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	<title>Insekten &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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	<title>Insekten &#8211; Ökologische Forschung der Leuphana Universität Lüneburg</title>
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		<title>Auf der Spur von Wildbienen und Wespen in Nisthilfen – Eine Bestimmungshilfe</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner&nbsp;&&nbsp;Swantje Grabener]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Jul 2026 12:06:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bestimmungshilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Insekten]]></category>
		<category><![CDATA[Nisthilfen]]></category>
		<category><![CDATA[Artenvielfalt]]></category>
		<category><![CDATA[citizen science]]></category>
		<category><![CDATA[taxonomische Expertise]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Frühjahr 2026 erschien sie – die vollständig überarbeitete Neuauflage des Bestimmungsschlüssels für Wildbienen und Wespen in Nisthilfen, herausgegeben vom Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig. Eine der Erstautorinnen ist Swantje Grabener, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ökologie der Leuphana in der AG Tierökologie. Der Ratgeber widmet sich der Bestimmung hohlraumbewohnender Wildbienen und Wespen – [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Im Frühjahr 2026 erschien sie – die vollständig überarbeitete <a href="https://www.thuenen.de/de/newsroom/infothek/schriftenreihen/thuenen-ratgeber">Neuauflage des Bestimmungsschlüssels für Wildbienen und Wespen in Nisthilfen</a>, herausgegeben vom Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig. Eine der Erstautorinnen ist Swantje Grabener, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Ökologie der Leuphana in der AG Tierökologie. Der Ratgeber widmet sich der Bestimmung hohlraumbewohnender Wildbienen und Wespen – welche man in künstlichen Nisthilfen finden kann – sowie ihrer natürlichen Feinde. Warum diese Insekten sowie deren Bestimmung und Dokumentation so wichtig sind, erfährst du in diesem Artikel!</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="842" height="588" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-3.png" alt="" class="wp-image-1444" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-3.png 842w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-3-300x210.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-3-768x536.png 768w" sizes="(max-width: 842px) 100vw, 842px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Mauerbiene (<em>Osmia</em> sp.) im Anflug auf eine Holznisthilfe. Foto: © Lara Lindermann.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Ein Weckruf für den Insektenschutz</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Herbst 2017</strong>. Die sogenannte „<a href="https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0185809">Krefeld-Studie</a>“ wird veröffentlicht und in der Folge passiert etwas, was vorher noch keine vergleichbare Studie oder <a href="https://www.bundesumweltministerium.de/themen/artenschutz/nationaler-artenschutz/rote-listen">Roten Liste gefährdeter Arten</a> nach sich gezogen hat: Das Thema „Insektenrückgang“ erreicht die Gesellschaft und ein gesteigertes Engagement für den Schutz von Insekten und ihren Lebensräumen entfacht. Doch das im Zuge einer schlechten Nachricht: Stand 2017 war in den vorangehenden 27 Jahren die Biomasse flugfähiger Insekten in bestimmten Naturschutzgebieten um mehr als 75 % zurückgegangen. Diese Hiobsbotschaft bringt Einiges ins Rollen. Vielleicht hast du schon von dem erfolgreichen <a href="https://volksbegehren-artenvielfalt.de/">Volksbegehren in Bayern für Artenvielfalt</a> gehört. Daraufhin folgten ähnliche Initiativen in anderen Bundesländern und Monitoringprogramme wurden ins Leben gerufen, um langfristige Trends erfassen, die Ursachen des Insektensterbens ergründen und effektive Maßnahmen entwickeln zu können. Sogar ein nationales Monitoringzentrum und ein Insektenschutzgesetz wurden auf die Beine gestellt.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Insekten-Monitoring: nicht nur etwas für Forscher*innen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in der nicht-forschenden Bevölkerung entflammte ein Herz für Insektenschutz und Citizen-Science-basierte Projekte gewannen an Zuspruch. Mithilfe dieser Projekte kann jede Person, egal ob Insektenexpert*in oder einfach naturbegeistert, Daten sammeln und dabei helfen, die Kenntnis über die Verbreitung und Häufigkeit von Insekten zu erweitern. Selbst die berühmte Krefelder Studie wurde mithilfe von Ergebnissen jahrelanger Citizen Science verfasst. Bestimmungshilfen, wie die für Wildbienen und Wespen in Nisthilfen, spielen dabei eine ganz entscheidende Rolle, aber dazu später mehr.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Warum sind Wildbienen und Wespen so wichtig?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Protagonisten dieser Bestimmungshilfe spielen eine wichtige Rolle, da sie wichtige Ökosystemfunktionen, wie Bestäubung und Schädlingsregulation, erfüllen und damit für den Erhalt stabiler Ökosysteme wichtig sind. Lasst uns zuerst einen genaueren Blick auf die über 600 Wildbienenarten in Deutschland werfen. Viele von ihnen fungieren als wichtige Bestäuber in ihren Lebensräumen. Doch nicht „nur“ das! Zugleich tragen sie wesentlich dazu bei, dass wir eine vielfältige Ernährung haben, denn über 70 % aller Kulturpflanzenarten sind entweder teilweise oder komplett auf die Bestäubung von Insekten angewiesen. Das heißt konkret: Gäbe es keine Insekten mehr, hätten wir hierzulande beispielsweise deutlich weniger Erträge von unseren Erdbeeren, Kirschen, Kürbissen oder Tomaten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="845" height="749" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-8.png" alt="" class="wp-image-1449" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-8.png 845w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-8-300x266.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-8-768x681.png 768w" sizes="(max-width: 845px) 100vw, 845px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Männchen der Garten-Blattschneiderbiene (<em>Megachile willughbiella</em>) wartet auf ein Weibchen. Foto: © Lara Lindermann.</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Einleitung der Bestimmungshilfe erklärt:</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>„</strong><em>Während Wildbienen als pelzige Bestäuber in der Gesellschaft viel Sympathie genießen, verbinden viele Menschen den Begriff „Wespen“ oft mit ungeliebten Gästen, die uns im Spätsommer beim Kuchenessen lästig werden. Doch ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass wehrstacheltragende (aculeate) Wespen wertvolle natürliche Schädlingsbekämpfer sind. Denn der Wespen-Nachwuchs wird je nach Art beispielsweise mit Käferlarven, Schmetterlingsraupen oder Blattläusen versorgt</em>.<strong>“</strong></p>
</blockquote>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="864" height="594" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-4.png" alt="" class="wp-image-1445" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-4.png 864w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-4-300x206.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-4-768x528.png 768w" sizes="(max-width: 864px) 100vw, 864px" /><figcaption class="wp-element-caption"><em>Eine solitäre Faltenwespe (Ancistrocerus sp.) macht eine Pause.</em></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die aktuelle Rote Liste gefährdeter Arten macht deutlich, wie wichtig der Schutz dieser Tiere ist. Laut ihr gilt etwa die Hälfte aller Bienenarten und 46 % der 630 wehrstacheltragenden Wespen in Deutschland als gefährdet, wenn nicht sogar als verschollen. Gleichzeitig ist die Datenlage lückenhaft. Deshalb ist es umso bedeutender, taxonomische Expertise über sie in die Gesellschaft zu tragen. Doch diese Expertise fehlt heutzutage in der breiten Masse.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Nicht nur an Insekten mangelt es heute…</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">…, sondern auch an Menschen, die sie bestimmen können. Das zeigt die <a href="https://red-list-taxonomists.eu/">Europäische Rote Liste der Insekten-Taxonom*innen</a>. Dabei braucht der Erhalt der Artenvielfalt unbedingt viele Menschen, die sich auch mit den Arten auskennen. Sie wissenschaftlich korrekt bestimmen können, ihre Verwandtschaftsverhältnisse und ökologische Rolle verstehen und in der Lage sind ihren Schutzstatus einzuordnen. In den letzten Jahrzehnten ist neben der Anzahl an Arten auch die Anzahl an Taxonom*innen gesunken, sodass sich ihre Expertise heute bei einzelnen Personen sammelt. Die Rote Liste der Insekten-Taxonom*innen ist ein Aufruf an alle Expert*innen, ihre Artenkenntnis in die Gesellschaft hinauszutragen, sowie ein Aufruf an die breite Öffentlichkeit, die Bedeutung der Taxonomie anzuerkennen und ihren langfristigen Fortbestand zu sichern. Genau dazu tragen Bestimmungshilfen bei!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und damit sind wir wieder bei unserem Ratgeber zur Identifikation von Wildbienen und Wespen in Nisthilfen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wobei die Bestimmungshilfe hilft</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">In erster Linie hilft sie uns dabei, Artenvielfalt sichtbar zu machen. Zwar ist vielen Leuten die Relevanz von Wildbienen und Wespen bereits bewusst, doch bleiben viele Arten für das ungeübte Auge noch unsichtbar. Das Stichwort ist dabei „noch“, denn die Bestimmungshilfe holt diese Arten aus der Verborgenheit und gibt dir mehr Übung darin, sie zu erkennen und zu bestimmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei sind nicht nur Wildbienen und Wespen die Protagonisten dieser kleinen Ökosysteme. Auch ihre Gegenspieler – die natürlichen Feinde, wie beispielsweise Goldwespen und Taufliegen, sind wichtig für den Erhalt des ökologischen Gleichgewichts. Deshalb beleuchtet der Ratgeber auch sie und zeichnet den Bestimmenden auf diese Weise ein vollständiges Bild der Geschehnisse in den Nisthilfen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="908" height="617" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-5.png" alt="" class="wp-image-1446" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-5.png 908w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-5-300x204.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-5-768x522.png 768w" sizes="auto, (max-width: 908px) 100vw, 908px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine dieser Gegenspieler: Eine Gewöhnliche Falten-Erzwespe (<em>Leucospis dorsigera</em>) an einer Holznisthilfe. Die Larven der Falten-Erzwespen leben als Parasitoide vor allem an Mauerbienen und Blattschneiderbienen. Im Gegensatz zu Parasiten töten Parasitoide ihre Wirte immer.</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Apropos Nisthilfen!</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Warum die Insekten, und somit auch wir, sie brauchen, wurde wahrscheinlich schon am Anfang dieses Artikels deutlich: Hochspezialisierte Arten, wie die der Wespen und Wildbienen, gehen deutlich zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber warum eigentlich?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einst schmückte unsere Landschaften ein vielfältiges Mosaik aus Weiden, Wiesen, Acker- und Brachflächen voll mit Hecken und Feldgehölzen – perfekte Bedingungen zum Nisten für die Gruppe der Stechimmen, zu der die Wildbienen und Wespen gehören. Doch heute sieht das Landschaftsbild oft ganz anders aus. Homogene Landschaften weit und breit, in denen durch intensive Landnutzung und -fragmentierung, chemische Dünger und forcierte Tier- und Pflanzenzüchtung bedeutsame Elemente für die Artenvielfalt verschwunden sind. So auch die Nistmöglichkeiten. Deshalb bringen Nisthilfen eine lange Reihe von Vorteilen mit sich. Nicht nur sind sie ein wertvolles Werkzeug für Forschung, Monitoring und Umweltbildung, auch werden sie von etwa 8 % der in Deutschland heimischen Wildbienen und sogar 19 % der Wespenarten als Bruthabitat angenommen! So wird mit den Nisthilfen inklusive ihrer Bestimmungshilfen ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der kleinen Tiere und für ein besseres Verständnis über ihre Diversität, Nahrungsressourcen und trophische Interaktionen geleistet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="917" height="424" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-6.png" alt="" class="wp-image-1447" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-6.png 917w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-6-300x139.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-6-768x355.png 768w" sizes="auto, (max-width: 917px) 100vw, 917px" /><figcaption class="wp-element-caption">So sehen passende Nisthilfen aus: Holznisthilfen (oben links); Nisthilfe-Brettchen einer Holznisthilfe in der Aufsicht (oben rechts); Nisthilfen aus Schilfröhrchen (unten links); geöffnete Schilfröhrchen (unten rechts).</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Und so kannst auch du einen Beitrag leisten:</strong></h3>



<ol class="wp-block-list">
<li>Die Bestimmungshilfe <a href="https://www.thuenen.de/de/newsroom/infothek/schriftenreihen/thuenen-ratgeber">hier</a> herunterladen.</li>



<li>Sie zur nächsten Nisthilfe in deinem Garten oder anderswo mitnehmen und diese dort überprüfen.</li>



<li>Ganz wichtig: Deine Ergebnisse teilen! Viele Naturschutzinitiativen sammeln Beobachtungsdaten und deine Erkenntnisse durch das Bestimmen können zu lokalen Artenlisten und Schutzmaßnahmen beitragen. Die Tatsache, dass dieser Ratgeber zum Teil das Ergebnis aus dem Citizen-Science-Projekt „<a href="https://wildbienen.thuenen.de/mitmachen/nisthilfe-patenschaft/">Nisthilfe-Patenschaft</a>“ ist, macht deutlich, wie wichtig die Beteiligung Ehrenamtlicher ist.</li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Mehr als ein Fachbuch</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Schlussendlich ist der Ratgeber nicht nur (d)ein Schlüssel zur Bestimmung, sondern auch der Schlüssel zur Tür in die faszinierende Welt von Wildbienen, Wespen und ihren Gegenspielern. Egal ob Einsteiger*in oder bereits aktive*r Nisthilfenbeobachter*in – der Schlüssel hilft dir dabei, die Artenvielfalt dieser bedeutenden Insekten in deinem Umfeld zu entdecken, besser zu verstehen und nicht zuletzt zu ihrem Schutz beizutragen. Je mehr Menschen in diese Welt eintauchen, desto kleiner wird die Rote Liste der Insekten-Taxonom*innen. Also: Auf ins Grüne und viel Spaß beim Kennenlernen und Schützen der hohlraumnistenden Wildbienen und Wespen Deutschlands!</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="925" height="647" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-7.png" alt="" class="wp-image-1448" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-7.png 925w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-7-300x210.png 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2026/07/image-7-768x537.png 768w" sizes="auto, (max-width: 925px) 100vw, 925px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Männchen der Schöterich-Mauerbiene (<em>Osmia brevicornis</em>) wartet in einer Nisthilfe auf besseres Ausflugswetter. Foto: © Lara Lindermann.</figcaption></figure>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



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<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Zitation: <br>Grabener, S*., Lindermann, L*., Schiele, S*., Bendixen, L., Fornoff, F., Hopfenmüller, S., Stahl, J., Dieker, P. (2025) Wildbienen und Wespen in Nisthilfen bestimmen: ein Bestimmungsschlüssel für Deutschland. 2., vollst. überarb. Neuaufl. Thünen Ratgeber 10. Johann Heinrich von Thünen-Institut, Braunschweig. https://doi. org/10.3220/253-2025 168</p>



<p class="wp-block-paragraph">*Erstautorinnen</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Fotos stammen aus der Bestimmungshilfe, die Urheber*innen sind auf der letzten Seite angegeben.</p>
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			</item>
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		<title>Weniger Landnutzung, mehr Insekten: Die Extensivierung von Grünland fördert die Häufigkeit von Wirbellosen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jacqueline Poertner&nbsp;&&nbsp;Michael Staab]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Dec 2025 10:30:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Biodiversität]]></category>
		<category><![CDATA[Grünland]]></category>
		<category><![CDATA[Insekten]]></category>
		<category><![CDATA[Renaturierung]]></category>
		<category><![CDATA[Landnutzung]]></category>
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					<description><![CDATA[Es überrascht dich sicherlich nicht, dass der Verlust von Lebensräumen und die Verschlechterung von Ökosystemen durch intensive Landnutzung eine globale Bedrohung für die Artenvielfalt darstellen. So ist beispielsweise die intensive Landnutzung einer der Gründe für den weit verbreiteten Rückgang von Insekten und anderen Wirbellosen. Werfen wir einen genaueren Blick auf Grünland. Obwohl es eine reiche [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Es überrascht dich sicherlich nicht, dass der Verlust von Lebensräumen und die Verschlechterung von Ökosystemen durch intensive Landnutzung eine globale Bedrohung für die Artenvielfalt darstellen. So ist beispielsweise die intensive Landnutzung einer der Gründe für den weit verbreiteten Rückgang von Insekten und anderen Wirbellosen. Werfen wir einen genaueren Blick auf Grünland. Obwohl es eine reiche Vielfalt an Pflanzen und Tieren, darunter auch Wirbellose, beherbergt, ist es besonders anfällig für intensive Landnutzung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Michael Staab, Professor für Tierökologie und Trophische Interaktionen am Institut für Ökologie der Leuphana Universität, und Kolleg*innen untersuchte, ob die Wiederherstellung von Grünland durch eine Reduzierung der Landnutzung die Insektenhäufigkeit und die -diversität fördern kann.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Erforschung von Biodiversitätsexperimenten: Das Design der Studie</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Staab et al. untersuchten die Auswirkungen der Landnutzungsintensität auf Wirbellose anhand eines neu eingerichteten Extensivierungsversuchs, der Teil der <a href="https://www.biodiversity-exploratories.de/de/">Biodiversitäts-Exploratorien</a> ist. Dieser Rahmen wurde genutzt, um zu verstehen, wie die Auswirkungen einer reduzierten Landnutzung vom lokalen Kontext sowie von spezifischen Bewirtschaftungsentscheidungen abhängen, die alle Teil der Landnutzung sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie haben sie herausgefunden, was wirklich der Fall ist? </strong>Die Studie wurde an 45 Grünlandstandorten in drei verschiedenen Regionen Deutschlands durchgeführt. An jedem Standort verglichen die Forscher*innen eine regelmäßig bewirtschaftete Kontrollfläche mit einer nahe gelegenen Versuchsfläche, auf der die Landnutzung experimentell reduziert wurde, also nur einmal pro Jahr spät gemäht und weder gedüngt noch beweidet wurde. Im Jahr 2021 und 2023, ein bzw. drei Jahre nach Beginn des Experiments, wurden auf beiden Plots Wirbellose gesammelt. Im Jahr 2021 wurden die Proben mittels DNA-Metabarcoding identifiziert, was eine gründliche Artenbestimmung ermöglichte. Anschließend analysierte das Team Unterschiede in Bezug auf Häufigkeit, Vielfalt und Artenzusammensetzung und untersuchte, wie Faktoren wie Mähhäufigkeit, Düngung und Mähtechnik in der umgebenden Matrix sowie Bewirtschaftungsentscheidungen auf der Reduktionsfläche das Ausmaß der Auswirkungen der Landnutzungsreduzierung beeinflussten. Bei den Ergebnissen ist zu beachten, dass für die zweite Probenahme im Jahr 2023 keine Daten zur Artenvielfalt vorlagen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="413" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.jpg" alt="" class="wp-image-1166" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1.jpg 683w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-1-300x181.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Überblick über Studiendesign und Hypothese</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="786" height="523" src="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-9.jpeg" alt="" class="wp-image-1167" srcset="https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-9.jpeg 786w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-9-300x200.jpeg 300w, https://ecology.web.leuphana.de/wp-content/uploads/2025/12/image-9-768x511.jpeg 768w" sizes="auto, (max-width: 786px) 100vw, 786px" /><figcaption class="wp-element-caption">Zum Sammeln von Arthropoden wurde ein Biozönometer verwendet, was im Wesentlichen ein riesiger Staubsauger ist</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Die Ergebnisse: Eine Pause für Grünland ist ein Gewinn für Insektenzahlen</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reduzierung der Landnutzung auf eine späte Mahd erhöhte die Bestandsdichte, also die Anzahl der Individuen von Wirbellosen, um 41 %. Aber es wird noch besser: Nach drei Jahren war die Häufigkeit in den Plots mit reduzierter Landnutzung um ganze 99 % höher. Der Artenreichtum, die Shannon-Diversität und die Simpson-Diversität zwischen den Behandlungs- und Kontrollplots waren jedoch nach einem Jahr nahezu identisch. Folglich hatte die Behandlung mit reduzierter Landnutzung einen positiven, im Laufe der Zeit zunehmenden Effekt auf die Häufigkeit der Wirbellosen, jedoch nicht auf ihre Diversität.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em><strong><em>Info: Artenreichtum, Shannon-Diversität und Simpson-Diversität</em></strong></em><br><em>Artenreichtum bedeutet einfach die Anzahl der Arten in einem Gebiet, während die Shannon-Diversität sowohl die Anzahl der Arten als auch die Gleichmäßigkeit der Verteilung der Individuen untereinander berücksichtigt. Sie steigt, wenn viele Arten in ähnlicher Häufigkeit vorkommen. Die Simpson-Diversität umfasst ebenfalls Artenreichtum und Gleichmäßigkeit, gewichtet jedoch häufige Arten stärker. Sie spiegelt wider, wie dominant die am häufigsten vorkommenden Arten sind.&nbsp;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das ist noch nicht alles. In beiden Jahren hing das Ausmaß der Auswirkungen der Behandlung auf die Bestandsdichte von der Art der Landnutzung der umliegenden Wiesen und davon ab, wie die Fläche mit reduzierter Landnutzung im Vorjahr gemäht worden war. Die Auswirkungen der reduzierten Landnutzung waren geringer, wenn die Umgebung zuvor häufiger gemäht worden war. Im Gegensatz dazu nahm der positive Effekt der Extensivierung auf stärker gedüngten Standorten zu. Ebenso war der Effekt auch größer, wenn die Fläche mit reduzierter Landnutzung mit einer größeren Schnitthöhe gemäht wurde und wenn die Behandlungs- und Kontrollfläche nicht am selben Tag gemäht wurden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Wir müssen ein paar Dinge besprechen:</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum eine Zunahme der Bestandsdichte, aber nicht der Vielfalt?</strong><br>Eine Verringerung der Landnutzungsintensität führt zu einem raschen Anstieg der Anzahl der Wirbellosen, was laut den Autor*innen als positive Reaktion bereits lokal vorhandener Arten interpretiert werden kann, deren Populationen von der geringeren Störung profitieren. Wie man sich leicht vorstellen kann, werden durch selteneres Mähen weniger Insekten getötet. Die Artenvielfalt hingegen hat sich nach einem Jahr nicht verändert, was darauf hindeutet, dass die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt länger dauert. Darüber hinaus blieb die Artenzusammensetzung ein Jahr nach Beginn der Extensivierung unverändert, was auf ein starkes Erbe der früheren intensiven Landnutzung hindeutet. Aufgrund fehlender Daten zur Artenvielfalt für die Probenahme im Jahr 2023 wissen wir nicht, ob drei Jahre nach der Einführung der reduzierten Landnutzung die Artenvielfalt zugenommen hätte oder sich die Artenzusammensetzung verändert hätte. Das herauszufinden ist nun die Aufgabe von Folgestudien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Lokale Landnutzungskontexte und Details der Bewirtschaftung sind von Bedeutung</strong><br>Die positiven Auswirkungen auf die Bestandsdichte waren in häufig gemähten Landschaften geringer, wahrscheinlich aufgrund der Verarmung der umliegenden Populationen. Daher ist eine Reduzierung der Landnutzung in häufig gemähtem Grünland möglicherweise weniger effizient, es sei denn, das Gebiet ist mit anderen ungemähten oder größeren Lebensräumen verbunden. Die stärkeren Auswirkungen, die in stark gedüngtem Grünland beobachtet wurden, waren wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass die Produktivität nach Beendigung der Düngung zunächst hoch blieb und somit mehr pflanzliche Ressourcen für die Wirbellosen zur Verfügung standen. Die Ergebnisse, die zeigen, dass das Mähen der Wiese in größerer Höhe und das Nichtmähen der gesamten Fläche am selben Tag weniger schädlich für Insekten ist, belegen, dass Insekten Rückzugsgebiete benötigen. Wenn wir also Insekten bei der Wiederherstellung von Wiesen fördern wollen, müssen wir räumlich und zeitlich unterschiedliche Mährhythmen anwenden.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Was sind die wichtigsten Erkenntnisse für den Insektenschutz?</strong></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer langfristigen, nachhaltigen Extensivierung für eine erfolgreiche Wiederherstellung von Grünland, wobei deren Wirksamkeit für den Schutz von Wirbellosen je nach lokalem Kontext variiert. Es ist klar, dass die Wiederherstellung von Grünland eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Insektenrückgangs spielen kann, während eine höhere Anzahl von Wirbellosen auch insektenfressende Vögel und wichtige Ökosystemfunktionen unterstützt. Dennoch müssen bei den Wiederherstellungsbemühungen verschiedene Biodiversitätsziele gegeneinander abgewogen werden: Während eine mittlere Mähfrequenz die Pflanzenvielfalt erhöhen kann, kann sie sich nachteilig auf Wirbellose auswirken. Um die Ergebnisse der Renaturierung sowohl für Pflanzen als auch für Insekten zu maximieren, ist daher ein landschaftlicher Ansatz mit verschiedenen Maßnahmen erforderlich, die auch die Heterogenität und die Konnektivität der Lebensräume erhöhen.</p>



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<p class="wp-block-paragraph">Du möchtest mehr über die Studie und ihre Ergebnisse erfahren? Dann kannst du hier den vollständigen Text lesen: &nbsp;<a href="https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1439179125000738?via%3Dihub">https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1439179125000738?via%3Dihub</a></p>



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