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	<title>Forschung &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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	<title>Forschung &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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		<title>Gemeinsam sozial-ökologische Renaturierung im Westen Ruandas gestalten: Wichtige Neuigkeiten aus dem Living Lab</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner,&nbsp;William Apollinaire&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 May 2026 13:58:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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					<description><![CDATA[“Wenn du schnell vorankommen willst – geh allein. Wenn du weit kommen willst &#8211; geh gemeinsam.” – Herkunft unbekannt, oft einem afrikanischen Sprichwort zugeschrieben &#160; Gerade in diesem Augenblick tut sich etwas sehr Aufregendes in der Welt der Renaturierung, und du (ja, genau du!) solltest davon erfahren! Im vergangenen Jahr hat das Forschungsteam von „Ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<h6 class="wp-block-heading"><strong>“Wenn du schnell vorankommen willst – geh allein. Wenn du weit kommen willst &#8211; geh gemeinsam.”</strong></h6>



<p class="wp-block-paragraph">– Herkunft unbekannt, oft einem afrikanischen Sprichwort zugeschrieben &nbsp;</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade in diesem Augenblick tut sich etwas sehr Aufregendes in der Welt der Renaturierung, und du (ja, genau du!) solltest davon erfahren! Im vergangenen Jahr hat das Forschungsteam von „<a href="https://ecosystemrestoration.net/sp7/">Ein Living Lab für sozial-ökologische Renaturierung im Westen Ruandas</a>“ – Teil eines größeren Projekts, das sich mit sozial-ökologischen Systemen zu Unterstützung der Widerherstellung von Ökosystemen im ländlichen Afrika befasst – sein Living Lab (Reallabor) in Rutsiro ins Leben gerufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt sogar einen Artikel auf diesem Blog über den Start des Livings Labs! Du findest ihn <a href="https://ecology.web.leuphana.de/de/start-des-living-lab-in-rutsiro-sozial-okologische-systemperspetive-auf-renaturierung-in-ruanda/">hier</a>, zusammen mit weiteren Informationen zum Hintergrund und den bisherigen Phasen des Projektes (es könnte hilfreich sein, den ersten Artikel zuerst durchzulesen, um den vollen Überblick zu gewinnen). Nun aber wollen wir dich über die jüngsten Ereignisse auf den neuesten Stand bringen und dir einen Einblick in die Zukunft des Projektes geben. Also lehn‘ dich zurück und genieße die folgende Reise durch den Prozess des Living Labs in Rutsiro!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Zuerst: Trotzdem eine kurze Zusammenfassung</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn du gerade den ersten Artikel zum Start des Projektes gelesen hast, dann weißt du bereits, dass es beim Living Lab darum geht, eine Brücke zwischen Wissenschaft und Praxis zu bauen in Ruandas Bemühungen Ökosysteme zu renaturieren und lokale Gemeinschaften im Rahmen der Agroforstwirtschaft wieder mit einheimischen Baumarten zu verbinden. Dazu verfolgt das Team einen Prozess der gemeinsamen Gestaltung (Co-Creation), um sozial-ökologische Experimente auf den Feldern der Bauern in Rutsiro durchzuführen. Im Wesentlichen geht es dabei um die Pflanzung von Bäumen als Teil eines agroforstwirtschaftlichen Ansatzes zur Renaturierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wer steckt hinter dem Team? Es gibt rund 50 transdisziplinäre Akteure aus verschiedenen Sektoren, die in zwei unterschiedlichen Gesprächsrunden (roundtables) zusammenarbeiten. Jede Gesprächsrunde basiert auf zwei Governance-Modellen, die jeweils eine eigene Praxisgemeinschaft im Bereich der Renaturierung repräsentieren. Eine Gruppe wird von NGOs getragen und vereint repräsentative Akteure der Renaturierung aus Regierung, NGOs, Wissenschaft und Privatwirtschaft. Die andere Gruppe wird fast ausschließlich von Landwirt*innen getragen: Lokale Landwirt*innen, die auch als traditionelle Heiler*innen, Imker*innen, Lehrer*innen oder Tischler*innen tätig sind, sowie Gemeindevorsteher*innen und lokale Berater*innen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bisher haben die Gemeinschaften an regelmäßigen Workshops teilgenommen, in denen die Mitglieder Codes of Conduct, Kommunikationsstrategien, Erwartungen und mögliche Beiträge festlegten. Was uns jetzt besonders interessiert, ist das, was in den letzten Workshops im Februar dieses Jahres geschah.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Den Rahmen setzen: Die Auswahl der Baumarten</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Februar fand in beiden Gruppen ein Workshop statt, in dem die Teilnehmer*innen die Renaturierungsexperimente gemeinsam konzipierten, indem sie die für das Gebiete geeigneten einheimischen und exotischen Baumarten priorisierten. Als Ergebnis haben nun beide Governance-Modelle eine Liste mit den von ihnen priorisierten Baumarten für die Experimente. Diese Arten sind etwa zu 80 % einheimisch und zu 20 % exotisch, was tatsächlich einen radikalen Unterschied zu der Tatsache darstellt, dass bislang die meisten in Westruanda gepflanzten Bäume nicht einheimisch sind. Dies führt zu einem Verlust and Biodiversität und Ökosystemleistungen sowie zu einer Verarmung der Landschaften (Nyiramvuyekure et al. 2026).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Interessanterweise haben beide Gruppen zwar den gleichen Workshop gemacht, und doch sind sie zu einer leicht unterschiedlichen Liste an Baumarten gelangt, die sie pflanzen möchten. Jedes Governance-Modell ist einer bestimmten Region zugeordnet, in der Standorte für die Living Labs ausgewählt wurden, um Renaturierungsexperimente – einschließlich der Baumpflanzungen – durchzuführen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein Blick in die Workshops</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Wissenschaftler*innen und Hauptforscher*innen des <a href="https://ecosystemrestoration.net/people/">Ruanda-Forschungsprojekts</a> nahmen Dr. William Apollinaire, Prof. Dr. Vicky Temperton und (für einen Tag) Prof. Dr. Stefan Sieber an den Workshops teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Konferenzraum war der Treffpunkt am ersten Tag des Workshops – der für jedes Governance-Modell an unterschiedlichen Terminen stattfand. Hier geschah die Magie der Auswahl und Priorisierung der Baumarten auf Grundlage der Werte, die die Stakeholder jeder Art zugewiesen hatten. Diese Werte reichten von ökologischen bis hin zu sozioökonomischen Kriterien, Überlebensraten, der Verfügbarkeit von Pflanzmaterial und der Kompatibilität mit den am häufigsten angebauten Nutzpflanzen im Westen Ruandas. Am Ende des Tages erblickte die Rangliste der Baumarten, die die Gruppen pflanzen möchten, das Licht der Welt.</p>



<h6 class="wp-block-heading">So sah der erste Tag für beide Governance-Modelle aus:</h6>



<figure class="wp-block-image size-large"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild7-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1286" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild7-768x1024.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild7-225x300.jpg 225w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild7.jpg 849w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vertreter*innen von Regierung, NGOs, Wissenschaft, Forschungseinrichtungen und der Privatwirtschaft diskutieren über den Wert der einzelnen Agroforstbäume.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="768" height="1024" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild8-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1287" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild8-768x1024.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild8-225x300.jpg 225w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild8.jpg 970w" sizes="(max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein sehr dynamischer und partizipativer Abstimmungsprozess über die Wertezuschreibungen der Bäume.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image aligncenter size-full"><img decoding="async" width="602" height="602" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild3.jpg" alt="" class="wp-image-1282" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild3.jpg 602w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild3-300x300.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild3-150x150.jpg 150w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild3-70x70.jpg 70w" sizes="(max-width: 602px) 100vw, 602px" /><figcaption class="wp-element-caption">Workshop für Mitglieder gemeindebasierten Governance-Modells (24.02.2026): Bewertung von Bäumen anhand der Werte, die ihnen zugeschrieben wurden.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild4-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1283" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild4-768x1024.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild4-225x300.jpg 225w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild4-1152x1536.jpg 1152w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild4.jpg 1379w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am nächsten Tag machten sich die Gruppen vor Ort an die Arbeit. Sie begaben sich zu ihren Living Lab – Standorten und trafen sich mit den lokalen Landbesitzer*innen der Flächen, auf denen die Bäume gepflanzt werden sollen. Zudem trafen sie sich auch mit den Wissenschaftler*innen, die am Forschungsprojekt beteiligt sind, von denen einige das Living Lab besuchten, um sich mit diesem Aspekt des Gesamtprojekts vertraut zu machen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="902" height="677" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-1297" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1.jpeg 902w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image-1-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 902px) 100vw, 902px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gruppenfoto der Gemeindemitglieder des &#8220;Living-Lab-Roundtable&#8221; mit den Landbesitzer*innen der Standorte und den Wissenschaftler*innen des Rwanda-Restore-Projekts.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Treffen vor Ort waren sehr entscheidend, zum einen, damit die Gemeinden Kontak zu den Wissenschaftler*innen aufnehmen konnten, aber auch, um sich mit den Landbesitzer*innen über die ausgewählten Baumarten sowie das Verhältnis von einheimischen und exotischen Arten zu einigen, die in den Living Lab-Experimenten verwendet werden sollen. Nach einigen Anmerkungen, Vorschlägen und Anpassungen wurde eine endgültige Einigung erzielt. Und da war er – der Entwurf für die Living Lab-Experimente, gemeinsam erstellt von lokalen Akteuren und Wissenschaftler*innen!</p>



<h6 class="wp-block-heading">Eindrücke vom zweiten Tag vor Ort:</h6>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="940" height="706" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png" alt="" class="wp-image-1280" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image.png 940w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image-300x225.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/image-768x577.png 768w" sizes="auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px" /><figcaption class="wp-element-caption">Dr. Apollinaire William moderiert eine Diskussion zwischen den Mitgliedern des „Actor-based Living Lab Roundtable“ (NGOs, Regierung, Wissenschaft, Privatwirtschaft) und Landbesitzer*innen am Standort Kamaranzara, einem der Standorte der Teba Cell im Distrikt Rutsiro, an dem im September und Oktober 2026 einige der Living-Lab-Experimente durchgeführt werden sollen.</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1281" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-768x1024.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2-225x300.jpg 225w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild2.jpg 1123w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gruppenfoto vom Workshop für die Mitglieder des gemeindebasierten &#8220;Governance-Modells&#8221; (24.02.2026).</figcaption></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild5-768x1024.jpg" alt="" class="wp-image-1284" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild5-768x1024.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild5-225x300.jpg 225w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild5-1152x1536.jpg 1152w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/05/Bild5.jpg 1379w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Gemeindevertreter moderiert eine Diskussion zwischen den Mitgliedern der „Living Lab Roundtable“-Gemeinschaft (sitzend) und den Landbesitzer*innen (stehend) darüber, welche Arten gepflanzt werden sollen und wie das Verhältnis zwischen einheimischen und exotischen Arten aussehen soll. Bemerkenswert ist, dass die Landbesitzer*innen die Mitglieder des „Living Lab Roundtable“ herzlich willkommen hießen und ihnen Sitzplätze (Bänke) anboten!</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was diese Workshops so besonders machte</strong></h3>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>“Ich kann das Momentum spüren!” </strong>– Dr. William Apollinaire</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Reise war nicht nur entscheidend für die weitere Gestaltung der Renaturierungsexperimente, sondern auch – und vielleicht sogar in erster Linie – von großem Wert für den zwischenmenschlichen Austausch. Hört man Dr. William Apollinaire, Postdoc-Forscher und Koordinator der Living Lab Forschung im Westen Ruandas über seine Highlights der Workshops im Februar sprechen, dann wird schnell klar, dass der gesamte Prozess allen, die am Living Lab beteiligt sind, viel bedeutet. Das wahre Juwel war es, zu sehen, wie sehr sich die Stakeholder vor Ort engagieren. Der partizipative Prozess, die Einbindung und das Empowerment der Menschen. Momente wie spontan gemeinsam Singen und Tanzen, das Genießen und der Austausch kultureller Aspekte. All dies führt zu einer erfolgreichen Co-Creation. Laut Dr. William Apollinaire sind die Stakeholder voll und ganz engagiert und gespannt auf die Ergebnisse des Living Labs. „Es war interessant zu sehen, wie sich Menschen, wenn sie ausreichend empowert sind, aktiv in den kollaborativen oder partizipativen Prozess einbringen können.“</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Aber wie schafft man es, so viel Engagement zu erzeugen?</strong></h3>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>“Menschen mit anderen Stakeholder zusammenbringen und gemeinsam Mahlzeiten teilen, alle gleich behandeln.“ </strong>– Dr. William Apollinaire<strong></strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Es war nicht schwer, Menschen für das Projekt zu gewinnen und ihr Engagement langfristig aufrechtzuerhalten, da die Initiatoren des Living Labs vor allem Personen auswählten, die bereits an Renaturierungen beteiligt waren. Der Schlüssel jedoch liegt darin, jede Person wertzuschätzen, die Teil des Prozesses ist. Die Stimmen aller Beteiligten zu wertschätzen. Auf diese Weise wurde ein bestärkendes Umfeld geschaffen, in dem sich alle Stakeholder respektiert fühlen konnten. Dazu gehört auch, die Logistik so zu organisieren, dass sichergestellt ist, dass alle einbezogen werden, beispielsweise durch die Erleichterung von Kommunikation. Die Erwartungen und Ziele aller zu verstehen, sodass jede Person sowohl am Entwurf als auch an der Planung und Umsetzung beteiligt ist: So funktioniert Co-Creation. So entstand dieses Momentum des Engagements.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was in Zukunft auf uns zukommt</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Jetzt bist du auf dem neusten Stand, was derzeit im Living Lab vor sich geht und natürlich wollen wir dir die spannenden nächsten Schritte, die auf uns zukommen, nicht vorenthalten. Gerade in diesem Augenblick wachsen die Bäume, für die sich die beiden Governance-Modelle entschieden haben, in einer Baumschule von lokalen Akteuren heran. Sie wachsen und warten darauf, im Oktober dieses Jahres gepflanzt zu werden, doch bevor es zur Pflanzung kommt, lernen die Landwirt*innen im September, wie sie das Land für die Pflanzung vorbereiten. Der Startschuss für die Pflanzkampagne im Oktober wird ein großes Ereignis sein, bei dem die Bäume in den Boden kommen und wir verschiedene Reden von Vertreter*innen der Regierung und der lokalen Gemeinde hören werden. Besonders aufregend: Die nationalen Medien von Ruanda werden eingeladen, über die Veranstaltung zu berichten, und wer weiß, vielleicht wirst du sogar einen Artikel darüber in diesem Blog lesen – also bleib‘ dran!</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Während die Bäume wachsen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">In der Zwischenzweit werden die Stakeholder gemeinsam mit den Wissenschaftler*innen sozioökologische Erfolgsindikatoren definieren, die während der Experimente gemessen werden sollen, und gleichzeitig festlegen, wie diese beobachtet werden sollen. Beispiele für solche Erfolgsindikatoren könnten die Verbesserung der Ernährungssituation der lokalen Gemeinschaften sowie die Senkung der medizinischen Kosten sein. Bei der Renaturierung geht es nicht nur um Bäume, sondern auch um die Sträucher und andere Pflanzen, die neben ihnen angepflanzt werden und einen ernährungsrelevanten und medizinischen Wert haben. Zu den Arten, die diese Werte erfüllen und gepflanzt werden sollen gehören beispielsweise <em>Albizia gummifera, Carapa grandiflora, Vernonia amygdalina, Milletia dura, Ricinus communis, </em>Passionsfrucht, lokale Papaya, Avocado, Zitrone, Myrianthus und Chayote.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>“Alle freuen sich auf das Buch” </strong>– Dr. William Apollinaire</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgepasst! Die Initiatoren des Living Labs schreiben derzeit auch ein Buch über Agroforstbäume in Westruanda und deren vielfältige Vorteile und Verwendungsmöglichkeiten. Das Buch wird insbesondere einheimische Arten und ihr Potential hervorheben, aber auch nicht-einheimische Arten einbeziehen, die ebenfalls für die Renaturierung von Ökosystemen nützlich sind. Behalte diesen Bereich im Auge, um in Zukunft weitere Informationen über das Buch zu erhalten. Mit der Veröffentlichung wollen&nbsp; die Autor*innen dazu beitragen, die lokale Bevölkerung und NGOs mit der großen Vielfalt an insbesondere einheimischen Bäumen zu verbinden, die ihnen zur Verfügung stehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was passiert nach der Pflanzung?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vergiss nicht, dass die Pflanzung von rund 80 % einheimischer Arten in den Experimenten sich stark von der üblichen Pflanzung nicht-einheimischer Bäume in Westruanda unterscheidet. Deshalb wird es besonders spannend sein, die Ergebnisse der Experimente zu sehen. Nach einiger Zeit werden die beiden Governance-Modelle verglichen und die Beteiligten vor Ort werden weiterhin einbezogen, indem sie lernen, wie man die Renaturierungsstandorte beobachtet. Das große Ziel ist, dass die Gemeinden am Ende die volle Verantwortung für die Renaturierung übernehmen und diese in Zukunft selbst weiter überwachen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Es gibt noch eine letzte Sache, die wir dir mit auf den Weg geben möchten </strong><em></em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Lass’ uns zurück zu dem Satz vom Anfang des Artikels gehen:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>“Wenn du schnell vorankommen willst – geh allein. Wenn du weit kommen willst &#8211; geh gemeinsam.”</strong></p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Wie du diesem Artikel wahrscheinlich entnehmen konntest, ist die Co-Creation der Renaturierung von Ökosystemen in erster Linie ein gemeinsamer Lernprozess. Das kann zwar lange dauern, aber es wird sich auf jeden Fall lohnen! Nur wenn alle Beteiligten einbezogen werden, wenn wir den Weg gemeinsam gestalten und beschreiten, wird das Ergebnis den Vorstellungen aller entsprechen. Oder, um es mit den Worten von Dr. William Apollinaire zu sagen: „So erreichen wir Erfolg bei der Hochskalierung und Weiterentwicklung der Renaturierungsexperimente von der Forschung zur Praxis!“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vielen Dank fürs Lesen und hoffentlich bist du beim nächsten Update zum Living Lab in Rutsiro wieder dabei!</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn wir jetzt dein Interesse an der Renaturierung von Ökosystemen generell und im Westen Ruandas geweckt haben, empfehlen wir dir diesen Artikel des Social-ecological Systems Instituts der Leuphana über die fünf entscheidenden Herausforderungen für Wissenschaft und Praxis in der Renaturierung in ostafrikanischen Landschaften:: <a href="https://ideas4sustainability.wordpress.com/2026/02/11/from-local-knowledge-to-restoration-practice-five-critical-frontiers-for-east-african-landscapes/">From Local Knowledge to Restoration Practice: Five Critical Frontiers for East African Landscapes | Ideas for Sustainability</a>. Der Artikel bezieht sich auf einen kürzlich von dem Forschungsteam des Living Labs veröffentlichte Forschungsartikel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Literatur: <br>Nyiramvuyekure, V., Fischer, J., Kaplin, B. A., Mukuralinda, A., &amp; Temperton, V. M. (2026). Woody vegetation diversity remains low after extensive forest landscape restoration efforts in a western Rwandan landscape. <em>Biological Conservation</em>, <em>317</em>, 111812. <a href="https://doi.org/10.1016/j.biocon.2026.111812">https://doi.org/10.1016/j.biocon.2026.111812</a></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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		<title>Sozial-ökologisches Denken gefragt – Wie Grünlandrenaturierung gelingen kann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 10:32:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Reallabore]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
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		<category><![CDATA[sozial-ökologischer Ansatz]]></category>
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					<description><![CDATA[Du bist Forscher*in, Naturschützer*in oder einfach nur Liebhaber*in von Grünland und wünscht dir einen Leitfaden dafür, wie man dieses erfolgreich renaturiert? Perfekt, dann bist du hier genau richtig! Erinnerst du dich noch an das Grassworks-Projekt? Richtig, das Projekt, das aus einer sozial-ökologischen Perspektive untersucht hat, was in Deutschland zum Erfolg bei der Renaturierung von Grünland [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Du bist Forscher*in, Naturschützer*in oder einfach nur Liebhaber*in von Grünland und wünscht dir einen Leitfaden dafür, wie man dieses erfolgreich renaturiert? Perfekt, dann bist du hier genau richtig! Erinnerst du dich noch an das <a href="https://grassworksprojekt.de/"><em>Grassworks</em>-Projekt</a>? Richtig, das Projekt, das aus einer sozial-ökologischen Perspektive untersucht hat, was in Deutschland zum Erfolg bei der Renaturierung von Grünland führt. Nachdem im vergangenen Jahr bei der Abschlussveranstaltung des <em>Grassworks</em>-Projekts in Berlin die <a href="https://ecology.web.leuphana.de/de/grunland-kann-was/">wichtigsten Ergebnisse</a> vorgestellt wurden, haben Temperton et al. (2025) nun einen <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/rec.70109">Forschungsartikel</a> veröffentlicht, der einen Rahmen für die erfolgreiche Renaturierung von Grünland bietet und nichts Geringeres als einen dringend benötigten Leitfaden für Renaturierungsbemühungen in sozial-ökologischen Kontexten weltweit liefert.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein kurzer Rückblick: Warum brauchen wir die Renaturierung von Grünland?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Extensiv bewirtschaftete Grünlandflächen sind nicht nur oft artenreich und erfüllen eine Vielzahl unterschiedlicher Ökosystemfunktionen, von denen auch wir Menschen profitieren, sondern sie wurden zudem im Vergleich zu anderen Lebensraumtypen vernachlässigt und übernutzt (Kan et al. 2026). Weltweit sind sie durch Zerstörung infolge von Landnutzungsänderungen sowie durch Degradation gefährdet; in weiten Teilen Europas gehören sie zu den am stärksten bedrohten Lebensraumtypen. Alarmierenderweise ist in 75 % der nach EU-Recht geschützten Grünlandschaften ein Rückgang der biologischen Vielfalt zu verzeichnen, wobei Arten verloren gehen, die speziell an offene Ökosysteme wie Grünland angepasst sind. Um den Trend des Biodiversitätsverlusts wieder umzukehren und internationale Verpflichtungen wie das EU-Gesetz zur Widerherstellung der Natur zu erfüllen, müssen wir unsere Anstrengungen zur Ausweitung der ökologischen Wiederherstellung in allen Dimensionen verstärken.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Erfolg von Renaturierung ist sozial-ökologisch – nicht nur ökologisch</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Damit ist die soziale Dimension nicht nur ein „nettes Extra“, sondern ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Renaturierung. Wildblumenwiesen sind durch die Umwandlung in Ackerland, durch Aufforstung im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen sowie durch die städtische Entwicklung bedroht. Wir wissen, dass das Ausmaß, in dem Menschen artenreiche natürliche Lebensräume als wichtig oder renaturierungs- bzw. schutzwürdig erachten, oft davon abhängt, wie vertraut sie mit diesen Lebensräumen sind oder welche Verbindung sie zu ihnen haben. Eine transdisziplinäre Untersuchung im Rahmen des <em>Grassworks</em>-Projekts zu den Werten, die Menschen mit Grünland und dessen Renaturierung verbinden, zeigte einen Anstieg relationaler Werte im Laufe der Zeit, da die Akteure an Gruppendiskussionen und einem Austausch über verschiedene ökologische und soziale Facetten des Grünlands teilnahmen. Nach einem Prozess der gemeinsamen Entwicklung von Maßnahmen zur Renaturierung in einem Reallabor (mehr dazu später) wurden intrinsische Werte in Bezug auf Grünland weniger betont, während relationale Werte für die Akteure an Bedeutung gewannen. Solche relationalen Werte stehen oft in engem Zusammenhang mit der Motivation von Akteuren oder Interessengruppen, im Naturschutzbereich aktiv zu werden. Dennoch werden sie jedoch in Forschung und Praxis meist nicht berücksichtigt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der Forschungsansatz von <em>Grassworks</em></strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Projekt basierte auf der Hypothese, dass eine erfolgreiche Renaturierung nur dann erreicht werden kann, wenn sowohl die ökologische Komplexität als auch das Engagement der Interessengruppen hoch sind. Um dies zu untersuchen, verglichen die Forscher*innen bereits renaturierte Gebiete mit positiven und negativen Referenzstandorten in drei verschiedenen Regionen von Nord- bis Süddeutschland unter Verwendung des Ansatzes eines natürlichen Landschaftsexperiments. Innerhalb jeder Region entwickelten sie eine nachträgliche Bewertung, um die wichtigsten Faktoren zu analysieren, die den Erfolg der Renaturierung beeinflussen. Darüber hinaus wurden in Reallaboren in allen drei Regionen gemeinsam mit lokalen Interessengruppen Renaturierungsmaßnahmen konzipiert und umgesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="571" height="415" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/Graphik-2.png" alt="" class="wp-image-1259" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/Graphik-2.png 571w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/Graphik-2-300x218.png 300w" sizes="auto, (max-width: 571px) 100vw, 571px" /><figcaption class="wp-element-caption">In jeder Region wurden etwa 40 bereits renaturierte Grünlandstandorte untersucht und mit 10 positiven (artenreichen) sowie 10 negativen (degradierten) Referenzstandorten verglichen. Darüber hinaus wurden in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren Reallabore eingerichtet.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was wurde gemessen?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um zu verstehen, was den Erfolg von Renaturierungsmaßnahmen wirklich ausmacht, sammelten die Forscher*innen ein breites Spektrum an Daten: ökologische Variablen, landschaftsbezogene, wirtschaftliche sowie sozial-ökologische Aspekte. Aus ökologischer Sicht bewerteten die Forscher*innen die Pflanzenvielfalt, die Vegetationsstruktur, die Bodeneigenschaften sowie das Vorkommen von Schmetterlingen und Wildbienen. Da Renaturierung niemals isoliert stattfindet, wurde auch untersucht, wie sich jeder Standort in die umgebende Landschaft – also in deren Vielfalt, Beschaffenheit und landnutzungsbezogenen Kontext &#8211; einfügt. Wirtschaftliche Faktoren wie Renaturierungskosten, Finanzierungsinstrumente und Management wurden mittels Fragebögen erfasst. Und nicht zuletzt untersuchte das <em>Grassworks</em>-Team die Wahrnehmungen und Wertvorstellungen der Interessengruppen hinsichtlich der Renaturierungsansätze.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Welche Rolle spielen Reallabore für den Erfolg von Renaturierung?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen des Projekts wurden Reallabore zu Orten, an denen die gemeinsame Gestaltung von Renaturierungsmaßnahmen in die Tat umgesetzt wurde. Als Kernstück der sozial-ökologischen Dimension bringen Reallabore Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und lokale Gemeinschaften in offenen Räumen zusammen, um auf experimentelle Weise gemeinsames Lernen zu fördern. Jede der drei Regionen verfügte über ein eigenes, an die lokalen Gegebenheiten angepasstes Reallabor – von partizipativen Workshops im Norden Deutschlands über Citizen-Science-Programme und partizipative Pilotaktionen im Zentrum bis hin zur Einrichtung eines Online-Forums im Süden. Diese Räume zeigen, dass es bei der Renaturierung von Grünland nicht nur um die Ökologie geht, sondern auch um das Vertrauen und die Kommunikation zwischen allen Beteiligten. Reallabore schaffen soziale Verbindungen sowie gemeinsame Ziele und Verständnisse, die zu einer höheren Akzeptanz von Renaturierungsmaßnahmen führen.</p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" data-id="1250" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-1024x683.jpg" alt="" class="wp-image-1250" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-1024x683.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-300x200.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-768x512.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121-1536x1025.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/IMG-20250114-WA00121.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" data-id="1249" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1249" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-1024x768.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55-1536x1152.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/PHOTO-2024-06-28-19-25-55.jpg 2000w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="807" data-id="1251" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-1024x807.jpg" alt="" class="wp-image-1251" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-1024x807.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-300x236.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-768x605.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-1536x1211.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/04/wir-lieben-landschaft-2048x1614.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption"><em>Das Grassworks-Team in Aktion</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was passiert hinter den Kulissen von <em>Grassworks</em>?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Besondere an dieser Veröffentlichung von Temperton et al. ist, dass die Forscher*innen Überlegungen zu verschiedenen Schritten des Prozesses einfließen ließen, um die Forschung übertragbarer zu machen. So reflektieren sie beispielsweise die Auswahl der renaturierten Standorte, wobei ihnen schnell klar wurde, dass sich die Grünlandflächen in den verschiedenen Regionen Deutschlands stark voneinander unterscheiden. Das Team strebte eine ausgewogene Auswahl an Standorten an, musste sich jedoch mit dem begnügen, was die verschiedenen Gebiete zu bieten hatten. Überraschenderweise war die Suche nach geeigneten Referenzstandorten noch schwieriger als erwartet. Das ursprüngliche Ziel war es, jeden renaturierten Standort mit einem positiven und einem negativen Referenzstandort zu vergleichen, doch dies erwies sich als nicht realisierbar, da artenreiche Referenzstandorte in Deutschland offenbar eher selten geworden sind. Die Suche nach degradierten Standorten gestaltete sich jedoch noch schwieriger, da die Landbesitzer*innen interessanterweise zögerten, Grünland mit geringer Artenvielfalt zur Verfügung zu stellen. Diese Erkenntnisse erinnern uns daran, warum gesellschaftlich akzeptierte großflächige Renaturierungen dringend erforderlich sind.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Implikationen für die Praxis: Was ist die Take-Home Message? &nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Allerwichtigste: Wir brauchen groß angelegte Projekte wie <em>Grassworks</em>, die an vielen Standorten ein breites Spektrum an Faktoren untersuchen, sodass wir fundiertere Schlüsse darüber ziehen können, was bei der Renaturierung zum Erfolg führt. Ebenso geht es bei der Renaturierung nicht nur darum, Samen zu säen oder Veränderungen an biophysikalischen Komponenten oder der Biodiversität vorzunehmen – es geht um Vertrauen, Verbundenheit, Motivation und die Zusammenarbeit der Menschen. Um dies zu erreichen, ist ein kooperativer, lokal angepasster Ansatz am effektivsten, der die Machtverhältnisse zwischen allen Akteuren kritisch reflektiert. Ja, ein sozioökologischer Ansatz wie der des <em>Grassworks</em>-Projekts erfordert ein hohes Maß an Offenheit, Austausch und Zeit, aber der Aufwand lohnt sich! Die transdisziplinäre Berücksichtigung der sozialen und politischen Dimensionen der Renaturierung ist entscheidend für die Ausweitung der Bemühungen. Die Reallabore zeigen uns, wie eine gemeinsame Gestaltung des Prozesses zu einer besser akzeptierten und nachhaltigeren Renaturierung führen kann, und genau das brauchen wir, wenn wir den Erfolg dabei höherschrauben wollen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bleib dran &#8211; <em>Grassworks</em> ist noch in Arbeit</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den kommenden Wochen werden mehrere wichtige Veröffentlichungen von <em>Grassworks</em> in wissenschaftlichen Fachzeitschriften erscheinen, darunter eine zentrale Studie zu den Auswirkungen verschiedener Renaturierungsmethoden auf die Vegetationsentwicklung sowie ein Artikel über die Werte, die Menschen Grünlandflächen der Landschaft. Also bleib‘ dran – und schau mal auf der <em><a href="https://grassworksprojekt.de/hintergrund-des-projekts/">Grassworks-Website</a></em> vorbei für aktuelle Informationen zu den Veröffentlichungen. Wenn du in der Zwischenzeit mehr über den Ansatz und die Reflexionen der Forscher*innen über den Prozess erfahren möchten, findest du den Artikel von Temperton et al. (2025) hier: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/rec.70109</p>



<p class="wp-block-paragraph">Literatur: <br>Kan et al. (2026) Overlooked and overexploited: Extensive conversion of grasslands and wetlands driven by global food, feed, and bioenergy demand. PNAS. <a href="https://doi.org/10.1073/pnas.2521183123">https://doi.org/10.1073/pnas.2521183123</a></p>



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<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Renaturierung und Klimaschutz: ein Realitätscheck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Aug 2025 07:56:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Kohlenstoffspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[Vom lokalen Versprechen, Bäume zu pflanzen, bis hin zu globalen Kampagnen zur Wiederbewaldung – die Renaturierung von Ökosystemen ist zu einem Slogan geworden, der für Klimaschutzmaßnahmen wirbt. Aber kann die Natur wirklich genug Kohlenstoff aufnehmen, um uns zu helfen, die globalen Klimaziele zu erreichen? Eine neue, in Nature Geoscience veröffentlichte Studie von Tölgyesi et al. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Vom lokalen Versprechen, Bäume zu pflanzen, bis hin zu globalen Kampagnen zur Wiederbewaldung – die Renaturierung von Ökosystemen ist zu einem Slogan geworden, der für Klimaschutzmaßnahmen wirbt. Aber kann die Natur wirklich genug Kohlenstoff aufnehmen, um uns zu helfen, die globalen Klimaziele zu erreichen? Eine neue, in Nature Geoscience veröffentlichte Studie von Tölgyesi et al. (2025), an der auch Vicky Temperton vom Leuphana Institut für Ökologie beteiligt ist, legt nahe, dass wir unsere Erwartungen neu kalibrieren müssen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihre Botschaft ist klar: Renaturierung wird nur eine begrenzte Rolle bei der Abschwächung des Klimawandels spielen. Das macht sie jedoch nicht weniger wichtig für den Schutz der biologischen Vielfalt, die Stärkung der Resilienz von Ökosystemen und die lokale Anpassung an den Klimawandel.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein ganzheitlicher Ansatz für globale Renaturierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Frühere Studien über das Potenzial der Kohlenstoffbindung durch Renaturieurng konzentrierten sich auf die Wälder und den gesamten Kohlenstoffbestand und gingen davon aus, dass die Wiederherstellung bis zu zwei Drittel der Kohlenstoffemissionen ausgleichen könnte. Diese Schätzungen basierten jedoch auf ungenauen, unsicheren und unrealistischen Annahmen, z. B. über die Verfügbarkeit von Land für Renaturierungsmaßnahmen oder die politische Durchführbarkeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Tölgyesi, Temperton und ihre Kolleg:innen verfolgten einen breiteren Ansatz. Sie:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>modellierten das Wiederherstellungspotenzial für vier wichtige Ökosysteme: Wälder, Buschland, Grünland und Feuchtgebiete, indem sie eine umfangreiche Datenbank mit hochauflösenden Satellitendaten verwendeten.</li>



<li>setzten maschinelles Lernen ein zur Vorhersage des potenziellen Deckungsgrads einheimischer Ökosystemtypen an terrestrischen Standorten unter Verwendung von Klima-, Boden- und topografischen Prädiktoren</li>



<li>schätzten die Kohlenstoffbindung anhand jährlicher Raten, nicht der Gesamtbestände, über den Zeitraum von 2030 bis 2100 für insgesamt 12 Biom-Ökosystem-Kombinationen (z. B. gemäßigte Wälder, tropisches Grünland).</li>



<li>filterten die für die Wiederherstellung verfügbare Fläche, indem Gebiete ausgeschlossen wurden, die intakt oder bebaut sind, intensiv bewirtschaftet werden oder eine geringe Produktivität aufweisen (z. B. polare oder trockene Regionen).</li>



<li>berücksichtigten künftige Klimaszenarien und Zustandsänderungen von Ökosystemen, die zu Verlusten bei bestehenden Kohlenstoffvorräten führen können.</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading">Das sind die Ergebnisse</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie schätzt, dass durch Renaturierung der maximal verfügbaren Fläche unter den derzeitigen Klimabedingungen bis zum Jahr 2100 96,9 Gigatonnen Kohlenstoff (Gt C) gebunden werden könnten. Das scheint viel zu sein, oder? Der Realitätscheck zeigt: Das sind gerade einmal 17,6 % der gesamten bisherigen anthropogenen Emissionen oder zwischen 3,7 % und 12,0 % der prognostizierten künftigen Emissionen (also je nach den vier verwendeten globalen Emissionsszenarien, den so genannten Shared Socioeconomic Pathways).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber, und das ist der Knackpunkt, wenn die Renaturierung an die zukünftigen Klimabedingungen angepasst wird und die zu erwartenden Zustandsänderungen der Ökosysteme (z. B. Umwandlung von Wald in Savanne) berücksichtigt werden, sinkt der Kohlenstoffnutzen auf fast Null. Das scheint zunächst ziemlich ernüchternd zu sein. Doch diese realistische Einschätzung ist äußerst wichtig und birgt Chancen für den Klima- und Naturschutz. Und warum? Lesen Sie weiter.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein wichtiger Vergleich: Wälder vs. offene Ökosysteme</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine große Stärke dieser Studie ist, dass sie über Bäume und Wälder hinausgeht. Grünland, Buschland und Feuchtgebiete (offene Ökosysteme) werden oft übersehen, obwohl sie beträchtliche Mengen an Kohlenstoff speichern (insbesondere unterirdisch), eine höhere Albedo haben und widerstandsfähiger gegen Feuer und Dürre sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im realistischsten Renaturierungsszenario dieser Studie stammen etwa 58 % der Kohlenstoffgewinne aus Wäldern, 42 % aus offenen Ökosystemen. Diese ausgewogene Sichtweise trägt dazu bei, den Fehler zu vermeiden, Bäume dort zu pflanzen, wo sie nicht hingehören &#8211; ein unbedachtes Vorgehen, das derzeit stattfindet und der biologischen Vielfalt sowie den lokalen Nährstoff- und Wasserkreisläufen schaden kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Politische Folgerung: Weniger Kohlenstoff, mehr Resilienz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Was sollten wir also daraus lernen?</p>



<ol class="wp-block-list">
<li>Ein sehr wichtiger Punkt: Die Renaturierung von Ökosystemen ist nach wie vor von entscheidender Bedeutung, nur eben nicht als Allheilmittel gegen den Klimawandel.</li>



<li>Renaturierung sollte daher eher im Interesse der biologischen Vielfalt, der Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme und der lokalen Anpassung an den Klimawandel erfolgen.</li>



<li>Es kommt darauf an, Prioritäten zu setzen: Die Forschenden identifizierten spezifische 100×100 km große Prioritätszonen, in denen Renaturierung den größten Nutzen für den Kohlenstoffgehalt bringen könnte, darunter auch gemäßigte Gebiete wie amerikanische Prärien und zentralasiatische Steppen und nicht nur die zuvor priorisierten tropischen Regenwaldregionen.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading">Wir brauchen ein Umdenken</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autor:innen kommen zu dem Schluss, dass Renaturierung neu positioniert werden sollte: von einem Instrument zur Emissionsreduktion zu einer Strategie für Klimaanpassung, Schutz der biologischen Vielfalt und Unterstützung von Ökosystemleistungen. Dies ist auch in wichtigen politischen Maßnahmen und Agenden wie dem EU-Renaturierungs-Gesetz 2024 und der UN-Dekade zur Renaturierung von Ökosystemen bereits enthalten. Es ist jedoch eine klarere Kommunikation darüber erforderlich, was Renaturierung leisten kann und was nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anstatt Kohlenstoffgutschriften nachzujagen, sollten wir Ökosysteme wiederherstellen, um Mensch und Natur bei der gemeinsamen Anpassung an eine ungewisse Klimazukunft zu unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Studie ist ein wichtiger Meilenstein, nicht nur für die Wissenschaft an der Leuphana, sondern auch für die globale Gemeinschaft der Renaturierungsforschung. Sie setzt einen neuen Maßstab dafür, wie das Renaturierungspotenzial bewertet werden sollte: mit ökologischem Feingefühl, räumlichem Realismus und Klimavorausschau.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Sie können das Paper hier lesen und teilen: <a href="https://www.nature.com/articles/s41561-025-01742-z">https://www.nature.com/articles/s41561-025-01742-z</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Mitteilung der Nachhaltigkeitsfakultät zur Studie finden Sie hier: <a href="https://www.leuphana.de/einrichtungen/fakultaet/nachhaltigkeit/aktuell/ansicht/2025/08/06/neue-wissenschaftliche-belege-fuer-unwirksame-und-ungerechte-klimapolitik.html ">https://www.leuphana.de/einrichtungen/fakultaet/nachhaltigkeit/aktuell/ansicht/2025/08/06/neue-wissenschaftliche-belege-fuer-unwirksame-und-ungerechte-klimapolitik.html </a></p>
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		<title>Wo Wald auf Steppe trifft: Europas Hotspots der Pflanzenvielfalt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 02 Aug 2025 10:11:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[paper]]></category>
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					<description><![CDATA[Was passiert, wenn trockene Steppe auf feuchten Wald trifft? In Ostmitteleuropa führt diese ungewöhnliche ökologische Überschneidung zur Entstehung eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde. Eine aktuelle Studie von Roleček et al. (2025) kartiert, definiert und charakterisiert diese Ökosysteme, die als perikarpathisches Waldsteppengrasland bekannt sind, und liefert neue Erkenntnisse über ihre Zusammensetzung und biogeografische Bedeutung. Zwar [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Was passiert, wenn trockene Steppe auf feuchten Wald trifft? In Ostmitteleuropa führt diese ungewöhnliche ökologische Überschneidung zur Entstehung eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde. Eine aktuelle Studie von Roleček et al. (2025) kartiert, definiert und charakterisiert diese Ökosysteme, die als perikarpathisches Waldsteppengrasland bekannt sind, und liefert neue Erkenntnisse über ihre Zusammensetzung und biogeografische Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Zwar waren keine Forschenden der Leuphana an dieser Studie beteiligt, die Ergebnisse sind für die ökologische Forschung an der Leuphana jedoch von großer Bedeutung, insbesondere in den Bereichen Pflanzenvielfalt, Landnutzungsgeschichte und Biogeografie von Grünland.</em></p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein ökologisches Wunder mit rekordverdächtigem Artenreichtum</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Waldsteppengraslandschaften der Karpatenvorlandregion liegen in den Ausläufern der Karpaten in der Ukraine, Rumänien, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Österreich und Ungarn. Sie beherbergen eine einzigartige Mischung von Arten, die typisch für Trockensteppen, Feuchtwiesen, Waldränder und gemäßigte Wälder mit offenem Kronendach sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus den Vegetationsdaten der Studie geht hervor, dass der Artenreichtum an Gefäßpflanzen in Parzellen von nur 10-16 m² über 110 Arten erreicht, wobei das derzeitige weltweite Maximum (119 Arten auf 16 m²) in der Westukraine verzeichnet wurde. Ähnliche Werte wurden in den Weißen Karpaten (Tschechien) und in Transsylvanien (Rumänien) festgestellt. Diese Regionen sind durch Hunderte von Kilometern voneinander getrennt, aber ökologisch bemerkenswert ähnlich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="683" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image.jpg" alt="" class="wp-image-1062" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image.jpg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image-300x226.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image-768x578.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Verteilung der Wald-Steppen-Graslandschaften in den Perikarpaten (in rot). Die grün markierten Standorte erreichen nicht den Schwellenwert für die Indikatorarten. Die Standorte mit dem höchsten festgestellten Artenreichtum sind mit Zahlen gekennzeichnet: 1 &#8211; Dzyurkach, Ukraine, 2 -Fânațele Clujului- Valea lui Craiu, Rumänien, 3 &#8211; Porážky, Tschechische Republik.</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Was macht diese Landschaft so besonders?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Autor:innen der Studie verwenden den Begriff „Waldsteppengraslandschaften der Karpatenvorlandregion“, um Grünland zu beschreiben, das zuvor der Assoziation Brachypodio pinnati-Molinietum arundinaceae zugeordnet war. Dieser Begriff unterstreicht sowohl ihre geografische Verbreitung (rund um die Karpaten) als auch ihre Artenzusammensetzung, die Elemente der Waldsteppe, der mesischen Grünlandschaften und der Hochstaudengemeinschaften miteinander verbindet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um diesen Vegetationstyp genau abzugrenzen, verwendeten Roleček und Kolleg:innen 60 Konsensindikatorarten, d. h. Arten, die in mehreren regionalen Studien wiederholt als diagnostisch eingestuft wurden. Der Schwellenwert für die Indikatorarten (der auf einen summierten Indikatorwert ≥ 50 festgelegt wurde) wurde zusammen mit formalen Definitionen zur Klassifizierung der Vegetationsflächen verwendet. Dieser empirisch robuste Ansatz ermöglichte es den Autoren, frühere, manchmal unklare Klassifizierungen zu verfeinern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Grünland ist typischerweise in niedrigeren bis mittleren Höhenlagen auf Hochebenen und sanften Hängen (bis zu 10°) in mäßig warmem und relativ niederschlagsreichem Klima zu finden. Die Böden sind in der Regel tiefgründig und gut entwickelt, oft über weicheren Sedimentgesteinen wie Mergel und Sandsteinen. Diese Substrat- und Hangeigenschaften tragen dazu bei, die offene, krautige Struktur der Vegetation zu erhalten. In Verbindung mit dem Klima und der historischen Kontinuität begünstigt dies den außergewöhnlichen Artenreichtum.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Alte Wurzeln, neue Bedeutung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Warum beherbergen diese Grünlandschaften so besonders viele Arten? Ein wichtiger Faktor ist das langfristige Fortbestehen offener oder halboffener Lebensräume in diesen Regionen seit dem späten Pleistozän und frühen Holozän (also ca. den letzten 20.000 Jahren der Erdgeschichte). Mehrere paläoökologische Belege, darunter Holzkohle, Pollen, Biomarker und Bodenerosionsproxies, stützen die Hypothese, dass eine artenreiche Waldsteppenvegetation über Jahrtausende hinweg fortbestand, selbst in klimatisch günstigen Waldperioden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wichtig ist, dass diese alte Kontinuität die Koexistenz mehrerer ökologischer Artengruppen &#8211; von Steppenspezialisten bis zu Waldrandpflanzen &#8211; in relativ stabilen, konkurrenzarmen Umgebungen ermöglichte. Ohne diesen alten Artenpool gäbe es diese außerordentlich reichen Graslandschaften heute wahrscheinlich nicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="879" height="587" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.jpg" alt="" class="wp-image-1063" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1.jpg 879w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1-300x200.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/07/image-1-768x513.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 879px) 100vw, 879px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Grünland am Standort Dzyurkach in der Westukraine</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Nicht nur eine Frage der Natur, sondern auch der menschlichen Landnutzung (und des Schutzes!)</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Eine auffallende Gemeinsamkeit der meisten artenreichen Standorte ist ihre langjährige Bewirtschaftung als Heuwiesen, die oft einmal jährlich gemäht werden. Die traditionelle Bewirtschaftung mit geringer Intensität (z. B. Mähen, leichte Beweidung oder regelmäßiges Abbrennen) scheint dazu beigetragen zu haben, die strukturelle Heterogenität zu erhalten und das Eindringen von Gehölzen zu verhindern. Viele Standorte sind jedoch heute durch die Aufgabe von Flächen, veränderte Mähregime oder das Eindringen von Sträuchern bedroht, was die Dringlichkeit standortspezifischer Erhaltungsstrategien unterstreicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während in Teilen des zentralrussischen Hochlands ähnlich vielfältige Lebensgemeinschaften dokumentiert wurden, hält die Karpatenregion derzeit den Weltrekord für den Artenreichtum feinräumiger Pflanzen. Die Graslandschaften der Karpaten sind daher ein weltweit bedeutendes Modellsystem für die Untersuchung der Koexistenz von Arten, der ökotonalen Dynamik und des Zusammenspiels natürlicher und kultureller Faktoren der biologischen Vielfalt. Diese herausragenden Eigenschaften machen es umso wichtiger, den Erhalt dieser wertvollen Region zu sichern.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Sie interessieren sich für die Forschung und die Region und möchten mehr erfahren? Hier geht’s zum vollständigen Forschungsartikel: <a href="https://doi.org/10.1111/jbi.15069">https://doi.org/10.1111/jbi.15069</a></p>
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		<title>Dreißig Jahre später: Wie funktioniert die Renaturierung von Grünland?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Jun 2025 15:09:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Konnektivität]]></category>
		<category><![CDATA[Strategie]]></category>
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					<description><![CDATA[In einer stillen Aue in Niedersachsen läuft seit mehr als drei Jahrzehnten ein ökologisches Experiment ab. Anfang der 1990er Jahre waren 300 Hektar intensiv genutztes Ackerland Teil eines staatlich geförderten Naturschutzprojekts zur Renaturierung von artenreichem Grünland. Doch wie erfolgreich war diese Renaturierung? Sind Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen zurückgekehrt? Eine neue Studie von Lunja Ernst und Kolleg:innen, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">In einer stillen Aue in Niedersachsen läuft seit mehr als drei Jahrzehnten ein ökologisches Experiment ab. Anfang der 1990er Jahre waren 300 Hektar intensiv genutztes Ackerland Teil eines staatlich geförderten Naturschutzprojekts zur Renaturierung von artenreichem Grünland. Doch wie erfolgreich war diese Renaturierung? Sind Artenvielfalt und Ökosystemfunktionen zurückgekehrt?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine neue Studie von Lunja Ernst und Kolleg:innen, darunter Vicky Temperton vom Institut für Ökologie der Leuphana, geht diesen Fragen auf den Grund. Indem sie wiederhergestellte Grünlandflächen mit nahe gelegenen alten Dauergrünlandflächen vergleichen, bewerten die Wissenschaftler:innen, welche Artengruppen zurückgekehrt sind, welche noch fehlen und was dies über die Bestandteile einer erfolgreichen Renaturierung aussagt.<br>Ihre Ergebnisse sind recht aufschlussreich: Die Wiederherstellung des Artenreichtums ist möglich, aber die Wiederherstellung ökologischer Funktionen und spezialisierter Gemeinschaften erfordert weit mehr als das Ausstreuen von Samen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Gründlandrenaturierung an einer Flussaue</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Untersuchungsgebiet befindet sich in der Ise-Aue im Landkreis Gifhorn, Niedersachsen. Die Landschaft ist ein Mosaik aus Wäldern, Ackerflächen, Heideflächen, Dauergrünland und wiederhergestelltem Grünland. Die Region ist typisch für Mitteleuropa, wo historische Wiesen mit geringer Nutzungsintensität und hoher Artenvielfalt nach und nach durch intensivierte Landwirtschaft ersetzt wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwischen 1991 und 1992 sollten in diesem Gebiet ehemalige Ackerflächen in artenreiches Grünland umgewandelt werden, allerdings unter Verwendung einer artenarmen landwirtschaftlichen Saatgutmischung: sechs Grasarten und eine Leguminose. Die Idee war pragmatisch: Schnellwüchsiger, produktive Arten aussäen und den Rest der Natur überlassen. Man hoffte, dass nahe gelegene alte Grasflächen als Samenquelle dienen würden, die im Laufe der Zeit eine spontane Wiederbesiedlung ermöglichen würden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der vorliegenden Studie werden 14 dieser wiederhergestellten Standorte mit 14 nahe gelegenen alten Grünlandflächen verglichen, die kontinuierlich in geringer Intensität genutzt und nie in Ackerland umgewandelt wurden. Zwei Jahre lang untersuchten die Forschenden Pfanzen und Schmetterlinge, wobei sie sich auf Gruppen konzentrierten, die Indikatoren für den Erfolg von Renaturierung sind: mesotrophe und feuchte Grünlandpflanzen, blühende Kräuter, Arten der Roten Liste und auf Grünland spezialisierte Schmetterlinge.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="945" height="863" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-2.png" alt="" class="wp-image-1058" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-2.png 945w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-2-300x274.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-2-768x701.png 768w" sizes="auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px" /><figcaption class="wp-element-caption">Karte der Untersuchungsgebiete von wiederhergestelltem Grünland (blau) und altem Dauergrünland (gelb) in der Untersuchungsregion (Ernst et al., 2025). </figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Die Methodik: Renaturierung aus verschiedenen Blickwinkeln</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Forschungsdesign ist so sorgfältig wie der Wiederherstellungsprozess, der bewertet wird. Um die Komplexität der ökologischen Dynamik zu erfassen, bewerten Ernst, Temperton und Kolleg:innen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Artenreichtum und Bedeckung von Pflanzengruppen auf der Grundlage von Felduntersuchungen von Mai bis Juni 2020 und 2021 auf einer Gesamtfläche von 25 m<sup>2</sup>, die in fünf 1 m² und eine 20 m² große Parzelle pro Standort unterteilt ist.</li>



<li>Schmetterlingsvielfalt und -abundanz anhand von vier Erhebungsrunden mit Transekten an denselben Standorten von Mai bis September 2020.</li>



<li>Lebensraumvernetzung/Konnektivität durch QGIS-basierte (geografisches Informationssystem) Analyse von Landschaftsmetriken: Entfernung zum nächstgelegenen alten Grünland und prozentualer Anteil der alten Grünlandflächen innerhalb eines 500 m-Puffers.</li>



<li>Landnutzungsintensität (LUI) anhand eines wiesenspezifischen Indexes, der Mähhäufigkeit und Stickstoffeintrag kombiniert.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Anwendung statistischer Modelle und Ordinationstechniken konnte das Forschungsteam den Einfluss der lokalen Bewirtschaftung (z. B. Mahd und Düngung) und des landschaftlichen Kontextes (z. B. räumliche Isolierung) auf die Verteilung der Arten und die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften aufschlüsseln.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Was funktionierte und was nicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die gute Nachricht: Der Gesamtartenreichtum der Pflanzen war in den wiederhergestellten und den alten Grünlandflächen ähnlich. Dies deutet darauf hin, dass eine Wiederbesiedlung aus der umgebenden Landschaft stattgefunden hat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings ist die Geschichte etwas differenzierter. Die Arten des Feuchtgrünlands waren in den wiederhergestellten Grünlandflächen deutlich seltener und weniger zahlreich vertreten. Diese Arten gediehen auf altem Grünland, insbesondere auf solchen mit natürlichen Senken und feuchten Mikrostandorten &#8211; Merkmale, die auf ehemaligen Ackerflächen fehlen. Der Reichtum an mesotrophen, Rote-Liste- und Blütenpflanzen-Arten und deren Deckung unterschieden sich nicht signifikant zwischen alten und wiederhergestellten Standorten, aber alle nahmen bei höherer Landnutzungsintensität (LUI) stark ab. Wiederhergestellte Standorte wiesen einen höheren Reichtum an Arten des landwirtschaftlichen Grünlands auf, was wahrscheinlich auf die ursprüngliche Saatgutmischung und die laufende Bewirtschaftung zurückzuführen ist. Die Landnutzungsintensität spielt eine entscheidende Rolle: Mit zunehmender Mähhäufigkeit und höherem Stickstoffeintrag gingen Artenreichtum und Deckung der Zielpflanzengruppen drastisch zurück, bei den Pflanzen der Roten Liste um bis zu 100 %.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer Schlüsselfaktor war die Nähe zu altem Grünland. Der Artenreichtum der Pflanzen (insbesondere der mesotrophen und nicht gesäten Arten) war höher, wenn die wiederhergestellten Flächen näher an alten Grünlandflächen lagen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Ausbreitungsbeschränkungen und Ausgangspopulationen für die Ergebnisse der Wiederherstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse für Schmetterlinge stimmen mit denen für Pflanzen überein. Wiederhergestellte und alte Grünlandflächen wiesen keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf den Artenreichtum oder die Abundanz von Schmetterlingen auf. Am wichtigsten war das Vorhandensein von blühenden Kräutern, die wichtige Nektar- und Larvenwirtspflanzen liefern. Der Artenreichtum und die Abundanz von Schmetterlingen stiegen mit zunehmender Blütenbedeckung steil an. Allerdings wies fast ein Drittel der untersuchten Transekte überhaupt keine Blüten auf, was die Eignung des Lebensraums einschränkte. Auch die Intensität der Landnutzung spielte eine Rolle und verringerte indirekt den Blütenreichtum und die Schmetterlingsvielfalt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Renaturierung neu denken: Saatgut, Standorte und Systeme</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Studie erinnert uns eindringlich daran, dass es bei der Wiederherstellung nicht nur um die Fläche geht, sondern auch um Struktur, Funktion und Prozess. Die Aussaat von Grasmischungen mit geringer Artenvielfalt ist für die Wiederherstellung der Zielpflanzen- und Schmetterlingsgemeinschaften unwirksam, selbst nach Jahrzehnten. Es ist jedoch möglich, einen ähnlichen Artenreichtum an Pflanzen zu erreichen wie in alten Graslandschaften.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wie lauten also die Empfehlungen der Forschenden für eine erfolgreiche Wiederherstellung?</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>(Nicht mehr als) Zweimaliges Mähen pro Jahr ist für die Entwicklung blütenreicher Gemeinschaften, die für die Wiederherstellung von Schmetterlingen von entscheidender Bedeutung sind, unerlässlich.</li>



<li>Die Nähe zu bestehenden alten Grünlandflächen kann die Einwanderung der gewünschten Arten im Laufe der Zeit fördern. Für eine wirksame Wiederherstellung von Arten der Feuchtwiesen ist es notwendig, feuchte Mikrostandorte zu schaffen und möglicherweise Samen einzubringen.</li>



<li>Eine kontinuierliche Überwachung und ein anpassungsfähiges Management im Anschluss an die Wiederherstellungsmaßnahmen sind von entscheidender Bedeutung, wie z. B. die Aussaat von Saatgutmischungen mit regionalem Genotyp und geeigneten Wirtspflanzen, während gleichzeitig feuchte Standortbedingungen geschaffen werden.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Da die EU und andere Regionen ehrgeizige Ziele für die Renaturierung von Ökosystemen verfolgen, bieten Studien wie diese wichtige Einblicke in langfristige Ergebnisse. Die Wiederherstellung ist nicht nur ein einmaliger Eingriff, sondern ein fortlaufender, anpassungsfähiger Prozess, bei dem ökologisches Wissen mit den lokalen Gegebenheiten in Einklang gebracht werden muss. Dreißig Jahre später lautet die Botschaft dieses Grünlandgebietes: Die Wiederherstellung erfordert mehr als Zeit und Raum &#8211; sie erfordert eine kontextbezogene Strategie.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Interesse geweckt? Den ganzen Forschungsartikel gibt es hier: <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/rec.70029">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/rec.70029</a> </p>
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		<title>Die verborgene Vielfalt tropischer Waldkronen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Joice Klipel]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Jun 2025 16:04:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Baumdiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Erdsystemmodelle]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[Funktionelle Eigenschaften]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Modelle]]></category>
		<category><![CDATA[Tropische Wälder]]></category>
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					<description><![CDATA[Tropische Wälder gehören zu den artenreichsten und ökologisch wichtigsten Ökosystemen der Erde und beherbergen mehr als zwei Drittel aller bekannten Baumarten. Ihre Baumkronen sind die am stärksten konzentrierte atmosphärische Schnittstelle für Kohlenstoff, Wasser und Energie in der Biosphäre. Die funktionelle Vielfalt &#8211; wie die verschiedenen Arten funktionieren, wachsen und auf ihre Umwelt reagieren &#8211; ist [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Tropische Wälder gehören zu den artenreichsten und ökologisch wichtigsten Ökosystemen der Erde und beherbergen mehr als zwei Drittel aller bekannten Baumarten. Ihre Baumkronen sind die am stärksten konzentrierte atmosphärische Schnittstelle für Kohlenstoff, Wasser und Energie in der Biosphäre. Die funktionelle Vielfalt &#8211; wie die verschiedenen Arten funktionieren, wachsen und auf ihre Umwelt reagieren &#8211; ist jedoch weniger bekannt. Eine Studie von Aguirre-Gutiérrez und Kollegen, zu denen auch Joice Klipel, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Ökologie der Leuphana Universität, gehört, zeichnet ein vielfältiges und dynamisches Bild der Merkmale der Baumkronen tropischer Wälder auf den verschiedenen Kontinenten und gibt Aufschluss über den funktionalen Reichtum und die Divergenz.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Info: Funktioneller Reichtum und funktionelle Divergenz</em></strong><em><br>Der funktionelle Reichtum (FRich) beschreibt das Spektrum der verschiedenen funktionellen Merkmale in einer Gemeinschaft. Ein hoher FRich bedeutet, dass viele ökologische Strategien vorhanden sind, was auf eine größere Anpassungsfähigkeit des Ökosystems schließen lässt. Die funktionale Divergenz (FDiv) misst, wie die Eigenschaften der Arten innerhalb dieses Bereichs verteilt sind. Ein hoher FDiv-Wert deutet darauf hin, dass die Arten funktional unterschiedlich sind und verschiedene Nischen besetzen, was oft mit einer Spezialisierung auf Ressourcen oder starkem Wettbewerb verbunden ist. Zusammengenommen helfen diese Metriken bei der Bewertung der biologischen Vielfalt über die Anzahl der Arten hinaus, indem sie sich darauf konzentrieren, wie die Arten funktionieren.</em></p>



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<h3 class="wp-block-heading">Was sind funktionelle Merkmale und warum sind sie wichtig?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Funktionelle Merkmale sind messbare Eigenschaften von Pflanzen, wie Blattdicke, Nährstoffgehalt oder Holzdichte, die beeinflussen, wie Pflanzen mit ihrer Umwelt interagieren. Diese Merkmale bestimmen wichtige Prozesse wie Photosynthese, Wassernutzung, Nährstoffkreislauf und Kohlenstoffspeicherung. Die Kenntnis dieser Merkmale hilft Wissenschaftlern bei der Beurteilung der Funktionsweise von Wäldern, ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber Veränderungen und ihrer möglichen Reaktion auf klimatische Stressfaktoren wie Dürren oder steigende Temperaturen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die meisten Erdsystemmodelle vernachlässigen den vielfältigen und heterogenen tropischen Waldbiom, indem sie ihn als ein weitgehend einheitliches Ökosystem darstellen. Durch diese grobe Vereinfachung ist die Genauigkeit der Vorhersagen über die Funktionsweise der Ökosysteme, die Rückkopplungen mit dem Klima und die Widerstandsfähigkeit der biologischen Vielfalt begrenzt.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Infos: Erdsystemmodelle</em></strong><em><br>Erdsystemmodelle (ESMs) sind komplexe Computersimulationen, die physikalische, chemische und biologische Prozesse in der Atmosphäre, Biosphäre, Hydrosphäre und Geosphäre integrieren, um zu verstehen und vorherzusagen, wie das Erdsystem auf natürliche und vom Menschen verursachte Veränderungen reagiert. Sie verfolgen die Energie-, Wasser-, Kohlenstoff- und Nährstoffflüsse, um Veränderungen des Klimas, der Vegetation und der biogeochemischen Kreisläufe vorherzusagen.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="238" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-1-1024x238.png" alt="" class="wp-image-1045" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-1-1024x238.png 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-1-300x70.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-1-768x179.png 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/grafik-1.png 1031w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Untersuchungsgebiete, die die Verteilung von 1.814 Vegetationsplots über den ursprünglichen Biome-Raum für tropische Wälder (grau hinterlegt) in Amerika (659,6 ha), Afrika (124,6 ha) und Asien (15,4 ha) zeigt.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ein einzigartiger Versuch, die Merkmale der Baumkronen weltweit zu kartieren</h3>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.56-PM-edited-1024x767.jpeg" alt="" class="wp-image-1040" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.56-PM-edited-1024x767.jpeg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.56-PM-edited-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.56-PM-edited-768x576.jpeg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.56-PM-edited-1536x1151.jpeg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.56-PM-edited-2048x1535.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion darauf führten die Forschenden der Studie eine umfassende Analyse der Merkmale der tropischen Waldkronen durch. Sie kombinierten vor Ort erhobene Daten von mehr als 1 800 Vegetationsparzellen und Baummerkmalen mit Sentinel-2-Satelliten-Fernerkundungs-, Gelände-, Klima- und Bodendaten, um die Variation von 13 morphologischen, chemischen und strukturellen Merkmalen von Bäumen vorherzusagen und die funktionelle Vielfalt von Wäldern in den Tropen Amerikas, Afrikas und Asiens zu kartieren. Die untersuchten Waldstandorte erstrecken sich über eine Gesamtfläche von fast 800 Hektar und decken verschiedene Klimazonen und Landschaften ab.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Infobox: Sentinel-2 Satellitenbilder</em></strong><em><br>Sentinel-2 ist ein Paar von Erdbeobachtungssatelliten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Sie liefern alle 5 Tage hochauflösende optische Bilder, die Daten in 13 Spektralbändern erfassen. Dies ermöglicht Wissenschaftlern die Überwachung von Vegetation, Landnutzung, Gewässern und vielem mehr. In der Ökologie ist Sentinel-2 von entscheidender Bedeutung für die Erkennung von Pflanzenmerkmalen, Waldstrukturen und Umweltveränderungen in kleinem räumlichen Maßstab.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<h3 class="wp-block-heading">Unterschiedliche Waldidentitäten: Amerika, Afrika, Asien</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Analyse zeigt starke biogeografische Unterschiede bei den funktionalen Merkmalen der Baumkronen:</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die amerikanischen Tropenwälder weisen den größten funktionalen Reichtum auf, d. h. sie umfassen ein breiteres Spektrum an Merkmalskombinationen. Dies spiegeln die hohe Artenvielfalt und Umweltheterogenität wider, insbesondere in den Tropen Amerikas.<br>Afrikanische Wälder weisen dagegen die größte funktionale Divergenz auf, was auf ein spezielles Muster der Ressourcennutzung hindeutet. Dies könnte auf langfristige Umweltbelastungen wie historische Dürren zurückzuführen sein.<br>Die tropischen Wälder Asiens (einschließlich Teilen Australiens) weisen hohe Durchschnittswerte für Merkmale wie Blattgröße, Wassergehalt und Nährstoffkonzentration auf, was wahrscheinlich mit der Dominanz der Familie der Flügelfruchtgewächse in Südostasien zusammenhängt.<br>Diese Merkmalsverteilungen deuten darauf hin, dass sich in jeder Region unterschiedliche Strategien herausgebildet haben, die durch die Evolutionsgeschichte, die Bodenfruchtbarkeit, die saisonalen Niederschläge und die früheren Klimabedingungen geprägt sind.</p>



<h5 class="wp-block-heading">Feucht vs. trocken</h5>



<p class="wp-block-paragraph">In trockenen Wäldern (z. B. im brasilianischen Cerrado oder in afrikanischen Savannen) gibt es Arten mit hoher spezifischen Blattfläche (SLA) und nährstoffreichen, schnell umschlagenden Blättern. Dies deutet auf Erwerbsstrategien hin, die für schnelles Wachstum während kurzer feuchter Perioden optimiert sind.<br>Feuchte Wälder (wie Amazonien oder Borneo) weisen Merkmale auf, die mit konservativen Strategien verbunden sind, mit dickeren, dichteren Blättern und höheren Kohlenstoffinvestitionen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.55-PM-edited-1024x767.jpeg" alt="" class="wp-image-1039" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.55-PM-edited-1024x767.jpeg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.55-PM-edited-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.55-PM-edited-768x576.jpeg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.55-PM-edited-1536x1151.jpeg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/06/WhatsApp-Image-2024-03-27-at-6.36.55-PM-edited-2048x1535.jpeg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Bedeutung für Wissenschaft, Naturschutz und Klimamodelle</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Studie verbessert die Realitätsnähe von Erdsystemmodellen durch die Bereitstellung detaillierter Merkmalskarten. Sie identifiziert Regionen mit hohen Unsicherheiten oder Datenlücken, was die künftige Feldarbeit (insbesondere in Teilen Afrikas und Asiens) erleichtert. Darüber hinaus zeigt die Studie die zunehmende Bedeutung von KI und Fernerkundungstechnologien bei der Kartierung von Pflanzenmerkmalen und Biodiversität in großem Maßstab. Diese Instrumente sind zwar leistungsfähig, sollen aber klassische ökologische Methoden wie Feldproben und die Identifizierung von Arten nicht ersetzen, sondern ergänzen. Um wirklich zu verstehen, wie sich die funktionale Vielfalt im Laufe der Zeit verändert, müssen wir weiterhin in die gute alte Feldarbeit investieren, die dann in fortschrittlichere Modelle und Vorhersagen einfließt. Die Erkenntnisse dieser faszinierenden Studie können als Grundlage für die Vorhersage von Veränderungen in der funktionalen Waldzusammensetzung unter sich verändernden Klimabedingungen dienen und zum Aufbau eines prozessbasierten und präzisen ökologischen Modellierungsrahmens auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Skalen beitragen. </p>



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<p class="wp-block-paragraph">Sie möchten mehr über die Studie und ihre Ergebnisse erfahren? Dann lesen Sie den vollständigen Artikel hier: <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-025-08663-2#citeas">https://www.nature.com/articles/s41586-025-08663-2#citeas</a></p>
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		<title>Bergwiesen im Klimawandel: Ein Blick in die Zukunft durch ein besonderes Experiment</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Sylvia Haider]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 06 May 2025 14:06:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaanpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Klimaschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Thermophilisierung]]></category>
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					<description><![CDATA[Bergwiesen stehen im Klimawandel besonders unter Druck – denn er stellt sie vor doppelte Herausforderungen: steigendende Temperaturen (schneller als in tiefer gelegenen Gebieten) und das Vordringen wärmeliebender Arten, die für Konkurrenz sorgen. Im Prozess der „Thermophilisierung“ wandern wärmeliebende Arten aus tieferen Lagen in höhere Lagen ein. Die kälteliebenden Hochlandspezialisten haben jedoch Schwierigkeiten, unter wärmeren Bedingungen [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Bergwiesen stehen im Klimawandel besonders unter Druck – denn er stellt sie vor doppelte Herausforderungen: steigendende Temperaturen (schneller als in tiefer gelegenen Gebieten) und das Vordringen wärmeliebender Arten, die für Konkurrenz sorgen. Im Prozess der „Thermophilisierung“ wandern wärmeliebende Arten aus tieferen Lagen in höhere Lagen ein. Die kälteliebenden Hochlandspezialisten haben jedoch Schwierigkeiten, unter wärmeren Bedingungen zu überleben. Die Studie von Sylvia Haider (vom Ökologie-Institut der Leuphana), Carolin Schaub und Susanne Lachmuth hat untersucht, wie sich wärmere Bedingungen im Zuge des Klimawandels auf die Artenzusammensetzung und die ökologische Funktion der wertvollen und artenreichen Lebensräume der Bergwiesen auswirken könnten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Experiment, das den Berg ins Tal holt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um die Folgen der Temperaturerhöhung zu simulieren, verpflanzten die Forscher:innen Hochlagenpflanzengemeinschaften aus den deutschen Alpen in wärmere, tiefer gelegene Regionen.<a> </a>Über vier Jahre hinweg wurde untersucht, wie sich die transplantierten Pflanzengemeinschaften veränderten – in ihrer Artenzusammensetzung und daraus resultierend in ihrer funktionalen Identität (typische Eigenschaften wie Blattmerkmale und Ressourcennutzungsstrategien) und funktionalen Diversität (Maß für die Vielfalt der funktionalen Eigenschaften innerhalb einer Gemeinschaft). Anders gefragt: Wie verändern sich die Hochlagenpflanzengemeinschaften, wenn sie wärmeren Bedingungen ausgesetzt sind? Welche Arten sind „Gewinner“, welche „Verlierer“? Und wie beeinflusst die Einwanderung wärmeliebender Arten des Tieflands die funktionale Identität und Vielfalt der Gemeinschaften und folglich die Funktionen und Prozesse des Ökosystems?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einzigartig an diesem Ansatz ist, dass ganze Pflanzengemeinschaften in natürliche Standorte integriert wurden. Dadurch konnten reale Wechselwirkungen mit lokalen Arten und Umwelteinflüssen berücksichtigt werden. Solche Experimente liefern realistischere Ergebnisse als vergleichsweise künstliche Erwärmungskammern, da sie unter anderem Konkurrenz mit einheimischen Pflanzenarten und die Wirkung natürlicher Böden einbeziehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0013_neu-1-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1031" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0013_neu-1-1024x768.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0013_neu-1-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0013_neu-1-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0013_neu-1-1536x1152.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/IMG_0013_neu-1-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Was sind die Erkenntnisse und was bedeuten sie?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Rahmen der Studie wurden auf Artebene funktionelle morphologische und biochemische Merkmale von Blättern erfasst, die für die Gemeinschaftsebene die Berechnung von gewichteten Merkmalsmittelwerten, funktionellem Reichtum und funktioneller Divergenz ermöglichten. Diese Konzentration auf funktionelle Merkmale gab Aufschluss darüber, wie sich die Interaktionen zwischen den Arten und die Strategien zur Ressourcennutzung als Reaktion auf die Klimaerwärmung verändern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ergebnisse zeigen, wie dynamisch und gleichzeitig verletzlich montane Ökosysteme sind. Bereits nach den vier Jahren hatten sich die verpflanzten Gemeinschaften stark verändert. Die transplantierten Hochlandgemeinschaften gewannen über die Zeit an Artenreichtum, was sowohl auf die Einwanderung wärmeliebender Tieflandarten als auch auf die „lag phase“ der Hochlandspezialisten, also das verzögerte Verschwinden, zurückzuführen ist. Sie konnten unter anderem durch vegetative Vermehrung (z. B. durch Wurzelausläufer) ein schnelles Aussterben zunächst verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die wärmeliebenden Arten, also jene, die aus tiefergelegenen Regionen stammen, haben eine andere „ökologische Strategie“: Sie wachsen schneller, nehmen mehr Nährstoffe auf und konkurrieren stärker um Licht. Dies könnte langfristig das Überleben der kälteliebenden Spezialisten gefährden, die auf langsames Wachstum und einen sparsamen Ressourceneinsatz setzen. Ein Beispiel dafür ist die Art <em>Poa alpina</em> (Alpen-Rispengras), die im ersten Jahr noch in fast allen verpflanzten Hochlagengemeinschaften vorkam, jedoch bis zum vierten Jahr nahezu verschwunden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis ist damit schon auf den Punkt gebracht: Die verpflanzten Gemeinschaften wurden den Tieflandgemeinschaften immer ähnlicher. Der Berg verliert dadurch einen Teil seiner einzigartigen floristischen Identität und nähert sich der Artenzusammensetzung des Tieflands an.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/Poa-supina_eine-der-Verliererarten-1024x768.jpg" alt="" class="wp-image-1026" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/Poa-supina_eine-der-Verliererarten-1024x768.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/Poa-supina_eine-der-Verliererarten-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/Poa-supina_eine-der-Verliererarten-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/Poa-supina_eine-der-Verliererarten-1536x1152.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/05/Poa-supina_eine-der-Verliererarten-2048x1536.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Ein Weckruf für den Schutz montaner und alpiner Ökosysteme</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt stützen die Ergebnisse die zuvor aufgestellten Hypothesen, dass die Klimaerwärmung zu signifikanten Veränderungen des Artenreichtums, der Artenzusammensetzung und der funktionellen Eigenschaften von Bergwiesengemeinschaften führt. Hochlandpflanzen, die an kältere Temperaturen und nährstoffarme Böden angepasst sind, könnten langfristig durch den Klimawandel verschwinden. Diese Arten sind nicht nur ökologisch, sondern auch kulturell von Bedeutung. Die Studie betont, dass alpine Ökosysteme weltweit ähnliche Risiken teilen. Wieder einmal zeigt sich: Klimawandel und Biodiversitätsverlust sind eng miteinander verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br>Um die wertvollen Bergökosysteme zu erhalten, sind gezielte Schutzmaßnahmen notwendig. Dazu gehören nicht nur die Reduktion von Treibhausgasen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu verringern, sondern auch Strategien, die das Überleben der empfindlichen Hochlandspezialisten schützen und fördern.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wenn Sie die Studie noch tiefergehend interessiert, finden Sie diese hier: <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jvs.13280">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jvs.13280</a> </p>
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		<title>Im Boden verankert: Was Wurzeln über die Renaturierung von Grasland verraten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Apr 2025 19:30:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anpassung]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Priority Effects]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
		<category><![CDATA[paper]]></category>
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					<description><![CDATA[Angesichts des zunehmenden Biodiversitätsverlusts und der Degradierung von Ökosystemen ist ökologische Renaturierung wichtiger denn je. Genauer gesagt: eine effektive und resiliente Renaturierung. Aus ökologischer Sicht ist dabei nicht nur entscheidend, welche Arten etabliert werden, sondern auch wann und in welcher Reihenfolge. Eine aktuelle Studie von Alonso-Crespo und Kolleg*innen – unter anderem mit Vicky Temperton vom [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Angesichts des zunehmenden Biodiversitätsverlusts und der Degradierung von Ökosystemen ist ökologische Renaturierung wichtiger denn je. Genauer gesagt: eine effektive und resiliente Renaturierung. Aus ökologischer Sicht ist dabei nicht nur entscheidend, welche Arten etabliert werden, sondern auch wann und in welcher Reihenfolge. Eine aktuelle Studie von Alonso-Crespo und Kolleg*innen – unter anderem mit Vicky Temperton vom Institut für Ökologie der Leuphana Universität – untersucht, wie das Timing der Artenansiedlung und die Wetterbedingungen zu Beginn eines Renaturierungsvorhabens die langfristige Dynamik von Graslandökosystemen beeinflussen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie präsentiert erste Ergebnisse des Langzeitfeldexperiments zu PriOrity Effect Mechanisms (POEM), das 2020 initiiert wurde. Ziel ist es, zu untersuchen, wie Prioritäts- und Jahreseffekte die Struktur und Funktion nährstoffarmer, saurer Graslandpflanzengemeinschaften im Verlauf der Zeit beeinflussen – sowohl ober- als auch unterirdisch.</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Info: Prioritätseffekte</em></strong><br><em>„Prioritätseffekte treten auf, wenn Arten, die früher ankommen und sich etablieren, die Ansiedlung und den Erfolg später eintreffender Arten stark beeinflussen können – mitunter auch in Bezug auf Ökosystemfunktionen. Sie können zu alternativen Vegetationszuständen führen und spielen daher möglicherweise eine zentrale Rolle im Naturschutz.“</em></p>



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<h3 class="wp-block-heading">Das POEM-Experiment</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auf einem ehemaligen Ackerstandort in Niederhaverbeck in Norddeutschland richtete das Forschungsteam 2020 das POEM-Feldexperiment ein. Es handelt sich um ein mehrjähriges, repliziertes Experiment, in dem unterschiedliche Aussaatabfolgen von Pflanzlich-funktionellen Gruppen (PFGs) – Gräser, Kräuter (Forbs) und Leguminosen – getestet werden. Um Jahreseffekte abzubilden, wurden die Behandlungsplots in verschiedenen Jahren etabliert. Mittels transparenter Röhren, sogenannter Minirhizotrons, und einem Kamerasystem wurde das Wurzelwachstum über drei Jahre hinweg dokumentiert – ohne eine einzige Pflanze auszugraben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="626" height="441" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.png" alt="" class="wp-image-1011" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.png 626w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-300x211.png 300w" sizes="auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Die Abbildung zeigt die fünf in jedem POEM-Subexperiment getesteten Ankunftsszenarien der funktionellen Gruppen (PFG): (1) gleichzeitige Aussaat von Kräutern, Gräsern und Leguminosen beim ersten Aussaattermin (synchron, S), (2) Kräuter 6 Wochen vor Gräsern und Leguminosen (F), (3) Gräser 6 Wochen vor Kräutern und Leguminosen (G), (4) Leguminosen 6 Wochen vor Kräutern und Gräsern (L) und (5) keine zusätzliche Aussaat (freie Sukzession, B).</em></figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Erkenntnisse mit Tiefgang</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Ergebnisse dieses Langzeitexperiments sind bereits jetzt sehr aufschlussreich: Zunächst stellten die Forschenden fest, dass die Zeit seit der Etablierung der stärkste Einflussfaktor auf die Zusammensetzung der Pflanzengemeinschaft war – noch vor der Reihenfolge der funktionellen Gruppen (PFGs) oder dem Jahr der Etablierung. Die Artenvielfalt und Diversität wurde durch die Reihenfolge der Aussaat beeinflusst – und entwickelte sich über die Zeit weiter, wobei auch das Aussaatjahr eine Rolle spielte. Plots, in denen Gräser zuerst ausgesät wurden, wiesen eine geringere Diversität auf – wahrscheinlich durch ihre Dominanz (z.B. <em>Bromus hordeaceus</em>; Weiche Trespe). </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich die unterirdische Produktivität (Gesamtwurzelbiomasse/-dichte) nicht signifikant zwischen den Behandlungen unterschied, war die vertikale Verteilung der Wurzeln deutlich verschieden: Gemeinschaften, in denen Kräuter oder Leguminosen zuerst ausgesät wurden, wuchsen deutlich tiefer in den Boden als Gemeinschaften mit einer frühen Gräseraussaat. Diese Erkenntnisse könnten, wenn sie auch in anderen Graslandschaften zu finden sind, ein nützlicher Weg sein, um Pflanzengemeinschaften mit tieferen Wurzeln zu schaffen, die besser an Dürren angepasst sind. Weitere Forschungen im dritten POEM-Experiment (das im Jahr 2025 eingerichtet wird) werden diese Frage untersuchen. Hier werden Minirhizotronen im Boden installiert, mit denen die Forscher prüfen können, ob es einen wiederholbaren Effekt der Reihenfolge der Ankunft auf die Wurzelverteilung gibt. Ähnliche Ergebnisse in einem kontrollierten Experiment (Alonso-Crospo et al. 2022 Oikos) sind vielversprechend, aber die Forschenden müssen sich die Mühe machen, dasselbe Experiment noch einmal auf dem Feld durchzuführen, um zu wissen, inwieweit diese Ergebnisse verallgemeinerbar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die oberirdische Produktivität hingegen wurde vor allem durch das Aussaatjahr beeinflusst: Plots, die 2020 etabliert wurden, waren produktiver als jene von 2021 – wahrscheinlich aufgrund günstigerer Wetterbedingungen im ersten Jahr. Das zeigt: Das Jahr der Aussaat – als Spiegel wechselnder Umweltbedingungen – hat großen Einfluss auf die anfängliche Entwicklung der Pflanzengemeinschaft.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Folgerungen über das Experiment hinaus</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Da die ökologische Renaturierung zunehmend als Schlüsselmaßnahme für Biodiversitäts- und Klimaschutz gesehen wird, sind differenzierte Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen essenziell. Das POEM-Experiment liefert genau solche und wird weiterhin untersuchen, wie ökologische Vorgeschichte, Prioritätseffekte, funktionelle Merkmale und Wetterbedingungen miteinander wechselwirken und die Wiederherstellung von Ökosystemen prägen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Praxis ergeben sich bereits jetzt wichtige Hinweise: Zum Beispiel zeigt sich, dass Witterungsbedingungen im Etablierungsjahr die Produktivität stark beeinflussen – was nahelegt, dass Aussaaten möglichst auf günstige Zeitfenster abgestimmt werden sollten. Die durch frühe Aussaat von Kräutern oder Leguminosen entstehenden tiefwurzelnden Pflanzengemeinschaften könnten in degradierten Böden die Bodenstabilität erhöhen, die Wasserversorgung verbessern und längerfristig bestehen bleiben. Gerade im Angesicht zunehmender Trockenperioden ist ihre Stabilität und Resilienz besonders wertvoll. Außerdem tragen tiefreichende Wurzeln verstärkt zu langfristigen Kohlenstoffspeichern im Boden bei – ein zentraler Aspekt sogenannter &#8220;Natural Climate Solutions&#8221;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ökologische Experimente wie dieses, die auf den ersten Blick rein wissenschaftlich erscheinen, haben also eine hohe praktische Relevanz – besonders in Zeiten sich überlagernder ökologischer Krisen.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Link zur Studie: <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jvs.70026">https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jvs.70026</a></p>



<p class="wp-block-paragraph">Interesse an Prioritätseffekten geweckt? Hier unserer Beitrag zu : <a href="https://ecology.web.leuphana.de/de/barrieren-abbauen-ein-aufruf-zur-kohasion-bei-studien-uber-prioritatseffekte/"><em>Barrieren abbauen: Ein Aufruf zur Kohäsion bei Studien über Prioritätseffekte – Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</em></a></p>
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		<title>Grünland kann was! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 09:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozial-Ökologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem Grassworks-Blog veröffentlicht. Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das Grassworks-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><em>Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem <a href="https://grassworksprojekt.de/blog/gruenland-kann-was/">Grassworks-Blog</a> veröffentlicht. </em><br><br><em>Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier </em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das <em>Grassworks</em>-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative für den Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein gelungener Abschluss und ein hoffnungsvoller Tag für die Renaturierung von artenreichem Grünland</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich war es so weit: bei der <a href="https://grassworksprojekt.de/grassworks-abschlussveranstaltung/"><em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung</a> stellten wir unsere Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren bei der Renaturierung artenreicher Wiesen und Weiden aus den Blickwinkeln der Ökologie, Ökonomie und Sozial-Ökologie vor. Im gläsernen Saal der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin empfingen wir rund 50 Teilnehmer:innen mit dem Geruch von Heu, viel Anschauungsmaterial zu regionalen Wildpflanzenmischungen und einem spannenden Vortragsprogramm. Zusätzlich nahmen knapp 200 weitere Personen online an der Veranstaltung teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher:innen von <em>Grassworks</em> und unsere geladenen Gäste präsentierten und diskutierten über die Faszination Grünland, wie es um seine Wiederherstellung steht und was wir für artenreiches Grünland tun können. Die bekannte Moderatorin Dr. Tanja Busse, die über sehr viel Erfahrung im Zusammenbringen der Themen Landwirtschaft und Biodiversität verfügt, setzte mit gewohnt scharfem Verstand und Charme den Gesamtrahmen. Die Veranstaltung wurde von <strong>Dr.</strong> <strong>Tanja Busse</strong> und <strong>Prof. Vicky Temperton </strong>mit Worten zur Dringlichkeit des Zusammenbringens von Artenvielfalt und Landwirtschaft eröffnet. Nur wenn wir einen Weg des Miteinanders finden, kann es eine nachhaltige Zukunft geben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="563" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg" alt="" class="wp-image-984" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-300x186.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-768x477.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Vicky Temperton, Co-Projektleiterin mit Prof. Anita Kirmer, hat die Ziele der Veranstaltung und den Rahmen des <em>Grassworks</em>-Projektes vorgestellt, gefolgt von einem Überblick über die Ziele und Projekte der <a href="https://www.feda.bio/de/">FEdA-Forschungsinitiative</a> von <strong>Dr. Julian Taffner</strong>, dem Leiter der zentralen Koordinationsstelle.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Erkenntnisse aus dem <em>Grassworks</em>-Projekt: Vielfältige Perspektiven auf eine multifunktionale Grünlandrenaturierung- Grünland kann was!&nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Anita Kirmer</strong> präsentierte die ökologischen Ergebnisse einer post-hoc Analyse von Renaturierungsmaßnahmen auf 121 in ganz Deutschland verteilten Flächen. Hier ging es darum, den ökologischen Erfolg in bereits renaturierten Flächen in drei unterschiedlichen Regionen entlang eines Nord-Süd-Gradienten in Deutschland zu erfassen. Durch den Vergleich mit artenreichen und degradierten Referenzgrünlandflächen ließ sich eindrucksvoll zeigen, dass die Renaturierung auf den untersuchten Grünlandflächen alles in allem erfolgreich war. Besonders geeignete Renaturierungsmaßnahmen waren insbesondere die Verwendung von Direkterntemethoden (bspw. Mahdguttransfer) und die Einsaat regionaler Wildpflanzenmischungen. Sind die Pflanzenarten erst einmal wieder etabliert, kommen die Bienen und Schmetterlinge nach.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="559" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg" alt="" class="wp-image-987" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-300x185.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-768x473.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Volker Beckmann</strong> ergänzte eine ökonomische Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit von extensiver Pflege. Anhand von den betriebswirtschaftlichen Daten der Bewirtschafter:innen ermittelte sein Team, dass die durchschnittliche Förderung den Mehraufwand der extensiven Bewirtschaftung noch nicht ausgleichen kann.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="603" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-985" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-300x199.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-768x511.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend berichtete <strong>Konrad Gray</strong> über die transdisziplinäre Arbeit in den Reallaboren, wo die Renaturierung artenreichen Grünlandes in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokalen Akteur:innen gemeinsam erprobt wurde. So kann die aktive Auseinandersetzung zwischen Akteur:innen und mit ihrer Umwelt vielseitige und plurale Werte und Beziehungen miteinander und mit der Natur stärken. Durch gestärkte soziale und sozial-ökologische Bindungen wird nicht nur die Renaturierung von Grünland erfolgreicher, sondern es lassen sich hoffentlich auch langfristig nachhaltige Nutzungskonzepte durch enge Kollaboration schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="567" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg" alt="" class="wp-image-990" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-300x188.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-768x480.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dann stellte <strong>Dr. Michaela Meyer</strong> vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e. V. (DVL) Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis vor. Der kürzlich veröffentlichte Praxisleitfaden “<strong>Artenreiche Wiesen und Weiden erfolgreich anlegen</strong>” steht kostenlos zum <a href="https://www.dvl.org/publikationen/dvl-schriftenreihe">Download</a> bereit. Darin finden Sie Informationen zu rechtlichen Hintergründen, Fördermöglichkeiten und Ratschläge, wie Hindernisse und Herausforderungen gemeistert werden können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="505" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg" alt="" class="wp-image-988" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-300x167.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-768x428.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss hat <strong>Prof. Vicky Temperton</strong> einen großen integrativen Bogen gezogen zwischen den Ergebnissen aus ökologischer, sozialwissenschaftlicher und sozialökologischer Perspektive.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg" alt="" class="wp-image-989" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die ökologischen Ergebnisse wirken auf dem ersten Blick vielversprechend, aber ein nuancierter zweiter Blick zeigt, wie wichtig es ist, der Variabilität in den Ergebnissen und der Rolle der Bewirtschaftungsweise hierbei Beachtung zu schenken. Hier könnte der seit langem beobachtete Artenschwund und die Wahrnehmung von reduzierter Artenvielfalt als die neue Normalität, der sogenannten “Shifting Baseline” Effekt, eine Rolle spielen. Die artenreichen Referenzflächen waren zwar in einem guten Zustand, aber nicht mehr so artenreich wie vor fünfzig oder hundert Jahren. Somit sehen die Erfolge auf den renaturierten Flächen womöglich besser aus, als sie es gegenüber artenreichen Wiesen und Weiden aus den 1950er Jahren wären. Aus der sozialen Perspektive zeichnet sich ab, dass Renaturierungsprojekte, die partizipativ und sind weniger hierarchischgeführt werden, erfolgreicher sind (zumindest in der Wahrnehmung der Teilnehmenden). Die Mitarbeit und das <em>Mit-Erschaffen</em> (<em>co-creation)</em> in Renaturierungsprojekten hat zu einer Verstärkung relationaler Werte geführt. Diese sogenannten Beziehungswerte sind wichtig für die Verbindung mit dem Lebensraum Grünland und stärken die Motivation diesen zu erhalten. Interessanterweise erwies artenreiches Grünland zum einen als „Problemkind“ im Biodiversitätsverlustbereich und gleichzeitig als Zugpferd für eine Transformation hin zu mehr Vielfalt.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden – Zeugnis unserer Kulturlandschaft – Ergebnis von Mensch-Natur Beziehungen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die <em>Grassworks</em>-Hypothese</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im Grassworks-Projekt sind sich einig, dass eine erfolgreiche Renaturierung von Grünland nur dann gelingen kann, wenn in die artenarmen Flächen gebietseigene Wildpflanzen, insbesondere Kräuter, etabliert werden können. Dies kann mittels Direkterntemethoden oder der Ansaat artenreicher Samenmischungen aus zertifizierter, regionaler Vermehrung erfolgen. Um die Etablierung dieser eingebrachten Wildpflanzen zu ermöglichen, muss die Fläche gut vorzubereitet werden, d. h. eine Narbenstörung ist unbedingt notwendig. Gleichzeitig schloss der DVL aus der gemeinschaftlichen, wissenschaftlichen und praktischen Arbeit, dass das Miteinander zwischen Landwirt:innen und den Akteuren des Naturschutzes von großer Wichtigkeit ist. Renaturierung und Erhalt von artenreichem Grünland gestaltet sich um ein Vielfaches leichter und erfolgreicher, wenn beide Akteursgruppen nicht als Antagonist:innen agieren. Vielmehr müssen diese als Partner:innen in Beratung und Begleitung eines Vorhabens kollaborieren und sich gegenseitig unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ein Miteinander von Akteuren aus Naturschutz und Landwirtschaft besser funktioniert als ein Gegeneinander, wurde auch von den Teilnehmer:innen der abschließenden <strong>Podiumsdiskussion</strong>, <strong>Dr. Jürgen Metzner</strong> vom DVL, <strong>Prof. Sabine Tischew</strong> von der Hochschule Anhalt, <strong>Dr.</strong> <strong>Julian Taffner</strong> von der FEdA und <strong>Steffen Pingen</strong> vom Bundesbauernverband, immer wieder betont. Trotz Differenzen herrschte Einigkeit, dass mehr Anstrengungen zum Schutz von Grünlandökosystemen notwendig seien, aber auch darin, dass die bisherigen Konzepte insbesondere zur Honorierung und Einbeziehung der Landwirte nicht ausreichen. Es kam der Gedanke auf, dass es durchaus eine gute Idee sein könnte, wenn der Bauernverband mit dem DVL zusammen nach Brüssel reisen würde. Die unterschiedlichen Perspektiven der geladenen Gäste wurden von <strong>Dr. Tanja Busse</strong> professionell moderiert und etwaige Widersprüche gekonnt in Szene gesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg" alt="" class="wp-image-986" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Forschung in den Reallaboren belegte eine große Übereinstimmung zwischen den Teilnehmenden. Denn auch die Akteur:innen entdeckten, dass sie eine vielfältige Wertschätzung für Grünland teilten und tauschten sich intensiv miteinander aus, welche Bedeutung Wiesen und Weiden für sie in ihrer Heimat haben. Durch diese gefestigten und vielschichtigen Beziehungen mit und um Grünland ließen sich in den Projektregionen Ansätze erarbeiten, die den Zustand und das gesellschaftliche Ansehen artenreichen Grünlandes nachhaltig verbessert haben, was hoffentlich noch lange Bestand hat. Ein Mehr an Verständnis und Wertschätzung füreinander, zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft, kann so einen transformativen Wandel anstoßen, bei dem Grünland als sozial-ökologisches System gesellschaftlich getragenen Artenreichtum produziert. Eine direktere Einbindung in lokale Systeme kann zur (nicht-) monetären Honorierung beitragen und somit die erkannte Lücke an Wertschaffung und Wertschöpfung adressieren. Denn die maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit beitragenden Fördermaßnahmen sind nicht nur häufig betriebswirtschaftlich unzureichend, sondern auch zu kompliziert oder unflexibel für Bewirtschafter:innen und Naturschutzziele.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gastvorträge zum Thema Multifunktionalität von Grünland</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einleitende Worte gab <strong>Prof. Josef Settele</strong>, bekannt als Bestäubungsexperte im IPBES (Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services), mit einem Rundumblick auf den Artenverlust und der elementaren Rolle des Grünlandes. Er betonte dabei den engen Zusammenhang zwischen der Vielfalt im Offenland und Grünland und der Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Das Potenzial der Natur, auf kontinuierliche und nachhaltige Weise zur guten Lebensqualität der Menschen beizutragen, ist bei nahezu allen untersuchten Ökosystemleistungen gesunken.&nbsp;Nur durch die Wiederherstellung von artenreichen Ökosystemen ist es möglich, dieser Entwicklung entgegentreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Eckhard Jedicke</strong> von der Hochschule Geisenheim folgte mit einem klaren Pläidoyer für den Ansatz der Multifunktionalität als Bestandteil einer Transformation hin zu mehr Vielfalt. Nur wenn die wahren Werte des artenreichen Grünlandes, d. h. was es uns geben kann (den Beitrag zum Gemeinwohl), von unserer Gesellschaft klarer wahrgenommen und wertgeschätzt werden, ist eine Transformation möglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg" alt="" class="wp-image-991" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss hat <strong>Simon Keelan</strong> vom Bundesamt für Naturschutz die ersten Eckpunkte der Planung zur Durchführung der EU-Wiederherstellungsverordnung (EU Restoration Regulation) vorgestellt, und klar gemacht, dass dieser gesetzliche Meilenstein sowohl eine große Chance als auch eine Herausforderung darstellt. Die Kernergebnisse von Projekten wie <em>Grassworks</em> werden bei der flächenhaften Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>So kann es gehen …&nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Simone Schneider</strong> vom SICONA Naturschutzsyndikat Luxemburg präsentierte den eindrucksvollen nationalen Aktionsplan zum Erhalt und der Wiederherstellung artenreichen Grünlandes in Luxembourg, gekennzeichnet durch die klare Priorisierung von notwendigen Maßnahmen. Im Umfang dessen werden jeder Naturschutzbehörde und Organisation personelle und finanzielle Kapazitäten bereitgestellt, um die hoch gesetzten Ziele zu erreichen und insbesondere die persönliche Beratung und Kollaboration mit Landwirt:innen vor Ort zu ermöglichen. Zusätzlich wurde ein Forum auf hoher politischer Ebene gegründet, in welchem zukünftige Positionen und Strategien im Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz für die nationale Ebene ausgearbeitet werden sollen. Insgesamt ein sehr positiver Ausblick für Grünland.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fazit &amp; Ausblick</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem wurde aus den Ergebnissen des <em>Grassworks</em>-Projektes, den Gastvorträgen sowie Publikumsgesprächen und der Podiumsdiskussion deutlich: <strong>Artenreiches Grünland kann was!</strong> Und dafür ist es notwendig, dass Naturschutz, Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist außerdem von Bedeutung, die vielfältigen Werte und Beziehungen bezüglich des artenreichen Grünlandes ins Bewusstsein zu rufen und spürbar zu machen. Deshalb wird nicht nur bei <em>Grassworks</em>, sondern auch bei vielen weiteren akademischen, politischen und gesellschaftlichen Initiativen daran gearbeitet, Gemeinwohlleistungen des Grünlandes bewusst zu machen und dessen Wertschätzung zu verbessern. Derzeit bereiten Forscher:innen aus <em>Grassworks</em> eine Liste von Kernforderungen an die Politik und weitere relevante Akteure vor, um diesen Weg voranzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsentationen, Diskussionen und Gespräche der <em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung konnten Wege und Mittel aufzeigen, wie Forschung und Praxis erfolgreich in Schutz und Wiederherstellung artenreichen Grünlandes zusammenarbeiten und wie die derzeitigen Ansätze weiterentwickelt werden können. Denn Grünland kann was. <strong>Lasst uns dieses Potential nutzen!</strong></p>
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		<title>Start des Living Lab in Rutsiro: Sozial-ökologische Systemperspektive auf Renaturierung in Ruanda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;William Apollinaire]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 11:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinarität]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial-ökologische Systeme]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Das Forschungsprojekt Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist aufgrund der zunehmenden Landdegradation, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels zu einer globalen Priorität geworden. Dennoch sind die ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Auswirkungen von Restaurierungsmaßnahmen noch unzureichend verstanden. Das DFG-Forschungsprojekt Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas (2023–2028) zielt darauf ab, ein umfassendes Rahmenwerk [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Info: Das Forschungsprojekt</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist aufgrund der zunehmenden Landdegradation, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels zu einer globalen Priorität geworden. Dennoch sind die ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Auswirkungen von Restaurierungsmaßnahmen noch unzureichend verstanden. Das DFG-Forschungsprojekt <a href="https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/496337053?language=de">Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas</a></em> <em>(2023–2028) zielt darauf ab, ein umfassendes Rahmenwerk zu entwickeln, das die Wiederherstellung von Ökosystemen aus einer sozial-ökologischen Systemperspektive betrachtet, um die Mechanismen hinter unterschiedlichen Restaurierungsergebnissen besser zu verstehen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit einem Fokus auf West-Ruanda, das eine Vorreiterrolle in der globalen Restaurierung einnimmt, soll das Projekt sowohl standortspezifische Erkenntnisse gewinnen als auch übertragbares Wissen für weltweite Restaurierungsmaßnahmen generieren. Das interdisziplinäre Forschungsteam umfasst Wissenschaftler:innen der Leuphana Universität (Institut für Sozial-Ökologische Systeme (SESI) und Institut für Ökologie (IE)), der Universitäten in Göttingen und Kassel sowie auch der FU Berlin. Die Forschungseinheit gliedert sich in acht miteinander verbundene Teilprojekte, die in vier Cluster organisiert sind (siehe unten). Durch eine Kombination aus nachträglichen Bewertungen, partizipativen Experimenten und zukunftsorientierter Szenarioplanung soll ein umfassendes Verständnis der Dynamik von Ökosystemrestaurierung entwickelt werden. Die Erkenntnisse sollen die Restaurierungswissenschaft und sozial-ökologische Forschung voranbringen, direkte Vorteile für Restaurierungsmaßnahmen in Ruanda bieten und global zur Verbesserung von Restaurierungspraktiken beitragen.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="666" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1024x666.png" alt="" class="wp-image-965" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1024x666.png 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-300x195.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-768x499.png 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1536x998.png 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1.png 1731w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die vier Forschungsprojektcluster zum sozial-ökologischen Systemansatz für die Renaturierung von Ökosystemen.<br>Quelle: <a href="https://ecosystemrestoration.net/subprojects/">https://ecosystemrestoration.net/subprojects/</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eines der Teilprojekte (SP7), geleitet von Vicky Temperton vom Leuphana Institut für Ökologie und Stefan Sieber (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.), konzentriert sich auf den Aufbau eines Living Labs, das Wissenschaft und Praxis in den ruandischen Restaurierungsmaßnahmen miteinander verbinden soll. Während frühere Restaurierungsprojekte hauptsächlich auf Eukalyptus-Monokulturen setzten, fördern neue Initiativen den Einsatz heimischer Baumarten, um die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu verbessern. Mit einem transdisziplinären Ansatz arbeitet SP7 mit Stakeholdern zusammen, um Restaurierungslösungen gemeinsam zu entwerfen, zu erarbeiten und zu bewerten. Wissenschaftliche Experimente werden in zwei Governance-Modellen durchgeführt, um deren Auswirkungen auf Biodiversität, Resilienz und Lebensgrundlagen zu vergleichen.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der folgende Artikel wurde ursprünglich von Dr. William Apollinaire auf dem <a href="https://ecosystemrestoration.net/">Blog &#8220;Ecosystem Restoration&#8221; </a>verfasst und veröffentlicht.</em></p>



<figure class="wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex">
<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="960" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-960" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image_neu-1-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="962" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-962" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image3_neu-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="961" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-961" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption"><em>Fotos der Living Lab Standorte im Gihango-Sektor: Zwischenfruchtanbau und Agroforstwirtschaft in lokalen Hausgärten.<br>Fotos: Dr. William Apollinaire</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <em>Rwanda Restore</em>-Projektauftakt in Kigali im Januar 2024 und einer Konferenz mit Restaurierungsstakeholdern vom 19. bis 21. Februar 2025 wurde das Living Lab der SP7-Forschungseinheit am 25. Februar 2025 offiziell im Rutsiro-Distrikt im Westen Ruandas eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Workshops nahmen 42 Personen aus Wissenschaft, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie lokalen Gemeinschaften teil. Ziel war es, einen Living Lab Roundtable zu etablieren, zwei Governance-Modelle für das Living Lab zu definieren und eine Verhaltensrichtlinie sowie eine Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Workshops Herausforderungen und Chancen für die Renaturierung in Rutsiro in der Gegenwart, mittelfristig und langfristig diskutiert – unter Anwendung des Three Horizons Approach zur strategischen Renaturierungsplanung in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kleingruppen entwickelten die Teilnehmenden den Verhaltenskodex, Kommunikationsprinzipien und Strategien sowie eine dreistufige Zukunftsperspektive für die Renaturierung in Rutsiro. Zum Abschluss besuchten die Teilnehmenden verschiedene Standorte des Living Labs im Gihango-Sektor. Während der Exkursion wanderte das Forschungsteam durch die hügelige Landschaft, um verschiedene Landnutzungen zu beobachten und das Potenzial für Renaturierungsmaßnahmen zu bewerten. Begleitet wurden sie von lokalen Feldassistent:innen und Mitgliedern von Bauernverbänden, die wertvolle Einblicke lieferten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Community-Workshop wurde in zwei Gemeinden des Gihango-Sektors abgehalten: Teba und Shyembe. An der Exkursion nahmen Vertreter:innen von Bauernverbänden und -kooperativen, Schreiner:innen, traditionelle Heiler:innen, Imker:innen sowie Landbesitzer:innen der Living Lab Standorte teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich fanden individuelle Besuche bei Modellbauer:innen statt, die ihre Ernährung durch die Integration von Nutzpflanzen wie Chayote, Passionsfrucht, Avocado, Ananas und Gurken in Agroforstsysteme verbessert haben – entweder für den Eigenverbrauch oder für den Verkauf. In einigen Fällen kombinieren die Landwirt:innen eine Vielzahl von Obstpflanzen und Leguminosen auf denselben Flächen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="420" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1024x420.jpg" alt="" class="wp-image-966" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1024x420.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-300x123.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-768x315.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1536x629.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Arbeitsphasen der Implementierung des Living Labs. WP1 wurde bereits abgeschlossen.<br>Quelle: <a href="https://ecosystemrestoration.net/sp7/">https://ecosystemrestoration.net/sp7/</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswahl der Untersuchungsgebiete und die soziale Netzwerkanalyse wurden bereits 2024 abgeschlossen. Das Roundtable-Format wurde nun eingerichtet, und bis Ende des Jahres wird der Arbeitsprozess weitergeführt: Dazu gehören die gemeinsame Gestaltung von Feldversuchen, die Definition von Wirkungsbereichen, die Abgrenzung und Registrierung von Demonstrationsflächen sowie das Abschließen von Nachhaltigkeitsvereinbarungen mit Landbesitzer:innen innerhalb der Living Lab Standorte. Darüber hinaus wird das Stakeholder-Roundtable bald Erfolgsindikatoren für die Renaturierungssmaßnahmen entwickeln.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Mehr Informationen zum Forschungsprojekt und den Teilprojekten gibt es hier:<br><a href="https://ecosystemrestoration.net/subprojects/">https://ecosystemrestoration.net/subprojects/</a></p>
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					<wfw:commentRss>https://ecology.web.leuphana.de/de/start-des-living-lab-in-rutsiro-sozial-okologische-systemperspetive-auf-renaturierung-in-ruanda/feed/</wfw:commentRss>
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