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	<title>Austausch &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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	<title>Austausch &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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		<title>Grünland kann was! </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Apr 2025 09:04:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
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		<category><![CDATA[Sozial-Ökologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem Grassworks-Blog veröffentlicht. Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das Grassworks-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Info: Der folgende Artikel wurde ursprünglich auf dem <a href="https://grassworksprojekt.de/blog/gruenland-kann-was/">Grassworks-Blog</a> veröffentlicht. </em><br><br><em>Autor:innen: Vicky Temperton, Line Sturm, Lukas Kuhn, Anita Kirmer, Miriam Wiesmeier </em></p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wie erfolgreich ist die Renaturierung von artenreichem Grünland in Deutschland? Mit dieser Frage haben sich Forscher:innen seit vielen Jahren beschäftigt und schließlich vor vier Jahren das <em>Grassworks</em>-Projekt ins Leben gerufen, gefördert über die Forschungsinitiative für den Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein gelungener Abschluss und ein hoffnungsvoller Tag für die Renaturierung von artenreichem Grünland</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Endlich war es so weit: bei der <a href="https://grassworksprojekt.de/grassworks-abschlussveranstaltung/"><em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung</a> stellten wir unsere Erkenntnisse zu Erfolgsfaktoren bei der Renaturierung artenreicher Wiesen und Weiden aus den Blickwinkeln der Ökologie, Ökonomie und Sozial-Ökologie vor. Im gläsernen Saal der Vertretung des Landes Niedersachsen in Berlin empfingen wir rund 50 Teilnehmer:innen mit dem Geruch von Heu, viel Anschauungsmaterial zu regionalen Wildpflanzenmischungen und einem spannenden Vortragsprogramm. Zusätzlich nahmen knapp 200 weitere Personen online an der Veranstaltung teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Forscher:innen von <em>Grassworks</em> und unsere geladenen Gäste präsentierten und diskutierten über die Faszination Grünland, wie es um seine Wiederherstellung steht und was wir für artenreiches Grünland tun können. Die bekannte Moderatorin Dr. Tanja Busse, die über sehr viel Erfahrung im Zusammenbringen der Themen Landwirtschaft und Biodiversität verfügt, setzte mit gewohnt scharfem Verstand und Charme den Gesamtrahmen. Die Veranstaltung wurde von <strong>Dr.</strong> <strong>Tanja Busse</strong> und <strong>Prof. Vicky Temperton </strong>mit Worten zur Dringlichkeit des Zusammenbringens von Artenvielfalt und Landwirtschaft eröffnet. Nur wenn wir einen Weg des Miteinanders finden, kann es eine nachhaltige Zukunft geben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="907" height="563" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg" alt="" class="wp-image-984" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-300x186.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-768x477.jpeg 768w" sizes="(max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Prof. Vicky Temperton, Co-Projektleiterin mit Prof. Anita Kirmer, hat die Ziele der Veranstaltung und den Rahmen des <em>Grassworks</em>-Projektes vorgestellt, gefolgt von einem Überblick über die Ziele und Projekte der <a href="https://www.feda.bio/de/">FEdA-Forschungsinitiative</a> von <strong>Dr. Julian Taffner</strong>, dem Leiter der zentralen Koordinationsstelle.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Erkenntnisse aus dem <em>Grassworks</em>-Projekt: Vielfältige Perspektiven auf eine multifunktionale Grünlandrenaturierung- Grünland kann was!&nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Anita Kirmer</strong> präsentierte die ökologischen Ergebnisse einer post-hoc Analyse von Renaturierungsmaßnahmen auf 121 in ganz Deutschland verteilten Flächen. Hier ging es darum, den ökologischen Erfolg in bereits renaturierten Flächen in drei unterschiedlichen Regionen entlang eines Nord-Süd-Gradienten in Deutschland zu erfassen. Durch den Vergleich mit artenreichen und degradierten Referenzgrünlandflächen ließ sich eindrucksvoll zeigen, dass die Renaturierung auf den untersuchten Grünlandflächen alles in allem erfolgreich war. Besonders geeignete Renaturierungsmaßnahmen waren insbesondere die Verwendung von Direkterntemethoden (bspw. Mahdguttransfer) und die Einsaat regionaler Wildpflanzenmischungen. Sind die Pflanzenarten erst einmal wieder etabliert, kommen die Bienen und Schmetterlinge nach.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="907" height="559" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg" alt="" class="wp-image-987" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-300x185.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-3-768x473.jpeg 768w" sizes="(max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Volker Beckmann</strong> ergänzte eine ökonomische Einschätzung zur Wirtschaftlichkeit von extensiver Pflege. Anhand von den betriebswirtschaftlichen Daten der Bewirtschafter:innen ermittelte sein Team, dass die durchschnittliche Förderung den Mehraufwand der extensiven Bewirtschaftung noch nicht ausgleichen kann.&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="907" height="603" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg" alt="" class="wp-image-985" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-300x199.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-1-768x511.jpeg 768w" sizes="(max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend berichtete <strong>Konrad Gray</strong> über die transdisziplinäre Arbeit in den Reallaboren, wo die Renaturierung artenreichen Grünlandes in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und lokalen Akteur:innen gemeinsam erprobt wurde. So kann die aktive Auseinandersetzung zwischen Akteur:innen und mit ihrer Umwelt vielseitige und plurale Werte und Beziehungen miteinander und mit der Natur stärken. Durch gestärkte soziale und sozial-ökologische Bindungen wird nicht nur die Renaturierung von Grünland erfolgreicher, sondern es lassen sich hoffentlich auch langfristig nachhaltige Nutzungskonzepte durch enge Kollaboration schaffen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="567" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg" alt="" class="wp-image-990" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-300x188.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-6-768x480.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dann stellte <strong>Dr. Michaela Meyer</strong> vom Deutschen Verband für Landschaftspflege e. V. (DVL) Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis vor. Der kürzlich veröffentlichte Praxisleitfaden “<strong>Artenreiche Wiesen und Weiden erfolgreich anlegen</strong>” steht kostenlos zum <a href="https://www.dvl.org/publikationen/dvl-schriftenreihe">Download</a> bereit. Darin finden Sie Informationen zu rechtlichen Hintergründen, Fördermöglichkeiten und Ratschläge, wie Hindernisse und Herausforderungen gemeistert werden können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="505" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg" alt="" class="wp-image-988" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-300x167.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-4-768x428.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss hat <strong>Prof. Vicky Temperton</strong> einen großen integrativen Bogen gezogen zwischen den Ergebnissen aus ökologischer, sozialwissenschaftlicher und sozialökologischer Perspektive.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg" alt="" class="wp-image-989" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-5-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die ökologischen Ergebnisse wirken auf dem ersten Blick vielversprechend, aber ein nuancierter zweiter Blick zeigt, wie wichtig es ist, der Variabilität in den Ergebnissen und der Rolle der Bewirtschaftungsweise hierbei Beachtung zu schenken. Hier könnte der seit langem beobachtete Artenschwund und die Wahrnehmung von reduzierter Artenvielfalt als die neue Normalität, der sogenannten “Shifting Baseline” Effekt, eine Rolle spielen. Die artenreichen Referenzflächen waren zwar in einem guten Zustand, aber nicht mehr so artenreich wie vor fünfzig oder hundert Jahren. Somit sehen die Erfolge auf den renaturierten Flächen womöglich besser aus, als sie es gegenüber artenreichen Wiesen und Weiden aus den 1950er Jahren wären. Aus der sozialen Perspektive zeichnet sich ab, dass Renaturierungsprojekte, die partizipativ und sind weniger hierarchischgeführt werden, erfolgreicher sind (zumindest in der Wahrnehmung der Teilnehmenden). Die Mitarbeit und das <em>Mit-Erschaffen</em> (<em>co-creation)</em> in Renaturierungsprojekten hat zu einer Verstärkung relationaler Werte geführt. Diese sogenannten Beziehungswerte sind wichtig für die Verbindung mit dem Lebensraum Grünland und stärken die Motivation diesen zu erhalten. Interessanterweise erwies artenreiches Grünland zum einen als „Problemkind“ im Biodiversitätsverlustbereich und gleichzeitig als Zugpferd für eine Transformation hin zu mehr Vielfalt.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Artenvielfalt auf Wiesen und Weiden – Zeugnis unserer Kulturlandschaft – Ergebnis von Mensch-Natur Beziehungen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die <em>Grassworks</em>-Hypothese</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph">Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen im Grassworks-Projekt sind sich einig, dass eine erfolgreiche Renaturierung von Grünland nur dann gelingen kann, wenn in die artenarmen Flächen gebietseigene Wildpflanzen, insbesondere Kräuter, etabliert werden können. Dies kann mittels Direkterntemethoden oder der Ansaat artenreicher Samenmischungen aus zertifizierter, regionaler Vermehrung erfolgen. Um die Etablierung dieser eingebrachten Wildpflanzen zu ermöglichen, muss die Fläche gut vorzubereitet werden, d. h. eine Narbenstörung ist unbedingt notwendig. Gleichzeitig schloss der DVL aus der gemeinschaftlichen, wissenschaftlichen und praktischen Arbeit, dass das Miteinander zwischen Landwirt:innen und den Akteuren des Naturschutzes von großer Wichtigkeit ist. Renaturierung und Erhalt von artenreichem Grünland gestaltet sich um ein Vielfaches leichter und erfolgreicher, wenn beide Akteursgruppen nicht als Antagonist:innen agieren. Vielmehr müssen diese als Partner:innen in Beratung und Begleitung eines Vorhabens kollaborieren und sich gegenseitig unterstützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass ein Miteinander von Akteuren aus Naturschutz und Landwirtschaft besser funktioniert als ein Gegeneinander, wurde auch von den Teilnehmer:innen der abschließenden <strong>Podiumsdiskussion</strong>, <strong>Dr. Jürgen Metzner</strong> vom DVL, <strong>Prof. Sabine Tischew</strong> von der Hochschule Anhalt, <strong>Dr.</strong> <strong>Julian Taffner</strong> von der FEdA und <strong>Steffen Pingen</strong> vom Bundesbauernverband, immer wieder betont. Trotz Differenzen herrschte Einigkeit, dass mehr Anstrengungen zum Schutz von Grünlandökosystemen notwendig seien, aber auch darin, dass die bisherigen Konzepte insbesondere zur Honorierung und Einbeziehung der Landwirte nicht ausreichen. Es kam der Gedanke auf, dass es durchaus eine gute Idee sein könnte, wenn der Bauernverband mit dem DVL zusammen nach Brüssel reisen würde. Die unterschiedlichen Perspektiven der geladenen Gäste wurden von <strong>Dr. Tanja Busse</strong> professionell moderiert und etwaige Widersprüche gekonnt in Szene gesetzt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg" alt="" class="wp-image-986" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-2-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Forschung in den Reallaboren belegte eine große Übereinstimmung zwischen den Teilnehmenden. Denn auch die Akteur:innen entdeckten, dass sie eine vielfältige Wertschätzung für Grünland teilten und tauschten sich intensiv miteinander aus, welche Bedeutung Wiesen und Weiden für sie in ihrer Heimat haben. Durch diese gefestigten und vielschichtigen Beziehungen mit und um Grünland ließen sich in den Projektregionen Ansätze erarbeiten, die den Zustand und das gesellschaftliche Ansehen artenreichen Grünlandes nachhaltig verbessert haben, was hoffentlich noch lange Bestand hat. Ein Mehr an Verständnis und Wertschätzung füreinander, zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Gesellschaft, kann so einen transformativen Wandel anstoßen, bei dem Grünland als sozial-ökologisches System gesellschaftlich getragenen Artenreichtum produziert. Eine direktere Einbindung in lokale Systeme kann zur (nicht-) monetären Honorierung beitragen und somit die erkannte Lücke an Wertschaffung und Wertschöpfung adressieren. Denn die maßgeblich zur Wirtschaftlichkeit beitragenden Fördermaßnahmen sind nicht nur häufig betriebswirtschaftlich unzureichend, sondern auch zu kompliziert oder unflexibel für Bewirtschafter:innen und Naturschutzziele.&nbsp;</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Gastvorträge zum Thema Multifunktionalität von Grünland</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Einleitende Worte gab <strong>Prof. Josef Settele</strong>, bekannt als Bestäubungsexperte im IPBES (Intergovernmental Panel on Biodiversity and Ecosystem Services), mit einem Rundumblick auf den Artenverlust und der elementaren Rolle des Grünlandes. Er betonte dabei den engen Zusammenhang zwischen der Vielfalt im Offenland und Grünland und der Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Das Potenzial der Natur, auf kontinuierliche und nachhaltige Weise zur guten Lebensqualität der Menschen beizutragen, ist bei nahezu allen untersuchten Ökosystemleistungen gesunken.&nbsp;Nur durch die Wiederherstellung von artenreichen Ökosystemen ist es möglich, dieser Entwicklung entgegentreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Prof. Eckhard Jedicke</strong> von der Hochschule Geisenheim folgte mit einem klaren Pläidoyer für den Ansatz der Multifunktionalität als Bestandteil einer Transformation hin zu mehr Vielfalt. Nur wenn die wahren Werte des artenreichen Grünlandes, d. h. was es uns geben kann (den Beitrag zum Gemeinwohl), von unserer Gesellschaft klarer wahrgenommen und wertgeschätzt werden, ist eine Transformation möglich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="907" height="680" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg" alt="" class="wp-image-991" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7.jpeg 907w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-300x225.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/04/image-7-768x576.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 907px) 100vw, 907px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Abschluss hat <strong>Simon Keelan</strong> vom Bundesamt für Naturschutz die ersten Eckpunkte der Planung zur Durchführung der EU-Wiederherstellungsverordnung (EU Restoration Regulation) vorgestellt, und klar gemacht, dass dieser gesetzliche Meilenstein sowohl eine große Chance als auch eine Herausforderung darstellt. Die Kernergebnisse von Projekten wie <em>Grassworks</em> werden bei der flächenhaften Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen eine wichtige Rolle spielen</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>So kann es gehen …&nbsp;</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dr. Simone Schneider</strong> vom SICONA Naturschutzsyndikat Luxemburg präsentierte den eindrucksvollen nationalen Aktionsplan zum Erhalt und der Wiederherstellung artenreichen Grünlandes in Luxembourg, gekennzeichnet durch die klare Priorisierung von notwendigen Maßnahmen. Im Umfang dessen werden jeder Naturschutzbehörde und Organisation personelle und finanzielle Kapazitäten bereitgestellt, um die hoch gesetzten Ziele zu erreichen und insbesondere die persönliche Beratung und Kollaboration mit Landwirt:innen vor Ort zu ermöglichen. Zusätzlich wurde ein Forum auf hoher politischer Ebene gegründet, in welchem zukünftige Positionen und Strategien im Dialog zwischen Landwirtschaft und Naturschutz für die nationale Ebene ausgearbeitet werden sollen. Insgesamt ein sehr positiver Ausblick für Grünland.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Fazit &amp; Ausblick</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alles in allem wurde aus den Ergebnissen des <em>Grassworks</em>-Projektes, den Gastvorträgen sowie Publikumsgesprächen und der Podiumsdiskussion deutlich: <strong>Artenreiches Grünland kann was!</strong> Und dafür ist es notwendig, dass Naturschutz, Landwirtschaft, Gesellschaft und Politik gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist außerdem von Bedeutung, die vielfältigen Werte und Beziehungen bezüglich des artenreichen Grünlandes ins Bewusstsein zu rufen und spürbar zu machen. Deshalb wird nicht nur bei <em>Grassworks</em>, sondern auch bei vielen weiteren akademischen, politischen und gesellschaftlichen Initiativen daran gearbeitet, Gemeinwohlleistungen des Grünlandes bewusst zu machen und dessen Wertschätzung zu verbessern. Derzeit bereiten Forscher:innen aus <em>Grassworks</em> eine Liste von Kernforderungen an die Politik und weitere relevante Akteure vor, um diesen Weg voranzubringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsentationen, Diskussionen und Gespräche der <em>Grassworks</em>-Abschlussveranstaltung konnten Wege und Mittel aufzeigen, wie Forschung und Praxis erfolgreich in Schutz und Wiederherstellung artenreichen Grünlandes zusammenarbeiten und wie die derzeitigen Ansätze weiterentwickelt werden können. Denn Grünland kann was. <strong>Lasst uns dieses Potential nutzen!</strong></p>
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		<title>Start des Living Lab in Rutsiro: Sozial-ökologische Systemperspektive auf Renaturierung in Ruanda</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;William Apollinaire]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Mar 2025 11:29:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinarität]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Sozial-ökologische Systeme]]></category>
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					<description><![CDATA[Info: Das Forschungsprojekt Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist aufgrund der zunehmenden Landdegradation, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels zu einer globalen Priorität geworden. Dennoch sind die ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Auswirkungen von Restaurierungsmaßnahmen noch unzureichend verstanden. Das DFG-Forschungsprojekt Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas (2023–2028) zielt darauf ab, ein umfassendes Rahmenwerk [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Info: Das Forschungsprojekt</em></strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Die Wiederherstellung von Ökosystemen ist aufgrund der zunehmenden Landdegradation, des Biodiversitätsverlusts und des Klimawandels zu einer globalen Priorität geworden. Dennoch sind die ökologischen, sozialen und sozial-ökologischen Auswirkungen von Restaurierungsmaßnahmen noch unzureichend verstanden. Das DFG-Forschungsprojekt <a href="https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/496337053?language=de">Ein sozial-ökologischer Systemansatz zur Wiederherstellung von Ökosystemen in ländlichen Regionen Afrikas</a></em> <em>(2023–2028) zielt darauf ab, ein umfassendes Rahmenwerk zu entwickeln, das die Wiederherstellung von Ökosystemen aus einer sozial-ökologischen Systemperspektive betrachtet, um die Mechanismen hinter unterschiedlichen Restaurierungsergebnissen besser zu verstehen.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Mit einem Fokus auf West-Ruanda, das eine Vorreiterrolle in der globalen Restaurierung einnimmt, soll das Projekt sowohl standortspezifische Erkenntnisse gewinnen als auch übertragbares Wissen für weltweite Restaurierungsmaßnahmen generieren. Das interdisziplinäre Forschungsteam umfasst Wissenschaftler:innen der Leuphana Universität (Institut für Sozial-Ökologische Systeme (SESI) und Institut für Ökologie (IE)), der Universitäten in Göttingen und Kassel sowie auch der FU Berlin. Die Forschungseinheit gliedert sich in acht miteinander verbundene Teilprojekte, die in vier Cluster organisiert sind (siehe unten). Durch eine Kombination aus nachträglichen Bewertungen, partizipativen Experimenten und zukunftsorientierter Szenarioplanung soll ein umfassendes Verständnis der Dynamik von Ökosystemrestaurierung entwickelt werden. Die Erkenntnisse sollen die Restaurierungswissenschaft und sozial-ökologische Forschung voranbringen, direkte Vorteile für Restaurierungsmaßnahmen in Ruanda bieten und global zur Verbesserung von Restaurierungspraktiken beitragen.</em></p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="666" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1024x666.png" alt="" class="wp-image-965" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1024x666.png 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-300x195.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-768x499.png 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1-1536x998.png 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Research-design-1.png 1731w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die vier Forschungsprojektcluster zum sozial-ökologischen Systemansatz für die Renaturierung von Ökosystemen.<br>Quelle: <a href="https://ecosystemrestoration.net/subprojects/">https://ecosystemrestoration.net/subprojects/</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Eines der Teilprojekte (SP7), geleitet von Vicky Temperton vom Leuphana Institut für Ökologie und Stefan Sieber (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.), konzentriert sich auf den Aufbau eines Living Labs, das Wissenschaft und Praxis in den ruandischen Restaurierungsmaßnahmen miteinander verbinden soll. Während frühere Restaurierungsprojekte hauptsächlich auf Eukalyptus-Monokulturen setzten, fördern neue Initiativen den Einsatz heimischer Baumarten, um die Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu verbessern. Mit einem transdisziplinären Ansatz arbeitet SP7 mit Stakeholdern zusammen, um Restaurierungslösungen gemeinsam zu entwerfen, zu erarbeiten und zu bewerten. Wissenschaftliche Experimente werden in zwei Governance-Modellen durchgeführt, um deren Auswirkungen auf Biodiversität, Resilienz und Lebensgrundlagen zu vergleichen.</em></p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Der folgende Artikel wurde ursprünglich von Dr. William Apollinaire auf dem <a href="https://ecosystemrestoration.net/">Blog &#8220;Ecosystem Restoration&#8221; </a>verfasst und veröffentlicht.</em></p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="576" height="1024" data-id="961" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-576x1024.jpg" alt="" class="wp-image-961" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-576x1024.jpg 576w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-169x300.jpg 169w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-768x1365.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-864x1536.jpg 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-1153x2048.jpg 1153w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Image2_neu-scaled.jpg 1441w" sizes="auto, (max-width: 576px) 100vw, 576px" /></figure>
<figcaption class="blocks-gallery-caption wp-element-caption"><em>Fotos der Living Lab Standorte im Gihango-Sektor: Zwischenfruchtanbau und Agroforstwirtschaft in lokalen Hausgärten.<br>Fotos: Dr. William Apollinaire</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <em>Rwanda Restore</em>-Projektauftakt in Kigali im Januar 2024 und einer Konferenz mit Restaurierungsstakeholdern vom 19. bis 21. Februar 2025 wurde das Living Lab der SP7-Forschungseinheit am 25. Februar 2025 offiziell im Rutsiro-Distrikt im Westen Ruandas eröffnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">An den Workshops nahmen 42 Personen aus Wissenschaft, Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie lokalen Gemeinschaften teil. Ziel war es, einen Living Lab Roundtable zu etablieren, zwei Governance-Modelle für das Living Lab zu definieren und eine Verhaltensrichtlinie sowie eine Kommunikationsstrategie zu erarbeiten. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Workshops Herausforderungen und Chancen für die Renaturierung in Rutsiro in der Gegenwart, mittelfristig und langfristig diskutiert – unter Anwendung des Three Horizons Approach zur strategischen Renaturierungsplanung in der Region.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Kleingruppen entwickelten die Teilnehmenden den Verhaltenskodex, Kommunikationsprinzipien und Strategien sowie eine dreistufige Zukunftsperspektive für die Renaturierung in Rutsiro. Zum Abschluss besuchten die Teilnehmenden verschiedene Standorte des Living Labs im Gihango-Sektor. Während der Exkursion wanderte das Forschungsteam durch die hügelige Landschaft, um verschiedene Landnutzungen zu beobachten und das Potenzial für Renaturierungsmaßnahmen zu bewerten. Begleitet wurden sie von lokalen Feldassistent:innen und Mitgliedern von Bauernverbänden, die wertvolle Einblicke lieferten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Community-Workshop wurde in zwei Gemeinden des Gihango-Sektors abgehalten: Teba und Shyembe. An der Exkursion nahmen Vertreter:innen von Bauernverbänden und -kooperativen, Schreiner:innen, traditionelle Heiler:innen, Imker:innen sowie Landbesitzer:innen der Living Lab Standorte teil.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich fanden individuelle Besuche bei Modellbauer:innen statt, die ihre Ernährung durch die Integration von Nutzpflanzen wie Chayote, Passionsfrucht, Avocado, Ananas und Gurken in Agroforstsysteme verbessert haben – entweder für den Eigenverbrauch oder für den Verkauf. In einigen Fällen kombinieren die Landwirt:innen eine Vielzahl von Obstpflanzen und Leguminosen auf denselben Flächen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="420" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1024x420.jpg" alt="" class="wp-image-966" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1024x420.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-300x123.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-768x315.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1-1536x629.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/03/Bildschirmfoto-2023-10-30-um-18.53.55-2048x839-1.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Arbeitsphasen der Implementierung des Living Labs. WP1 wurde bereits abgeschlossen.<br>Quelle: <a href="https://ecosystemrestoration.net/sp7/">https://ecosystemrestoration.net/sp7/</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auswahl der Untersuchungsgebiete und die soziale Netzwerkanalyse wurden bereits 2024 abgeschlossen. Das Roundtable-Format wurde nun eingerichtet, und bis Ende des Jahres wird der Arbeitsprozess weitergeführt: Dazu gehören die gemeinsame Gestaltung von Feldversuchen, die Definition von Wirkungsbereichen, die Abgrenzung und Registrierung von Demonstrationsflächen sowie das Abschließen von Nachhaltigkeitsvereinbarungen mit Landbesitzer:innen innerhalb der Living Lab Standorte. Darüber hinaus wird das Stakeholder-Roundtable bald Erfolgsindikatoren für die Renaturierungssmaßnahmen entwickeln.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Mehr Informationen zum Forschungsprojekt und den Teilprojekten gibt es hier:<br><a href="https://ecosystemrestoration.net/subprojects/">https://ecosystemrestoration.net/subprojects/</a></p>
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		<title>Netzwerk Renaturierung: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Greta Bindernagel&nbsp;&&nbsp;Vicky Temperton]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Feb 2025 12:07:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Transdisziplinarität]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch]]></category>
		<category><![CDATA[Forschung]]></category>
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		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Renaturierung von Ökosystemen ist eine bedeutende Herausforderung unserer Zeit. Degradierte Landschaften wiederherzustellen, biologische Vielfalt zu erhalten und natürliche Prozesse zu fördern – das erfordert einen intensiven Austausch zwischen Forschung und Praxis, von dem beide Seiten profitieren. Genau hier setzt das Netzwerk Renaturierung an. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 hat sich das Netzwerk zu [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Renaturierung von Ökosystemen ist eine bedeutende Herausforderung unserer Zeit. Degradierte Landschaften wiederherzustellen, biologische Vielfalt zu erhalten und natürliche Prozesse zu fördern – das erfordert einen intensiven Austausch zwischen Forschung und Praxis, von dem beide Seiten profitieren. Genau hier setzt das Netzwerk Renaturierung an. Seit seiner Gründung im Jahr 2016 hat sich das Netzwerk zu einer wichtigen Plattform für die deutschsprachige Renaturierungsgemeinschaft entwickelt – für Vicky Temperton vom Ökologie-Institut der Leuphana und eine der Organisator:innen des Netzwerks ist dieses eine „success story“ für die transdisziplinäre Zusammenarbeit. &nbsp;</p>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Info: Was bedeutet Renaturierung?</em></strong><em><br>Renaturierung wird als ein durch den Menschen veranlasster Prozess zur Unterstützung der Wiederherstellung eines Ökosystems, das entweder degradiert, gestört oder vollständig zerstört wurde, definiert. Ziele und Erfolgsmaßstäbe für Renaturierungsprojekte orientieren sich an den ökologischen (und sozialen) Gegebenheiten und Standortsfaktoren. Laut der </em>Society for Ecological Restoration (SER)<em> soll Renaturierung nicht nur einzelne Arten oder Landschaftsmerkmale wiederherstellen, sondern ein langfristig widerstandsfähiges, sich selbst erhaltendes Ökosystem schaffen, das ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig ist.</em></p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-1024x767.jpg" alt="" class="wp-image-943" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-1024x767.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-1536x1151.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Gewasser-Streuobstwiese-Grunland_SICONA_neu-2048x1535.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Entstehung einer Streuobstwiese: Grünland- und Gewässerrenaturierung. Foto: SICONA.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Eine Erfolgsgeschichte: Wie alles begann</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initialzündung für das Netzwerk erfolgte auf der <em>10th European Conference on Ecological Restoration</em> 2016 in Freising. Während eines eigens organisierten Praktiker:innentags wurde der Bedarf und das große Interesse nach einer besseren Vernetzung zwischen Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und Verwaltungsakteur:innen offensichtlich. Noch während der Konferenz wurde eine erste Mailingliste für Interessierte erstellt, die seither stetig gewachsen ist und inzwischen rund 300 Mitglieder umfasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 2017 fand das erste Netzwerktreffen in Jänschwalde (Brandenburg) statt &#8211; organisiert hatten es Sabine Tischew und Kathrin Kiehl, gemeinsam mit Akteur:innen vor Ort. Es folgte der Strategieplan für das Netzwerk Renaturierung als „lockere Arbeitsgruppe“ – und damit folgten auch regelmäßige Veranstaltungen an wechselnden Orten in Deutschland, und auch Luxemburg, die sich jeweils einem spezifischen Renaturierungsthema und -ökosystem widmen. Der wechselnde Ort für die Treffen ermöglicht auch, dass immer wieder neue Interessierte daran teilnehmen können und sich das Netzwerk stetig erweitert.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Struktur: Offenheit als Prinzip</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein wesentliches Merkmal des Netzwerks ist seine flexible und unbürokratische Struktur. Es gibt weder Mitgliedsbeiträge noch eine Vereinsstruktur, um den administrativen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Zudem finden die Netzwerktreffen selbstfinanziert statt, also ohne Tagungsgebühren.<br>Dadurch bleibt das Netzwerk für alle offen, die sich für Renaturierung interessieren – unabhängig davon, ob sie aus Wissenschaft, Verbänden, Verwaltung und Behörden, Planungsbüros oder Unternehmen kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Organisator:innen (Simone Schneider &#8211; Naturschutzsyndikat SICONA; Annika Schmidt und Sabine Tischew – Hochschule Anhalt; Kathrin Kiehl – Hochschule Osnabrück; Vicky Temperton – Leuphana Universität; Johannes Kollmann – TUM) investieren viel ehrenamtliche Arbeit, um das Netzwerk lebendig zu halten. Sie teilen sich die Aufgaben rundum die Website, Koordination und (fachliche) Organisation untereinander auf. Für sie steht fest: Der gemeinsame Austausch und die Möglichkeit, die Renaturierungsökologie voranzubringen, sind den Aufwand wert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="576" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-1024x576.jpg" alt="" class="wp-image-944" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-1024x576.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-300x169.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-768x432.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-1536x864.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Renaturierung-Feuchtgebiet_SICONA_neu-2048x1152.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Renaturierung eines Feuchtgebiets. Foto: SICONA.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading">Praxis trifft Wissenschaft: Die Bedeutung der Netzwerktreffen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein zentrales Element der Arbeit des Netzwerks sind die regelmäßigen Netzwerktreffen. Diese bestehen in der Regel aus kurzen Impulsvorträgen, gefolgt von Besichtigungen von Renaturierungsflächen/ -projekten. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem offenen Austausch über Erfolge, Herausforderungen und auch Misserfolge – denn gerade aus Fehlern kann die Gemeinschaft wertvolle Lehren ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den bisherigen Themen der Treffen gehörten unter anderem die Renaturierung von Rohbodenflächen, die Integration naturschutzfachlicher Aspekte in die Raumplanung sowie die Wiederherstellung von Graslandlebensräumen beim letzten Netzwerktreffen in Luxemburg im Sommer 2024. 2025 gibt es gleich drei Netzwerktreffen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Vernetzung auf europäischer Ebene</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Das Netzwerk Renaturierung ist auch auf europäischer Ebene sehr gut vernetzt. Seit 2019 ist es Mitglied der SER Europe (European chapter of the Society for Ecological Restoration) und pflegt enge Kontakte zu verwandten Organisationen, unter anderem zum Arbeitskreis Naturschutz und Renaturierungsökologie innerhalb der GfÖ (SER Germany, Austria and Switzerland). Diese internationale Zusammenarbeit trägt dazu bei, Synergien zwischen verschiedenen Renaturierungsinitiativen zu stärken und zu nutzen. Darüber hinaus spielen Netzwerke wie das Netzwerk Renaturierung eine entscheidende Rolle bei der Förderung des EU-Gesetzes zur Wiederherstellung der Natur, indem sie die Renaturierungsbemühungen verstärken und vergrößern, sowie zur nationalen Umsetzung im Einklang mit den EU-weiten Zielen beitragen. Solche Netzwerke sind von entscheidender Bedeutung für die Umsetzung der Richtlinien in die Praxis, die Förderung innovativer Ansätze und die Maximierung des langfristigen Erfolgs von Renaturierungsmaßnahmen im Rahmen der neuen Gesetzgebung.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="767" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-1024x767.jpg" alt="" class="wp-image-945" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-1024x767.jpg 1024w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-300x225.jpg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-768x576.jpg 768w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-1536x1151.jpg 1536w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/02/Wiesenrenaturierung_SICONA_2_neu-2048x1535.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wiesenrenaturierung. Foto: SICONA.</figcaption></figure>



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<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Info: Das Renaturierungsgesetz der EU</em></strong><em><br>Die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (EU Nature Restoration Law) trat am 18. August 2024 in Kraft. Sie verfolgt das Ziel, mindestens 20 % der Land- und Meeresflächen der EU bis 2030 wiederherzustellen und bis 2050 alle Ökosysteme, die einer Renaturierung bedürfen, in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen. Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, nationale Renaturierungspläne zu erstellen, die darlegen, wie die festgelegten Ziele national erreicht werden sollen. Mit der flächendeckenden Förderung von Renaturierungsinitiativen können die Biodiversität und das Klima geschützt, die Resilienz der Ökosystem erhöht und auch wirtschaftliche Vorteile gesichert werden. Die Verordnung ist ein zentraler Bestandteil des Europäischen „Green Deals“ und der EU-Biodiversitätsstrategie 2030.</em></p>



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<h3 class="wp-block-heading">Fazit: Gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das Netzwerk Renaturierung ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie eine flexible, trans- und interdisziplinäre Zusammenarbeit erfolgreich gestaltet werden kann. Durch den offenen Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis entstehen innovative Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen der Renaturierungsökologie. In einer Zeit, in der intakte Ökosysteme von unschätzbarem Wert sind, ist eine solche Plattform unverzichtbar.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Wer Interesse hat, Teil dieses Netzwerkes zu werden, kann sich auf der <a href="https://renaweb.standortsanalyse.net/">Website</a> weiter informieren und Kontakt aufnehmen. Denn eines ist sicher: Die Renaturierung unserer Ökosysteme gelingt am besten, wenn wir sie gemeinsam gestalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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