dem ersten Blick vielversprechend, aber ein nuancierter zweiter Blick zeigt, wie wichtig es ist, der Variabilität in den Ergebnissen und der Rolle der Bewirtschaftungsweise hierbei Beachtung zu schenken. Hier könnte der seit langem beobachtete Artenschwund und die Wahrnehmung von reduzierter Artenvielfalt als die neue Normalität, der sogenannten “Shifting Baseline” Effekt, eine Rolle spielen. Die artenreichen Referenzflächen waren zwar in einem guten Zustand, aber nicht mehr so artenreich wie vor fünfzig oder hundert Jahren. Somit sehen die Erfolge auf den renaturierten Flächen womöglich besser aus, als sie es gegenüber artenreichen Wiesen und Weiden aus den 1950er Jahren wären. Aus der sozialen Perspektive zeichnet sich ab, dass Renaturierungsprojekte, die partizipativ und sind weniger hierarchischgeführt werden, erfolgreicher sind (zumindest in der Wahrnehmung der Teilnehmenden). Die Mitarbeit und das <em>Mit-Erschaffen</em> (<em>co-creation)</em> in Renaturierungsprojekten hat zu einer Verstärkung relationaler Werte geführt. Diese sogenannten Beziehungswerte sind wichtig für die Verbindung mit dem Lebensraum Grünland und stärken die Motivation diesen zu erhalten. Interessanterweise erwies artenreiches Grünland zum einen als „Problemkind“ im Biodiversitätsverlustbereich und gleichzeitig als Zugpferd für eine Transformation hin zu mehr Vielfalt.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden – Zeugnis unserer Kulturlandschaft – Ergebnis von Mensch-Natur Beziehungen</strong></h3>



<p><strong>Die <em>Grassworks</em>-Hypothese</strong></p>



<p>Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im Grassworks-Projekt sind sich einig, dass eine erfolgreiche Renaturierung von Grünland nur dann gelingen kann, wenn in die artenarmen Flächen gebietseigene Wildpflanzen, insbesondere Kräuter, etabliert werden können. Dies kann mittels Direkterntemethoden oder der Ansaat artenreicher Samenmischungen aus zertifizierter, regionaler Vermehrung erfolgen. Um die Etablierung dieser eingebrachten Wildpflanzen zu ermöglichen, muss die Fläche gut vorzubereitet werden, d. h. eine Narbenstörung ist unbedingt notwendig. Gleichzeitig schloss der DVL aus der gemeinschaftlichen, wissenschaftlichen und praktischen Arbeit, dass das Miteinander zwischen Landwirt:innen und den Akteuren des Naturschutzes von großer Wichtigkeit ist. Renaturierung und Erhalt von artenreichem Grünland gestaltet sich um ein Vielfaches leichter und erfolgreicher, wenn beide Akteursgruppen nicht als Antagonist:innen agieren. Vielmehr müssen diese als Partner:innen in Beratung und Begleitung eines Vorhabens kollaborieren und sich gegenseitig unterstützen.</p>



<p>Dass ein Miteinander von Akteuren aus Naturschutz und Landwirtschaft besser funktioniert als ein Gegeneinander, wurde auch von den Teilnehmer:innen der abschließenden <strong>Podiumsdiskussion</strong>, <strong>Dr. Jürgen Metzner</strong> vom DVL, <strong>Prof. Sabine Tischew</strong> von der Hochschule Anhalt, <strong>Dr.</strong> <strong>Julian Taffner</strong> von der FEdA und <strong>Steffen Pingen</strong> vom Bundesbauernverband, immer wieder betont. Trotz Differenzen herrschte Einigkeit, dass mehr Anstrengungen zum Schutz von Grünlandökosystemen notwendig seien, aber auch darin, dass die bisherigen Konzepte insbesondere zur Honorierung und Einbeziehung der Landwirte nicht ausreichen. Es kam der Gedanke auf, dass es durchaus eine gute Idee sein könnte, wenn der Bauernverband mit dem DVL zusammen nach Brüssel reisen würde. Die unterschiedlichen Perspektiven der geladenen Gäste wurden von <strong>Dr. Tanja Busse</strong> professionell moderiert und etwaige Widersprüche gekonnt in Szene gesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg" alt="" class="wp-image-986" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Auch die Forschung in den Reallaboren belegte eine große Übereinstimmung zwischen den Teilnehmenden. Denn auch die Akteur:innen entdeckten, dass sie eine vielfältige Wertschätzung für Grünland teilten und tauschten sich intensiv miteinander aus, welche Bedeutung Wiesen und Weiden für sie in ihrer Heimat haben. Durch diese gefestigten und vielschichtigen Beziehungen mit und um Grünland ließen sich in den Projektregionen Ansätze erarbeiten, die den Zustand und das gesellschaftliche Ansehen artenreichen Grünlandes nachhaltig verbessert haben, was hoffentlich noch lange Bestand hat. Ein Mehr an Verständnis und Wertschätzung füreinander, zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft, kann so einen transformativen Wandel anstoßen, bei dem Grünland als sozial-ökologisches System gesellschaftlich getragenen Artenreichtum produziert. Eine direktere Einbindung in lokale Systeme kann zur (nicht-) monetären Honorierung beitragen und somit die erkannte Lücke an Wertschaffung und Wertschöpfung adressieren. Denn die maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit beitragenden Fördermaßnahmen sind nicht nur häufig betriebswirtschaftlich unzureichend, sondern auch zu kompliziert oder unflexibel für Bewirtschafter:innen und Naturschutzziele.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gastvorträge zum Thema Multifunktionalität von Grünland</strong></h3>



<p>Einleitende Worte gab <strong>Prof. Josef Settele</strong>, bekannt als Bestäubungsexperte im IPBES (Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services), mit einem Rundumblick auf den Artenverlust und der elementaren Rolle des Grünlandes. Er betonte dabei den engen Zusammenhang zwischen der Vielfalt im Offenland und Grünland und der Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Das Potenzial der Natur, auf kontinuierliche und nachhaltige Weise zur guten Lebensqualität der Menschen beizutragen, ist bei nahezu allen untersuchten Ökosystemleistungen gesunken.&nbsp;Nur durch die Wiederherstellung von artenreichen Ökosystemen ist es möglich, dieser Entwicklung entgegentreten.</p>



<p><strong>Prof. Eckhard Jedicke</strong> von der Hochschule Geisenheim folgte mit einem klaren Pläidoyer für den Ansatz der Multifunktionalität als Bestandteil einer Transformation hin zu mehr Vielfalt. Nur wenn die wahren Werte des artenreichen Grünlandes, d. h. was es uns geben kann (den Beitrag zum Gemeinwohl), von unserer Gesellschaft klarer wahrgenommen und wertgeschätzt werden, ist eine Transformation möglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg" alt="" class="wp-image-991" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p>Zum Abschluss hat <strong>Simon Keelan</strong> vom Bundesamt für Naturschutz die ersten Eckpunkte der Planung zur Durchführung der EU-Wiederherstellungsverordnung (EU Restoration Regulation) vorgestellt, und klar gemacht, dass dieser gesetzliche Meilenstein sowohl eine große Chance als auch eine Herausforderung darstellt. Die Kernergebnisse von Projekten wie <em>Grassworks</em> werden bei der flächenhaften Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>So kann es gehen …&nbsp;</strong></h3>



<p><strong>Dr. Simone Schneider</strong> vom SICONA Naturschutzsyndikat Luxemburg präsentierte den eindrucksvollen nationalen Aktionsplan zum Erhalt und der Wiederherstellung artenreichen Grünlandes in Luxembourg, gekennzeichnet durch die klare Priorisierung von notwendigen Maßnahmen. Im Umfang dessen werden jeder Naturschutzbehörde und Organisation personelle und finanzielle Kapazitäten bereitgestellt, um die hoch gesetzten Ziele zu erreichen und insbesondere die persönliche Beratung und Kollaboration mit Landwirt:innen vor Ort zu ermöglichen. Zusätzlich wurde ein Forum auf hoher politischer Ebene gegründet, in welchem zukünftige Positionen und Strategien im Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz für die nationale Ebene ausgearbeitet werden sollen. Insgesamt ein sehr positiver Ausblick für Grünland.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fazit &amp; Ausblick</strong></h3>



<p>Alles in allem wurde aus den Ergebnissen des <em>Grassworks</em>-Projektes, den Gastvorträgen sowie Publikumsgesprächen und der Podiumsdiskussion deutlich: <strong>Artenreiches Grünland kann was!</strong> Und dafür ist es notwendig, dass Naturschutz, Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist außerdem von Bedeutung, die vielfältigen Werte und Beziehungen bezüglich des artenreichen Grünlandes ins Bewusstsein zu rufen und spürbar zu machen. Deshalb wird nicht nur bei <em>Grassworks</em>, sondern auch bei vielen weiteren akademischen, politischen und gesellschaftlichen Initiativen daran gearbeitet, Gemeinwohlleistungen des Grünlandes bewusst zu machen und dessen Wertschätzung zu verbessern. Derzeit bereiten Forscher:innen aus <em>Grassworks</em> eine Liste von Kernforderungen an die Politik und weitere relevante Akteure vor, um diesen Weg voranzubringen.</p>



<p>Die Präsentationen, Diskussionen und Gespräche der <em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung konnten Wege und Mittel aufzeigen, wie Forschung und Praxis erfolgreich in Schutz und Wiederherstellung artenreichen Grünlandes zusammenarbeiten und wie die derzeitigen Ansätze weiterentwickelt werden können. Denn Grünland kann was. <strong>Lasst uns dieses Potential nutzen!</strong></p>
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		<title>Start des Living Lab in Rutsiro: Sozial-ökologische Systemperspetive auf Renaturierung in Ruanda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;William Apollinaire]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 11:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinarität]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial-ökologische Systeme]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Das Forschungsprojekt Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist aufgrund der zunehmenden Landdegradation, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels zu einer globalen Priorität geworden. Dennoch sind die ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Auswirkungen von Restaurierungsmaßnahmen noch unzureichend verstanden. Das DFG-Forschungsprojekt Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas (2023–2028) zielt darauf ab, ein umfassendes Rahmenwerk [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><strong><em>Info: Das Forschungsprojekt</em></strong></p>



<p><em>Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist aufgrund der zunehmenden Landdegradation, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels zu einer globalen Priorität geworden. Dennoch sind die ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Auswirkungen von Restaurierungsmaßnahmen noch unzureichend verstanden. Das DFG-Forschungsprojekt <a href="https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/496337053?language=de">Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas</a></em> <em>(2023–2028) zielt darauf ab, ein umfassendes Rahmenwerk zu entwickeln, das die Wiederherstellung von Ökosystemen aus einer sozial-ökologischen Systemperspektive betrachtet, um die Mechanismen hinter unterschiedlichen Restaurierungsergebnissen besser zu verstehen.</em></p>



<p><em>Mit einem Fokus auf West-Ruanda, das eine Vorreiterrolle in der globalen Restaurierung einnimmt, soll das Projekt sowohl standortspezifische Erkenntnisse gewinnen als auch übertragbares Wissen für weltweite Restaurierungsmaßnahmen generieren. Das interdisziplinäre Forschungsteam umfasst Wissenschaftler:innen der Leuphana Universität (Institut für Sozial-Ökologische Systeme (SESI) und Institut für Ökologie (IE)), der Universitäten in Göttingen und Kassel sowie auch der FU Berlin. Die Forschungseinheit gliedert sich in acht miteinander verbundene Teilprojekte, die in vier Cluster organisiert sind (siehe unten). Durch eine Kombination aus nachträglichen Bewertungen, partizipativen Experimenten und zukunftsorientierter Szenarioplanung soll ein umfassendes Verständnis der Dynamik von Ökosystemrestaurierung entwickelt werden. Die Erkenntnisse sollen die Restaurierungswissenschaft und sozial-ökologische Forschung voranbringen, direkte Vorteile für Restaurierungsmaßnahmen in Ruanda bieten und global zur Verbesserung von Restaurierungspraktiken beitragen.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="666" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1024x666.png" alt="" class="wp-image-965" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1024x666.png 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-300x195.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-768x499.png 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1536x998.png 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1.png 1731w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die vier Forschungsprojektcluster zum sozial-ökologischen Systemansatz für die Renaturierung von Ökosystemen.<br>Quelle: <a href="https://ecosystemrestoration.net/subprojects/">https://ecosystemrestoration.net/subprojects/</a></figcaption></figure>



<p><em>Eines der Teilprojekte (SP7), geleitet von Vicky Temperton vom Leuphana Institut für Ökologie und Stefan Sieber (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.), konzentriert sich auf den Aufbau eines Living Labs, das Wissenschaft und Praxis in den ruandischen Restaurierungsmaßnahmen miteinander verbinden soll. Während frühere Restaurierungsprojekte hauptsächlich auf Eukalyptus-Monokulturen setzten, fördern neue Initiativen den Einsatz heimischer Baumarten, um die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu verbessern. Mit einem transdisziplinären Ansatz arbeitet SP7 mit Stakeholdern zusammen, um Restaurierungslösungen gemeinsam zu entwerfen, zu erarbeiten und zu bewerten. Wissenschaftliche Experimente werden in zwei Governance-Modellen durchgeführt, um deren Auswirkungen auf Biodiversität, Resilienz und Lebensgrundlagen zu vergleichen.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><em>Der folgende Artikel wurde ursprünglich von Dr. William Apollinaire auf dem <a href="https://ecosystemrestoration.net/">Blog &#8220;Ecosystem Restoration&#8221; </a>verfasst und veröffentlicht.</em></p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="960" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-960" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="962" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-962" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="961" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-961" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption"><em>Fotos der Living Lab Standorte im Gihango-Sektor: Zwischenfruchtanbau und Agroforstwirtschaft in lokalen Hausgärten.<br>Fotos: Dr. William Apollinaire</em></figcaption></figure>



<p>Nach dem <em>Rwanda Restore</em>-Projektauftakt in Kigali im Januar 2024 und einer Konferenz mit Restaurierungsstakeholdern vom 19. bis 21. Februar 2025 wurde das Living Lab der SP7-Forschungseinheit am 25. Februar 2025 offiziell im Rutsiro-Distrikt im Westen Ruandas eröffnet.</p>



<p>An den Workshops nahmen 42 Personen aus Wissenschaft, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie lokalen Gemeinschaften teil. Ziel war es, einen Living Lab Roundtable zu etablieren, zwei Governance-Modelle für das Living Lab zu definieren und eine Verhaltensrichtlinie sowie eine Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Workshops Herausforderungen und Chancen für die Renaturierung in Rutsiro in der Gegenwart, mittelfristig und langfristig diskutiert – unter Anwendung des Three Horizons Approach zur strategischen Renaturierungsplanung in der Region.</p>



<p>In Kleingruppen entwickelten die Teilnehmenden den Verhaltenskodex, Kommunikationsprinzipien und Strategien sowie eine dreistufige Zukunftsperspektive für die Renaturierung in Rutsiro. Zum Abschluss besuchten die Teilnehmenden verschiedene Standorte des Living Labs im Gihango-Sektor. Während der Exkursion wanderte das Forschungsteam durch die hügelige Landschaft, um verschiedene Landnutzungen zu beobachten und das Potenzial für Renaturierungsmaßnahmen zu bewerten. Begleitet wurden sie von lokalen Feldassistent:innen und Mitgliedern von Bauernverbänden, die wertvolle Einblicke lieferten.</p>



<p>Ein Community-Workshop wurde in zwei Gemeinden des Gihango-Sektors abgehalten: Teba und Shyembe. An der Exkursion nahmen Vertreter:innen von Bauernverbänden und -kooperativen, Schreiner:innen, traditionelle Heiler:innen, Imker:innen sowie Landbesitzer:innen der Living Lab Standorte teil.</p>



<p>Zusätzlich fanden individuelle Besuche bei Modellbauer:innen statt, die ihre Ernährung durch die Integration von Nutzpflanzen wie Chayote, Passionsfrucht, Avocado, Ananas und Gurken in Agroforstsysteme verbessert haben – entweder für den Eigenverbrauch oder für den Verkauf. In einigen Fällen kombinieren die Landwirt:innen eine Vielzahl von Obstpflanzen und Leguminosen auf denselben Flächen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="420" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1024x420.jpg" alt="" class="wp-image-966" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1024x420.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-300x123.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-768x315.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1536x629.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Arbeitsphasen der Implementierung des Living Labs. WP1 wurde bereits abgeschlossen.<br>Quelle: <a href="https://ecosystemrestoration.net/sp7/">https://ecosystemrestoration.net/sp7/</a></figcaption></figure>



<p>Die Auswahl der Untersuchungsgebiete und die soziale Netzwerkanalyse wurden bereits 2024 abgeschlossen. Das Roundtable-Format wurde nun eingerichtet, und bis Ende des Jahres wird der Arbeitsprozess weitergeführt: Dazu gehören die gemeinsame Gestaltung von Feldversuchen, die Definition von Wirkungsbereichen, die Abgrenzung und Registrierung von Demonstrationsflächen sowie das Abschließen von Nachhaltigkeitsvereinbarungen mit Landbesitzer:innen innerhalb der Living Lab Standorte. Darüber hinaus wird das Stakeholder-Roundtable bald Erfolgsindikatoren für die Renaturierungssmaßnahmen entwickeln.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Mehr Informationen zum Forschungsprojekt und den Teilprojekten gibt es hier:<br><a href="https://ecosystemrestoration.net/subprojects/">https://ecosystemrestoration.net/subprojects/</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Netzwerk Renaturierung: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft</title>
		<link>https://ecology.web.leuphana.de/de/netzwerk-renaturierung-gemeinsam-fur-eine-nachhaltige-zukunft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 12:07:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinarität]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Renaturierung von Ökosystemen ist eine bedeutende Herausforderung unserer Zeit. Degradierte Landschaften wiederherzustellen, biologische Vielfalt zu erhalten und natürliche Prozesse zu fördern – das erfordert einen intensiven Austausch zwischen Forschung und Praxis, von dem beide Seiten profitieren. Genau hier setzt das Netzwerk Renaturierung an. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 hat sich das Netzwerk zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Renaturierung von Ökosystemen ist eine bedeutende Herausforderung unserer Zeit. Degradierte Landschaften wiederherzustellen, biologische Vielfalt zu erhalten und natürliche Prozesse zu fördern – das erfordert einen intensiven Austausch zwischen Forschung und Praxis, von dem beide Seiten profitieren. Genau hier setzt das Netzwerk Renaturierung an. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 hat sich das Netzwerk zu einer wichtigen Plattform für die deutschsprachige Renaturierungsgemeinschaft entwickelt – für Vicky Temperton vom Ökologie-Institut der Leuphana und eine der Organisator:innen des Netzwerks ist dieses eine „success story“ für die transdisziplinäre Zusammenarbeit. &nbsp;</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p><strong><em>Info: Was bedeutet Renaturierung?</em></strong><em><br>Renaturierung wird als ein durch den Menschen veranlasster Prozess zur Unterstützung der Wiederherstellung eines Ökosystems, das entweder degradiert, gestört oder vollständig zerstört wurde, definiert. Ziele und Erfolgsmaßstäbe für Renaturierungsprojekte orientieren sich an den ökologischen (und sozialen) Gegebenheiten und Standortsfaktoren. Laut der </em>Society for Ecological Restoration (SER)<em> soll Renaturierung nicht nur einzelne Arten oder Landschaftsmerkmale wiederherstellen, sondern ein langfristig widerstandsfähiges, sich selbst erhaltendes Ökosystem schaffen, das ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig ist.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-1024x767.jpg" alt="" class="wp-image-943" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-1024x767.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-1536x1151.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-2048x1535.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Entstehung einer Streuobstwiese: Grünland- und Gewässerrenaturierung. Foto: SICONA.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Eine Erfolgsgeschichte: Wie alles begann</h3>



<p>Die Initialzündung für das Netzwerk erfolgte auf der <em>10th European Conference on Ecological Restoration</em> 2016 in Freising. Während eines eigens organisierten Praktiker:innentags wurde der Bedarf und das große Interesse nach einer besseren Vernetzung zwischen Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und Verwaltungsakteur:innen offensichtlich. Noch während der Konferenz wurde eine erste Mailingliste für Interessierte erstellt, die seither stetig gewachsen ist und inzwischen rund 300 Mitglieder umfasst.</p>



<p>Im Jahr 2017 fand das erste Netzwerktreffen in Jänschwalde (Brandenburg) statt &#8211; organisiert hatten es Sabine Tischew und Kathrin Kiehl, gemeinsam mit Akteur:innen vor Ort. Es folgte der Strategieplan für das Netzwerk Renaturierung als „lockere Arbeitsgruppe“ – und damit folgten auch regelmäßige Veranstaltungen an wechselnden Orten in Deutschland, und auch Luxemburg, die sich jeweils einem spezifischen Renaturierungsthema und -ökosystem widmen. Der wechselnde Ort für die Treffen ermöglicht auch, dass immer wieder neue Interessierte daran teilnehmen können und sich das Netzwerk stetig erweitert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Struktur: Offenheit als Prinzip</h3>



<p>Ein wesentliches Merkmal des Netzwerks ist seine flexible und unbürokratische Struktur. Es gibt weder Mitgliedsbeiträge noch eine Vereinsstruktur, um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Zudem finden die Netzwerktreffen selbstfinanziert statt, also ohne Tagungsgebühren.<br>Dadurch bleibt das Netzwerk für alle offen, die sich für Renaturierung interessieren – unabhängig davon, ob sie aus Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und Behörden, Planungsbüros oder Unternehmen kommen.</p>



<p>Die Organisator:innen (Simone Schneider &#8211; Naturschutzsyndikat SICONA; Annika Schmidt und Sabine Tischew – Hochschule Anhalt; Kathrin Kiehl – Hochschule Osnabrück; Vicky Temperton – Leuphana Universität; Johannes Kollmann – TUM) investieren viel ehrenamtliche Arbeit, um das Netzwerk lebendig zu halten. Sie teilen sich die Aufgaben rundum die Website, Koordination und (fachliche) Organisation untereinander auf. Für sie steht fest: Der gemeinsame Austausch und die Möglichkeit, die Renaturierungsökologie voranzubringen, sind den Aufwand wert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-944" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-1024x576.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-300x169.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-768x432.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-1536x864.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Renaturierung eines Feuchtgebiets. Foto: SICONA.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Praxis trifft Wissenschaft: Die Bedeutung der Netzwerktreffen</h3>



<p>Ein zentrales Element der Arbeit des Netzwerks sind die regelmäßigen Netzwerktreffen. Diese bestehen in der Regel aus kurzen Impulsvorträgen, gefolgt von Besichtigungen von Renaturierungsflächen/ -projekten. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem offenen Austausch über Erfolge, Herausforderungen und auch Misserfolge – denn gerade aus Fehlern kann die Gemeinschaft wertvolle Lehren ziehen.</p>



<p>Zu den bisherigen Themen der Treffen gehörten unter anderem die Renaturierung von Rohbodenflächen, die Integration naturschutzfachlicher Aspekte in die Raumplanung sowie die Wiederherstellung von Graslandlebensräumen beim letzten Netzwerktreffen in Luxemburg im Sommer 2024. 2025 gibt es gleich drei Netzwerktreffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vernetzung auf europäischer Ebene</h2>



<p>Das Netzwerk Renaturierung ist auch auf europäischer Ebene sehr gut vernetzt. Seit 2019 ist es Mitglied der SER Europe (European chapter of the Society for Ecological Restoration) und pflegt enge Kontakte zu verwandten Organisationen, unter anderem zum Arbeitskreis Naturschutz und Renaturierungsökologie innerhalb der GfÖ (SER Germany, Austria and Switzerland). Diese internationale Zusammenarbeit trägt dazu bei, Synergien zwischen verschiedenen Renaturierungsinitiativen zu stärken und zu nutzen. Darüber hinaus spielen Netzwerke wie das Netzwerk Renaturierung eine entscheidende Rolle bei der Förderung des EU-Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur, indem sie die Renaturierungsbemühungen verstärken und vergrößern, sowie zur nationalen Umsetzung im Einklang mit den EU-weiten Zielen beitragen. Solche Netzwerke sind von entscheidender Bedeutung für die Umsetzung der Richtlinien in die Praxis, die Förderung innovativer Ansätze und die Maximierung des langfristigen Erfolgs von Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen der neuen Gesetzgebung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-1024x767.jpg" alt="" class="wp-image-945" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-1024x767.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-1536x1151.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-2048x1535.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wiesenrenaturierung. Foto: SICONA.</figcaption></figure>



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<p><strong><em>Info: Das Renaturierungsgesetz der EU</em></strong><em><br>Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (EU Nature Restoration Law) trat am 18. August 2024 in Kraft. Sie verfolgt das Ziel, mindestens 20 % der Land- und Meeresflächen der EU bis 2030 wiederherzustellen und bis 2050 alle Ökosysteme, die einer Renaturierung bedürfen, in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, nationale Renaturierungspläne zu erstellen, die darlegen, wie die festgelegten Ziele national erreicht werden sollen. Mit der flächendeckenden Förderung von Renaturierungsinitiativen können die Biodiversität und das Klima geschützt, die Resilienz der Ökosystem erhöht und auch wirtschaftliche Vorteile gesichert werden. Die Verordnung ist ein zentraler Bestandteil des Europäischen „Green Deals“ und der EU-Biodiversitätsstrategie 2030.</em></p>



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<h3 class="wp-block-heading">Fazit: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft</h3>



<p>Das Netzwerk Renaturierung ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie eine flexible, trans- und interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgreich gestaltet werden kann. Durch den offenen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis entstehen innovative Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen der Renaturierungsökologie. In einer Zeit, in der intakte Ökosysteme von unschätzbarem Wert sind, ist eine solche Plattform unverzichtbar.</p>



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<p>Wer Interesse hat, Teil dieses Netzwerkes zu werden, kann sich auf der <a href="https://renaweb.standortsanalyse.net/">Website</a> weiter informieren und Kontakt aufnehmen. Denn eines ist sicher: Die Renaturierung unserer Ökosysteme gelingt am besten, wenn wir sie gemeinsam gestalten.</p>



<p><a id="_msocom_1"></a></p>



<p></p>
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