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	<title>Kommunikation &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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	<title>Kommunikation &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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		<title>Über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der ökologischen Forschung an der Leuphana &#8211; Ein Symposium des Instituts für Ökologie</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 10:22:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg feiert ihr 15-jähriges Jubiläum – und ist damit in ganz Deutschland einzigartig. Um diesen Meilenstein zu würdigen, veranstalten die einzelnen Institute der Fakultät eigene Events. Auch das Institut für Ökologie ließ es sich nicht nehmen, mitzufeiern. Am 05. November begaben sich die Institutsangehörigen, Praxispartner*innen und ein breites Publikum [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph" id="block-5dadc3f0-f439-43e6-ada0-52b714d03d01">Die Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg feiert ihr 15-jähriges Jubiläum – und ist damit in ganz Deutschland einzigartig. Um diesen Meilenstein zu würdigen, veranstalten die einzelnen Institute der Fakultät eigene <a href="https://www.leuphana.de/einrichtungen/fakultaet/nachhaltigkeit/ueber-die-fakultaet/jubilaeum-fakultaet-nachhaltigkeit.html">Events</a>. Auch das Institut für Ökologie ließ es sich nicht nehmen, mitzufeiern. Am 05. November begaben sich die Institutsangehörigen, Praxispartner*innen und ein breites Publikum aus Ökologie-Interessierten auf eine Reise durch die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft der ökologischen Forschung an der Leuphana. Mit mehr als 80 Gästen und bei einem Ausblick auf die bunten Bäume des Campus und herbstlicher Nachmittagssonne eröffneten <strong>Prof. Dr. Vicky Temperton</strong>, Leiterin des Instituts, und die Moderatorin <strong>Dr. Agnes Friedel</strong>, Referentin für Qualitätsmanagement und Studiengangsentwicklung in der Fakultät, die Veranstaltung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image.jpeg" alt="" class="wp-image-1144" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-768x512.jpeg 768w" sizes="(max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Eine Zeitreise durch die Ökologie</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der ersten Hälfte wurden die Teilnehmenden mit Tandemvorträgen der Professor*innen des Instituts durch die verschiedenen Forschungsbereiche geführt. Dabei traten ehemalig leitende oder langjährige Professor*innen zusammen mit den aktuell leitenden Professor*innen der jeweiligen Bereiche auf. Den Startschuss für die Zeitreise gaben <strong>Prof. Dr. Brigitte Urban</strong>, Leiterin der Arbeitsgruppe für Landschaftswandel, und <strong>Prof. Dr. Vicky Temperton</strong> ab, mit einem Blick darauf, was uns die Geschichte der Ökologie über die Gegenwart und Zukunft erzählen kann.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-1145" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1-768x512.jpeg 768w" sizes="(max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Brigitte Urban stellte mehrere Forschungsvorhaben zur ökologischen Geschichte vor. Angesichts der zunehmenden menschlichen Einflüsse auf unsere Umwelt ist es besonders relevant, ehemalige Ökosysteme zu rekonstruieren, um den heutigen Zustand zu verstehen und ein effektives Landschaftsmanagement zu ermöglichen. Während die Vergangenheit uns lehrt, dass Besiedlung und menschliche Landnutzung vielerorts langfristige Probleme wie Bodenerosion auslösen können, gibt es auch positive Beispiele für natürliche Widerstandsfähigkeit. Eine gute Nachricht liefern hier die Moore: Forschungen zur historischen Entwicklung von Hochmoorvegetation verraten, dass Hochmoore bis in die Neuzeit eine hohe Anpassungsflexibilität gegenüber rein klimatisch bedingten Veränderungen besitzen. Jedoch steigt der Druck auf Hochmoore durch die menschliche Nutzung und den Klimawandel, wodurch diese Flexibilität auf die Probe gestellt wird. Geht man noch weiter in die Vergangenheit zurück, etwa bis in die letzte Warmzeit vor ungefähr 125.000 bis 115.000 Jahren, so stößt man auf sehr große Pflanzenfresser, die sogenannten Megaherbivoren. Sie spielten möglicherweise eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Vegetation. Wie sähe unsere Landschaft wohl heute aus, wenn es noch Megaherbivoren gäbe? Brigitte Urban forscht nach.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4.jpeg" alt="" class="wp-image-1147" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-4-768x512.jpeg 768w" sizes="(max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Geschichte der Ökologie selbst in die Hand nehmen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was passiert mit Ökosystemen, wenn Arten verloren gehen? Und wie werden Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen dadurch beeinträchtigt? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich Vicky Temperton in ihrer Forschung. Beim Erhalt und der Wiederherstellung der Biodiversität geht es nicht nur um Artenvielfalt, sondern auch darum, welche Pflanzen mit welchen Funktionen und Interaktionen eine Rolle spielen. Aufgrund des zunehmenden Biodiversitätsverlustes wird es immer wichtiger, die Entwicklung von Pflanzengemeinschaften zu verstehen, um Biodiversität wiederherstellen zu können. „Prioritätseffekte“ zeigen, dass die Entwicklungsgeschichte einer Gemeinschaft, durch zuerst angekommene Arten, nicht nur die Artenzusammensetzung, sondern auch Ökosystemfunktionen beeinflusst. Frau Temperton zeigte dem Publikum, dass Ökolog*innen bei der Zeitreise durch die Entwicklung von Pflanzengemeinschaften nicht nur Zuschauer*innen sind, sondern die Geschichte der Pflanzen selbst verändern können und vielleicht sogar sollten, um Biodiversität oder bestimmte Funktionen zu fördern. So könnten positive Interaktionen bestimmter Artengruppen genutzt werden und die Reihenfolge der Ankunft der Pflanzen in einem bestimmten Ökosystem verändert werden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Künstliche Intelligenz zur Hilfe</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Ausblick der Forschung blieb keiner der Tandemvorträge ohne die Vorstellung neuer Forschungsmethoden und -vorhaben in den jeweiligen Bereichen. Ein Blick in die Zukunft der Ökologie zeigt, dass maschinelles Lernen mithilfe von KI in Biodiversitäts-Experimenten tatsächlich zum gewünschten Durchbruch führen kann. So ist KI sowohl als Messwerkzeug als auch für die interdisziplinäre Integration von ökologischem Wissen hilfreich.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein Plädoyer für Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende des ersten Tandemvortrags kam die große Frage auf, wie sich all dieses gesammelte ökologische Wissen in der Gesellschaft integrieren lässt. Haben Sie schon einmal etwas von Reallaboren gehört? In diesem Format erarbeiten Akteure aus Wissenschaft und Praxis gemeinsam Problemlösungen. Im Vordergrund steht dabei das gegenseitige Lernen in einem experimentellen Umfeld. Für Vicky Temperton sind Reallabore in der sozial-ökologischen Forschung zur Renaturierung degradierter Ökosysteme wichtig. „Wenn Reallabore hochskaliert werden, bringen sie großes Potenzial für eine Transformation mit sich.“, so die Professorin für Ökosystemfunktionen und -dienstleistungen. Und diese Transformation mit einer Balance zwischen ökologischer und sozialer Perspektive ist unbedingt notwendig, um Ökosysteme erfolgreich zu renaturieren.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2.jpeg" alt="" class="wp-image-1146" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-2-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Insekten sind unglaublich wichtig für alles, was wir tun“</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Weiter in der Zeitreise ging es mit <strong>Prof. Dr. Michael Staab</strong>, der die Abteilung für Tierökologie und trophische Interaktion leitet. Er gab, auch stellvertretend für den verhinderten <strong>Prof. Dr. Thorsten Assmann</strong>, Professor für Ökologie mit Schwerpunkt Tierökologie, Einblicke in die große Vielfalt und Bedeutung von Insekten und deren Ökosystemfunktionen. Auch in der Tierökologie spielt die Vergangenheit eine große Rolle, wie Thorsten Assmanns Forschung zur Bedeutung der Eiszeiten für die heutige ökologische Zusammensetzung zeigt. Der Käfer-Experte ist zudem der Einzige, der durch ein Biodiversitätsmonitoring in der Lüneburger Heide den Rückgang von Laufkäfern dargestellt hat. Das rasant steigende Artensterben ist in der tierökologischen Forschung ein ständiger Begleiter und Grundlage vieler Forschungsvorhaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So beschäftigt sich Michael Staab unter anderem damit, wie Interaktionen zwischen Arten ökosystemrelevante Funktionen hervorbringen. Was ändert sich in der Biodiversität und in den Interaktionen, wenn sich die Umwelt ändert? Untersuchungen von Bäumen in Südostchina zeigen, dass es bei mehr Arten auch mehr Interaktionen gibt. Ein Rückgang der Arten kann sich also wesentlich auf die Interaktionen zwischen den verbleibenden Arten auswirken – und das nicht im positiven Sinne. Ein weiterer Schwerpunkt von Staabs Forschung ist der Einfluss der Landnutzungsintensität auf die Insektenvielfalt. Seine Forschung zeigt: Wo die Landnutzung besonders intensiv ist, wird die Landschaft homogen und auch das Mikroklima in Ökosystemen verliert seine Vielfalt. In einem neuen Projekt sollen Drohnenaufnahmen genutzt werden, um zu erforschen, wie sich die mikroklimatischen Bedingungen durch verschiedene Formen der Landnutzung ändern und dadurch Insekten ihre Lebensräume verlieren. Eine Folge des Verlustes von Insekten: Schwindet die Insektenvielfalt, gerät das ökologische Gleichgewicht ins Wanken. Um das zu verhindern, braucht es eine weniger intensive Nutzung – etwa durch extensive Beweidung und zeitlich gestaffelte Mahd.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3.jpeg" alt="" class="wp-image-1148" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-3-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Das Artensterben ist der Verlust des naturhistorischen Gedächtnisses unserer Erde.“</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">„Können wir uns das leisten?“, fragte <strong>Prof. Dr. Werner Härdtle</strong>, Professor für Landschaftsökologie und Naturschutz. Er vollendete die Vortragsreise zusammen mit <strong>Prof. Dr. Sylvia Haider</strong>, der Leiterin der Arbeitsgruppe für Vegetationsökologie und Biodiversitätsforschung. Die klare Botschaft der beiden: Artenarmut ist keine Option – pflanzliche Vielfalt sichert Ökosystemfunktionen. Mit eindrucksvollen Bildern verglich Werner Härdtle das Abbrennen der tropischen Regenwälder mit dem Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar vor 20 Jahren, bei dem Tausende weltweit einzigartiger Bücher verbrannten. Dieser Vergleich veranschaulichte den enormen Verlust an Arten bei der Vernichtung der Regenwälder. Härdtle berichtete von jahrzehntelanger Forschung in den Subtropen Chinas, bei der 400.000 Bäume gepflanzt wurden, um den Einfluss der Artenvielfalt experimentell zu untersuchen. Mit leuchtenden Augen und ansteckender Begeisterung stellte der Professor das Ergebnis vor: Eine reiche Baumartenvielfalt kann die Produktivität der Wälder um bis zu 100 % steigern. Zudem helfen diese Effekte, wenn die Bäume unter Stress stehen, etwa durch den Klimawandel. Trockenheitsempfindliche Arten werden durch die Biodiversität stärker unterstützt. Solche Biodiversitätseffekte brauchen jedoch Zeit und die sollten wir der Natur geben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5.jpeg" alt="" class="wp-image-1149" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-5-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Sylvia Haider fokussierte sich auf die Gegenwart und Zukunft der Biodiversitätsforschung. Sie betonte die Rolle der funktionellen Biodiversität, also der Vielfalt unterschiedlicher funktioneller Merkmale. Auch diese Art der Biodiversitätsforschung zieht veränderte Umweltbedingungen durch Klimawandel, von Menschen verursachte Störungen und die Einführung invasiver Arten, und deren Einfluss auf funktionelle Merkmale in Betracht. Haider und ihre Kolleg*innen sind Teil einer weltweit fast einzigartigen Arbeitsgruppe, die die funktionellen Merkmale von Bäumen zwischen Arten, innerhalb von Arten und auch innerhalb von Individuen misst. Das Ergebnis: Eine hohe funktionelle Diversität geht mit einer hohen Vielfalt an Ökosystemfunktionen einher. Überraschenderweise kommt dabei ein substanzieller Anteil der Variabilität aus der Individualität der Bäume.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Neue Lebensräume in der Höhe</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Richten wir den Blick zum Abschluss noch einmal auf eine andere Ebene, und zwar auf die der Gebirge und der Forschung zur Pflanzendiversität entlang von Höhengradienten. Wie verändern sich die Ökosysteme in vulnerablen Gebirgsregionen und welchen Einfluss haben dabei gebietsfremde, eingewanderte Arten? In der Fragerunde kam das Thema der infolge des Klimawandels stattfindenden Migration von Arten in die Höhe auf. Einerseits entstehen dadurch neue Lebensräume, was zum Schutz von Arten führen kann, so Haider. Andererseits werden auch bestehende Interaktionen auseinandergerissen und Arten, die vorher in den Gebirgen spezialisiert waren, werden von migrierenden Arten verdrängt. Nun muss erforscht werden, wie sich diese Verschiebung in Zukunft auf die Biodiversität in der Höhe auswirkt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7.jpeg" alt="" class="wp-image-1151" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-7-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Quo vadis Ökologie?“ – Eine Podiumsdiskussion mit Blick in die Praxis und in die Zukunft</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit sinkender Sonne im Gesicht und Fragen zur Zukunft der ökologischen Forschung im Kopf ging es nach einer kurzen Pause zur Stärkung mit der Podiumsdiskussion weiter. Auf dem Podium saßen <strong>Prof. Dr. Andreas Fichtner</strong>, Professor für Vegetationsökologie und Biodiversitätsforschung, aus der Praxis <strong>Dr. Heike Brenken</strong>, Landschaftsplanerin im Verein Naturschutzpark Lüneburger Heide, sowie <strong>Prof. Dr.</strong> <strong>Vicky Temperton</strong> und <strong>Prof. Dr.</strong> <strong>Michael Staab</strong>. Über der ersten Hälfte der Diskussion schwebte die große Frage nach der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Praxis und dem Gelingen einer Transformation hin zu Nachhaltigkeit.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="605" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6.jpeg" alt="" class="wp-image-1150" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-6-768x512.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>„Wir können einfach nicht so weiter machen, es gibt keine drei Erden!“</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; betonte Vicky Temperton. Wie können die Ergebnisse von Reallaboren breit umgesetzt und Praxispartner*innen dabei mit einbezogen werden? Laut Temperton sind für die Hochskalierung solcher Projekte nicht nur die Ergebnisse wichtig, sondern auch der Prozess selbst. Durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure wird Vertrauen aufgebaut, ohne welches eine Transformation nicht möglich ist. Heike Brenken spricht aus ihrer Praxiserfahrung, wenn sie sagt, dass die Grundlagenforschung der Wissenschaft zwar wichtig ist, es aber auch Hilfe braucht, um die Ergebnisse vor Ort umzusetzen. Hier sind vor allem die Verwaltung und die Politik gefragt. Wichtig sei auch mal ein Artikel in der Lokalzeitung oder ein Vortrag auf dem Hoffest, um das Verständnis der Bürger*innen für Naturschutz zu erhöhen. Als Antwort auf den Appell an die Verwaltung meldete sich aus dem Publikum eine Stimme aus der Unteren Naturschutzbehörde Lüneburgs. Der Teilnehmer versicherte, dass auch in der Verwaltung das Bemühen vorhanden sei, doch stoße man oft auf viele Auflagen. Die Stellschraube liegt also auch bei den Menschen, die die Regularien für Natur- und Artenschutz verändern können. Ein Hoffnungsschimmer könnten die Student*innen sein, die an der Universität als „change agents“ ausgebildet werden, um später mit einem breiten thematischen Überblick die Schnittstelle zwischen Praxis und Wissenschaft zu bilden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Endspurt der Zeitreise lenkte die Moderatorin Agnes Friedel den Blick abschließend auf die drängenden ökologischen Fragen der nächsten 15 Jahre vor dem Hintergrund des Globalen Wandels. Andreas Fichtner sprach von drei wichtigen Säulen der Zukunft: Stabilität der Ökosysteme, Anpassung an den Globalen Wandel und ein respektvollerer Umgang mit unserer Umwelt. In der Umsetzung werde jedoch oft die Kernbotschaft der Forschung nicht verstanden. Dabei spielen unsere Werte eine besondere Rolle. Was finden wir wichtig? Was motiviert uns? Das Verständnis und Bewusstsein für die Auswirkungen des Globalen Wandels auf Ökosysteme, die Ökolog*innen bei ihrer Forschung erfahren, muss sich in der Gesellschaft verbreiten.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Aber was sind denn nun ganz konkrete Schritte, um Biodiversität zu schützen?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">&#8211; fragte sich ein Teilnehmer und vielleicht auch manche Leser*innen dieses Artikels. Es gibt vieles, das für den Erhalt der Biodiversität getan werden kann und sollte. Hier ein paar Vorschläge aus Podium und Publikum: &nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Das Bewusstsein, dass wir ohne die Natur nicht leben können, in der Gesellschaft und Politik verbreiten</li>



<li>Landnutzung ändern, etwa durch weniger Fleischkonsum</li>



<li>Ökologische Leistungen auch in der Ökonomie honorieren</li>



<li>Bereiche wie Agrar- und Forstwirtschaft umweltorientierter und weniger produktionsorientiert gestalten</li>



<li>Die Motivation für Umweltschutz schon in frühem Alter in der Schule erzeugen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei liegt die Verantwortung zu einem großen Teil bei der Politik, doch auch Graswurzelbewegungen aus der Gesellschaft heraus sind gefragt. Das Podium und auch das Publikum waren sich einig: Die Menschen müssen für den Schutz der Biodiversität brennen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unsere Reise durch verschiedene Zeiten und Forschungsbereiche hat gezeigt, dass Kommunikation eine zentrale Rolle für den Schutz von Biodiversität und Ökosystemen spielt – denn nur, wenn wir miteinander im Austausch bleiben und zusammenarbeiten, können wir dieses Ziel erreichen. Mit diesen Schlussworten verabschiedete Agnes Friedel die Teilnehmenden des Symposiums in den Abend. Und mit diesem Gedanken verabschiedet auch dieser Artikel seine Leser*innen auf ihrem weiteren Weg in eine Zukunft, die bedeutender für die Entwicklung der Ökologie nicht sein könnte. </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Fotos: ©Jennifer Fandrich / Leuphana</p>



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			</item>
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		<title>Grünland kann was! </title>
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					<comments>https://ecology.web.leuphana.de/de/grunland-kann-was/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 09:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozial-Ökologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem Grassworks-Blog veröffentlicht. Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das Grassworks-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem <a href="https://grassworksprojekt.de/blog/gruenland-kann-was/">Grassworks-Blog</a> veröffentlicht. </em><br><br><em>Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier </em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das <em>Grassworks</em>-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative für den Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein gelungener Abschluss und ein hoffnungsvoller Tag für die Renaturierung von artenreichem Grünland</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich war es so weit: bei der <a href="https://grassworksprojekt.de/grassworks-abschlussveranstaltung/"><em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung</a> stellten wir unsere Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren bei der Renaturierung artenreicher Wiesen und Weiden aus den Blickwinkeln der Ökologie, Ökonomie und Sozial-Ökologie vor. Im gläsernen Saal der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin empfingen wir rund 50 Teilnehmer:innen mit dem Geruch von Heu, viel Anschauungsmaterial zu regionalen Wildpflanzenmischungen und einem spannenden Vortragsprogramm. Zusätzlich nahmen knapp 200 weitere Personen online an der Veranstaltung teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher:innen von <em>Grassworks</em> und unsere geladenen Gäste präsentierten und diskutierten über die Faszination Grünland, wie es um seine Wiederherstellung steht und was wir für artenreiches Grünland tun können. Die bekannte Moderatorin Dr. Tanja Busse, die über sehr viel Erfahrung im Zusammenbringen der Themen Landwirtschaft und Biodiversität verfügt, setzte mit gewohnt scharfem Verstand und Charme den Gesamtrahmen. Die Veranstaltung wurde von <strong>Dr.</strong> <strong>Tanja Busse</strong> und <strong>Prof. Vicky Temperton </strong>mit Worten zur Dringlichkeit des Zusammenbringens von Artenvielfalt und Landwirtschaft eröffnet. Nur wenn wir einen Weg des Miteinanders finden, kann es eine nachhaltige Zukunft geben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="563" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg" alt="" class="wp-image-984" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-300x186.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-768x477.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Vicky Temperton, Co-Projektleiterin mit Prof. Anita Kirmer, hat die Ziele der Veranstaltung und den Rahmen des <em>Grassworks</em>-Projektes vorgestellt, gefolgt von einem Überblick über die Ziele und Projekte der <a href="https://www.feda.bio/de/">FEdA-Forschungsinitiative</a> von <strong>Dr. Julian Taffner</strong>, dem Leiter der zentralen Koordinationsstelle.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Erkenntnisse aus dem <em>Grassworks</em>-Projekt: Vielfältige Perspektiven auf eine multifunktionale Grünlandrenaturierung- Grünland kann was!&nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Anita Kirmer</strong> präsentierte die ökologischen Ergebnisse einer post-hoc Analyse von Renaturierungsmaßnahmen auf 121 in ganz Deutschland verteilten Flächen. Hier ging es darum, den ökologischen Erfolg in bereits renaturierten Flächen in drei unterschiedlichen Regionen entlang eines Nord-Süd-Gradienten in Deutschland zu erfassen. Durch den Vergleich mit artenreichen und degradierten Referenzgrünlandflächen ließ sich eindrucksvoll zeigen, dass die Renaturierung auf den untersuchten Grünlandflächen alles in allem erfolgreich war. Besonders geeignete Renaturierungsmaßnahmen waren insbesondere die Verwendung von Direkterntemethoden (bspw. Mahdguttransfer) und die Einsaat regionaler Wildpflanzenmischungen. Sind die Pflanzenarten erst einmal wieder etabliert, kommen die Bienen und Schmetterlinge nach.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="559" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg" alt="" class="wp-image-987" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-300x185.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-768x473.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Volker Beckmann</strong> ergänzte eine ökonomische Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit von extensiver Pflege. Anhand von den betriebswirtschaftlichen Daten der Bewirtschafter:innen ermittelte sein Team, dass die durchschnittliche Förderung den Mehraufwand der extensiven Bewirtschaftung noch nicht ausgleichen kann.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="603" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-985" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-300x199.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-768x511.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend berichtete <strong>Konrad Gray</strong> über die transdisziplinäre Arbeit in den Reallaboren, wo die Renaturierung artenreichen Grünlandes in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokalen Akteur:innen gemeinsam erprobt wurde. So kann die aktive Auseinandersetzung zwischen Akteur:innen und mit ihrer Umwelt vielseitige und plurale Werte und Beziehungen miteinander und mit der Natur stärken. Durch gestärkte soziale und sozial-ökologische Bindungen wird nicht nur die Renaturierung von Grünland erfolgreicher, sondern es lassen sich hoffentlich auch langfristig nachhaltige Nutzungskonzepte durch enge Kollaboration schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="567" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg" alt="" class="wp-image-990" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-300x188.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-768x480.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dann stellte <strong>Dr. Michaela Meyer</strong> vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e. V. (DVL) Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis vor. Der kürzlich veröffentlichte Praxisleitfaden “<strong>Artenreiche Wiesen und Weiden erfolgreich anlegen</strong>” steht kostenlos zum <a href="https://www.dvl.org/publikationen/dvl-schriftenreihe">Download</a> bereit. Darin finden Sie Informationen zu rechtlichen Hintergründen, Fördermöglichkeiten und Ratschläge, wie Hindernisse und Herausforderungen gemeistert werden können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="505" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg" alt="" class="wp-image-988" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-300x167.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-768x428.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss hat <strong>Prof. Vicky Temperton</strong> einen großen integrativen Bogen gezogen zwischen den Ergebnissen aus ökologischer, sozialwissenschaftlicher und sozialökologischer Perspektive.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg" alt="" class="wp-image-989" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die ökologischen Ergebnisse wirken auf dem ersten Blick vielversprechend, aber ein nuancierter zweiter Blick zeigt, wie wichtig es ist, der Variabilität in den Ergebnissen und der Rolle der Bewirtschaftungsweise hierbei Beachtung zu schenken. Hier könnte der seit langem beobachtete Artenschwund und die Wahrnehmung von reduzierter Artenvielfalt als die neue Normalität, der sogenannten “Shifting Baseline” Effekt, eine Rolle spielen. Die artenreichen Referenzflächen waren zwar in einem guten Zustand, aber nicht mehr so artenreich wie vor fünfzig oder hundert Jahren. Somit sehen die Erfolge auf den renaturierten Flächen womöglich besser aus, als sie es gegenüber artenreichen Wiesen und Weiden aus den 1950er Jahren wären. Aus der sozialen Perspektive zeichnet sich ab, dass Renaturierungsprojekte, die partizipativ und sind weniger hierarchischgeführt werden, erfolgreicher sind (zumindest in der Wahrnehmung der Teilnehmenden). Die Mitarbeit und das <em>Mit-Erschaffen</em> (<em>co-creation)</em> in Renaturierungsprojekten hat zu einer Verstärkung relationaler Werte geführt. Diese sogenannten Beziehungswerte sind wichtig für die Verbindung mit dem Lebensraum Grünland und stärken die Motivation diesen zu erhalten. Interessanterweise erwies artenreiches Grünland zum einen als „Problemkind“ im Biodiversitätsverlustbereich und gleichzeitig als Zugpferd für eine Transformation hin zu mehr Vielfalt.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden – Zeugnis unserer Kulturlandschaft – Ergebnis von Mensch-Natur Beziehungen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die <em>Grassworks</em>-Hypothese</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im Grassworks-Projekt sind sich einig, dass eine erfolgreiche Renaturierung von Grünland nur dann gelingen kann, wenn in die artenarmen Flächen gebietseigene Wildpflanzen, insbesondere Kräuter, etabliert werden können. Dies kann mittels Direkterntemethoden oder der Ansaat artenreicher Samenmischungen aus zertifizierter, regionaler Vermehrung erfolgen. Um die Etablierung dieser eingebrachten Wildpflanzen zu ermöglichen, muss die Fläche gut vorzubereitet werden, d. h. eine Narbenstörung ist unbedingt notwendig. Gleichzeitig schloss der DVL aus der gemeinschaftlichen, wissenschaftlichen und praktischen Arbeit, dass das Miteinander zwischen Landwirt:innen und den Akteuren des Naturschutzes von großer Wichtigkeit ist. Renaturierung und Erhalt von artenreichem Grünland gestaltet sich um ein Vielfaches leichter und erfolgreicher, wenn beide Akteursgruppen nicht als Antagonist:innen agieren. Vielmehr müssen diese als Partner:innen in Beratung und Begleitung eines Vorhabens kollaborieren und sich gegenseitig unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ein Miteinander von Akteuren aus Naturschutz und Landwirtschaft besser funktioniert als ein Gegeneinander, wurde auch von den Teilnehmer:innen der abschließenden <strong>Podiumsdiskussion</strong>, <strong>Dr. Jürgen Metzner</strong> vom DVL, <strong>Prof. Sabine Tischew</strong> von der Hochschule Anhalt, <strong>Dr.</strong> <strong>Julian Taffner</strong> von der FEdA und <strong>Steffen Pingen</strong> vom Bundesbauernverband, immer wieder betont. Trotz Differenzen herrschte Einigkeit, dass mehr Anstrengungen zum Schutz von Grünlandökosystemen notwendig seien, aber auch darin, dass die bisherigen Konzepte insbesondere zur Honorierung und Einbeziehung der Landwirte nicht ausreichen. Es kam der Gedanke auf, dass es durchaus eine gute Idee sein könnte, wenn der Bauernverband mit dem DVL zusammen nach Brüssel reisen würde. Die unterschiedlichen Perspektiven der geladenen Gäste wurden von <strong>Dr. Tanja Busse</strong> professionell moderiert und etwaige Widersprüche gekonnt in Szene gesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg" alt="" class="wp-image-986" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Forschung in den Reallaboren belegte eine große Übereinstimmung zwischen den Teilnehmenden. Denn auch die Akteur:innen entdeckten, dass sie eine vielfältige Wertschätzung für Grünland teilten und tauschten sich intensiv miteinander aus, welche Bedeutung Wiesen und Weiden für sie in ihrer Heimat haben. Durch diese gefestigten und vielschichtigen Beziehungen mit und um Grünland ließen sich in den Projektregionen Ansätze erarbeiten, die den Zustand und das gesellschaftliche Ansehen artenreichen Grünlandes nachhaltig verbessert haben, was hoffentlich noch lange Bestand hat. Ein Mehr an Verständnis und Wertschätzung füreinander, zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft, kann so einen transformativen Wandel anstoßen, bei dem Grünland als sozial-ökologisches System gesellschaftlich getragenen Artenreichtum produziert. Eine direktere Einbindung in lokale Systeme kann zur (nicht-) monetären Honorierung beitragen und somit die erkannte Lücke an Wertschaffung und Wertschöpfung adressieren. Denn die maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit beitragenden Fördermaßnahmen sind nicht nur häufig betriebswirtschaftlich unzureichend, sondern auch zu kompliziert oder unflexibel für Bewirtschafter:innen und Naturschutzziele.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gastvorträge zum Thema Multifunktionalität von Grünland</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einleitende Worte gab <strong>Prof. Josef Settele</strong>, bekannt als Bestäubungsexperte im IPBES (Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services), mit einem Rundumblick auf den Artenverlust und der elementaren Rolle des Grünlandes. Er betonte dabei den engen Zusammenhang zwischen der Vielfalt im Offenland und Grünland und der Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Das Potenzial der Natur, auf kontinuierliche und nachhaltige Weise zur guten Lebensqualität der Menschen beizutragen, ist bei nahezu allen untersuchten Ökosystemleistungen gesunken.&nbsp;Nur durch die Wiederherstellung von artenreichen Ökosystemen ist es möglich, dieser Entwicklung entgegentreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Eckhard Jedicke</strong> von der Hochschule Geisenheim folgte mit einem klaren Pläidoyer für den Ansatz der Multifunktionalität als Bestandteil einer Transformation hin zu mehr Vielfalt. Nur wenn die wahren Werte des artenreichen Grünlandes, d. h. was es uns geben kann (den Beitrag zum Gemeinwohl), von unserer Gesellschaft klarer wahrgenommen und wertgeschätzt werden, ist eine Transformation möglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg" alt="" class="wp-image-991" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss hat <strong>Simon Keelan</strong> vom Bundesamt für Naturschutz die ersten Eckpunkte der Planung zur Durchführung der EU-Wiederherstellungsverordnung (EU Restoration Regulation) vorgestellt, und klar gemacht, dass dieser gesetzliche Meilenstein sowohl eine große Chance als auch eine Herausforderung darstellt. Die Kernergebnisse von Projekten wie <em>Grassworks</em> werden bei der flächenhaften Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>So kann es gehen …&nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Simone Schneider</strong> vom SICONA Naturschutzsyndikat Luxemburg präsentierte den eindrucksvollen nationalen Aktionsplan zum Erhalt und der Wiederherstellung artenreichen Grünlandes in Luxembourg, gekennzeichnet durch die klare Priorisierung von notwendigen Maßnahmen. Im Umfang dessen werden jeder Naturschutzbehörde und Organisation personelle und finanzielle Kapazitäten bereitgestellt, um die hoch gesetzten Ziele zu erreichen und insbesondere die persönliche Beratung und Kollaboration mit Landwirt:innen vor Ort zu ermöglichen. Zusätzlich wurde ein Forum auf hoher politischer Ebene gegründet, in welchem zukünftige Positionen und Strategien im Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz für die nationale Ebene ausgearbeitet werden sollen. Insgesamt ein sehr positiver Ausblick für Grünland.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fazit &amp; Ausblick</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem wurde aus den Ergebnissen des <em>Grassworks</em>-Projektes, den Gastvorträgen sowie Publikumsgesprächen und der Podiumsdiskussion deutlich: <strong>Artenreiches Grünland kann was!</strong> Und dafür ist es notwendig, dass Naturschutz, Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist außerdem von Bedeutung, die vielfältigen Werte und Beziehungen bezüglich des artenreichen Grünlandes ins Bewusstsein zu rufen und spürbar zu machen. Deshalb wird nicht nur bei <em>Grassworks</em>, sondern auch bei vielen weiteren akademischen, politischen und gesellschaftlichen Initiativen daran gearbeitet, Gemeinwohlleistungen des Grünlandes bewusst zu machen und dessen Wertschätzung zu verbessern. Derzeit bereiten Forscher:innen aus <em>Grassworks</em> eine Liste von Kernforderungen an die Politik und weitere relevante Akteure vor, um diesen Weg voranzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsentationen, Diskussionen und Gespräche der <em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung konnten Wege und Mittel aufzeigen, wie Forschung und Praxis erfolgreich in Schutz und Wiederherstellung artenreichen Grünlandes zusammenarbeiten und wie die derzeitigen Ansätze weiterentwickelt werden können. Denn Grünland kann was. <strong>Lasst uns dieses Potential nutzen!</strong></p>
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		<title>Barrieren abbauen: Ein Aufruf zur Kohäsion bei Studien über Prioritätseffekte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Sep 2024 12:45:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interdisciplinarity]]></category>
		<category><![CDATA[Priority Effects]]></category>
		<category><![CDATA[Research]]></category>
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		<category><![CDATA[Interdisziplinarität]]></category>
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		<category><![CDATA[Prioritätseffekte]]></category>
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					<description><![CDATA[Prioritätseffekte sind Phänomene, bei denen die Auswirkungen von Arten aufeinander von der Reihenfolge des Eintreffens der Arten an einem Ort abhängen. Dabei können zwei unterschiedliche Typen des Effekts unterschieden werden: der hemmende und der fördernde. Ersterer beschreibt, dass die sich früher etablierende Art die Durchsetzung, das Wachstum oder die Fortpflanzung einer später eintreffenden Art negativ [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Prioritätseffekte sind Phänomene, bei denen die Auswirkungen von Arten aufeinander von der Reihenfolge des Eintreffens der Arten an einem Ort abhängen. Dabei können zwei unterschiedliche Typen des Effekts unterschieden werden: der hemmende und der fördernde. Ersterer beschreibt, dass die sich früher etablierende Art die Durchsetzung, das Wachstum oder die Fortpflanzung einer später eintreffenden Art negativ beeinflussen kann, indem sie zum Beispiel die Ressourcen in Anspruch nimmt. Letzterer beschreibt dagegen, dass eine zuerst eintreffende Art auch die Etablierung, das Wachstum oder die Fortpflanzung der späteren Art positiv beeinflussen kann, zum Beispiel durch eine Stärkung der Bodenfruchtbarkeit oder Verbesserung der mikroklimatischen Bedingungen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das große Ganze</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schon von der Definition her klingt der Begriff so, als wäre er besonders in der Gemeinschaftsökologie relevant. Prioritätseffekte spielen tatsächlich in dieser Disziplin eine wichtige Rolle, werden aber auch in vielen anderen Forschungsbereichen untersucht. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Begriffen, die diesen Effekt in unterschiedlichen Kontexten beschreiben. Verwandte Begriffe sind beispielsweise „alternative stabile Zustände“ in der Renaturierungsökologie, „induzierte Resistenz“ in der Immunologie und Krankheitsökologie oder „Monopolisierung“ in der Evolutionsökologie. Die Wissenschaftler:innen um Stroud et al. (2024), darunter Vicky Temperton vom Institut für Ökologie der Leuphana Universität, deckten den Mangel an konzeptioneller Kohärenz und die Unterschiede in der disziplinären Sprache auf, die derzeit das Verständnis von Prioritätseffekten als breiteres biologisches Phänomen verhindern. Hierzu untersuchten die Forschenden die verschiedenen biologischen Bereiche, die sich in ihren Studien mit Prioritätseffekten befassen, mit dem Ziel, einen Rahmen für ein besseres Verständnis der Bedingungen und Mechanismen von Prioritätseffekten und ihrer Folgen über räumliche und zeitliche Skalen hinweg zu entwickeln.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="939" height="695" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2024/09/Priority-Effects.jpeg" alt="" class="wp-image-909" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2024/09/Priority-Effects.jpeg 939w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2024/09/Priority-Effects-300x222.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2024/09/Priority-Effects-768x568.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 939px) 100vw, 939px" /><figcaption class="wp-element-caption">In wirtsassoziierten Gemeinschaften, insbesondere bei pflanzlichen Wirten, können starke Interaktionen innerhalb des Wirts zwischen koinfizierenden Parasiten zu lokalen Prioritätseffekten führen. So können beispielsweise früh auftretende Stämme des Echten Mehltaus, Podosphaera plantaginis (A), auf Blättern der Wirtspflanze Plantago lanceolata (B) die Infektion durch später auftretende Stämme erleichtern, die sich in ihrer Abwesenheit weniger wahrscheinlich etablieren Quelle: Stroud et al. (2024). Fotocredits: Mikko Jalo, Anna-Liisa Laine.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Netzwerk zeichnen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für diese Überprüfung und zur Entwicklung eines solchen Rahmenkonzepts führten Stroud und Kolleg:innen eine Kozitationsnetzwerkanalyse von Studien zu Prioritätseffekten durch. Bei solch einer Analyse wird untersucht, wie oft zwei Studien in veröffentlichten Arbeiten gemeinsam zitiert werden. Ein Netzwerkalgorithmus identifiziert dabei Cluster von Studien, die innerhalb eines Clusters mehr Zitate aufweisen als zwischen Clustern. Die Ergebnisse der Analyse zeigen deutlich eine unbeständige Kohärenz zwischen Studien über Prioritätseffekte und verwandte Themen in verschiedenen biologischen Teilbereichen. Genauer gesagt ergab die Analyse vier primäre Cluster von Studien, die häufiger gemeinsam zitiert werden: (1) Allgemeine Ökologie, (2) Tierökologie, (3) Pflanzenökologie und (4) Evolutionsökologie. Diese als „Super-Cluster“ bezeichnete, gut miteinander verbundene Gruppe von Disziplinen hat ein gemeinsames Interesse an Prioritätseffekten und steht somit im Gegensatz zu zwei weiteren, kaum miteinander verbundenen Clustern: (5) Parasitologie und (6) Polarbiologie.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Aufruf zur interdisziplinären Kommunikation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Analyse unterstreicht, wie wichtig es ist, den interdisziplinären Dialog und die Zusammenarbeit zu fördern, um die Forschung zu Prioritätseffekten voranzutreiben. Als ersten Schritt zur Überwindung der semantischen Barrieren zwischen den verschiedenen Teilbereichen haben Stroud und Kolleg:innen eine Liste aller Begriffe zusammengestellt, die mit Prioritätseffekten in Verbindungen stehen, um den Forschenden, die sich hiermit beschäftigen, Schlüsselwörter an die Hand zu geben, mit denen sie in Zukunft arbeiten können. Dies bildet die Grundlage für einen einheitliche Rahmen zur Förderung eines einheitlichen Verständnisses der Prioritätseffekte. Dadurch könnten beispielsweise ökologische Vorhersagen verbessert, die interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit erleichtert, Strategien für das Ökosystemmanagement optimiert, praktische Anwendungen in der biomedizinischen und landwirtschaftlichen Forschung sowie Einblicke in die Neuzusammensetzung von Gemeinschaft unter dem Klimawandel ermöglicht werden. Darüber hinaus zielte die Review darauf ab, Forschende dabei zu unterstützen, Ergebnisse, Forschungsmethoden und Schlussfolgerungen aus verschiedenen Disziplinen zu übernehmen und zu verbinden. Außerdem sollte das Interesse von Forschenden geweckt werden, die bisher noch nicht mit dem Konzept der Prioritätseffekte in Berührung gekommen sind, um sie zu ermutigen, den potenziellen Einfluss solcher Effekte in ihren eigenen Studien zu untersuchen. Die Zusammenarbeit und der Austausch von Erkenntnissen über Disziplinen hinweg bereichert nicht nur unser Verständnis biologischer und ökologischer Dynamiken, sondern unterstreicht auch die Verflechtung verschiedener Prozesse über Skalen hinweg. Und: Die interdisziplinäre Kommunikation gewinnt auch bei der Bewältigung der komplexen Herausforderungen unserer Zeit immer mehr an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie Interesse haben, tiefer in diese Review einzutauchen und die mit Prioritätseffekten verbundenen Teilbereiche und Begriffe zu entdecken, finden Sie die Studie von Stroud und Kolleg:innen hier: <br>Stroud, J. T., Delory, B.M., Barnes, E.M. et al. Priority effects transcend scales and disciplines in biology. <em>Trends in Ecology &amp; Evolution</em>. (2024). <a href="https://doi.org/10.1016/j.tree.2024.02.004">https://doi.org/10.1016/j.tree.2024.02.004</a></p>
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